“Radfahrer, runter von meiner Straße!”

Fahrradampel am Potsdamer Platz - Foto: Henning OnkenRadfahrer haben am Potsdamer Platz zwei Möglichkeiten: Wer den vorgeschriebenen sogenannten Radweg benutzt, darf im Schrittempo staunende Touristen und Passanten mit Einkaufstaschen umkurven, die sich auch durch Klingeln und Schreien kaum irritieren lassen. Auf der Straße wartet dagegen der Kampf mit den Blechbüchsen: Anpöbeln, Weg abschneiden und Ausbremsen gehört zu den alltäglichen Reaktionen, die Autofahrer in Berlin überall dort zeigen, wo ein Bürgersteig in Sicht ist, auf den man Radler abdrängen will.

Dämliche Debatten wie die Frage, ob Fahrradfahrer eher “Asphalt-Terroristen oder Klimaschützer” seien, sind bezeichnend für eine Stadt, in der man die Bedeutung des Radverkehrs nicht verstehen will. Seit Jahren wollen im Frühling mehr Berliner umsteigen, doch nach einigen Horrortrips durch die Leipziger Straße stellen sie das Rad in den Keller zurück. Wir brauchen keine weiteren zugeparkten und überlaufenen Radwege, sondern Radstreifen auf der Fahrbahn. Bei einer solchen Markierung hätte sich der Fahrer eines BVG-Doppeldeckers, der mich am Potsdamer Platz durch lebensgefährliche Rechthaberei fast zum Sturz brachte, sein Verhalten sicher noch einmal überlegt.

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7 Antworten to ““Radfahrer, runter von meiner Straße!””



  • Die Polizei hat in den letzten Wochen nichts besseres zu tun als Radfahrer abkassieren. Mir jedenfalls ist ein Kurierfahrer der ständig rote Ampeln überfährt egal. Er bringt sich nur selbst in Gefahr und kann die Risiken wohl ganz gut selbst einschätzen.


  • ich musste 80 euró latzen, weil ich an einer menschenleeren kreuzung über eine rote ampel gefahren bin. dumm gelaufen, die polizei stand mit einem streifenwagen in der seitenstraße und fühlte wahrscheinlich ihre autorität untergraben.
    ist allerdings schon anfang januar gewesen, es waren minusgrade und ich war auf dem weg zum joggen im park. aber so was lassen einem polizisten an ereignisarmen tagen auch nicht durchgehen..


  • Schön, wenn die Menschen mit dem Rad unterwegs sind. Sollen sie auf der Straße rasen wie sie wollen (an den Satz erinnere man mich, wenn ich mal mit dem Auto unterwegs sein sollte), aber wenn sie die U-Bahnen verstopfen und auf dem Fußweg wie die letzten Menschen rasen und dabei die Fußgänger fast über den Haufen fahren, dann wundern mich Bezeichnungen wie Asphalt-Terroristen nicht…


  • Potsdamer Platz ist ein perfektes Beispiel. Bei den Straßen, die ich dort kenne (bin da nicht so oft) könnte man einfach den fehlgeplanten “Radweg” zum Parken nutzen und auf der Fahrbahn einen Fahrstreifen machen.

    Sind dort wirklich alle Radwege benutzungspflichtig? Kürzlich las ich in der Fahrradnewsgroup von einem Radfahrer, der sich darüber ärgerte, von der Polizei angehalten worden zu sein, obwohl der Radweg nicht benutzungspflichtig war.


  • Nachtrag: Die Leipziger Straße nervt? Der pragmatischste Ansatz scheint mir doch, eine der zahlreichen Parallelstraßen zu nutzen. So mache ich das immer.


  • Warum gibt es inzwischen die Strassenaktionen der “bike lanes”, wo Leute nachts einfach Radwege auf die Strasse malen? Ich will als Radfahrer nämlich auch mal schnell auf der Strasse unterwegs sein und das ist meist mit den vorhandenen Radwegen nicht möglich. Auf der Leipziger Strasse zum Potsdamer Platz komme ich mir dagegen wie ein gehetztes Kaninchen vor, welches von Blechlawinen gejagt wird!


  • Das Rad wieder in den Keller zu bringen ist, glaube ich, der falsche Ansatz.

    Auch ich bin (wenn das Wetter gut ist) Radfahrer (Rennrad) und kenne die unsäglichen Radwege am Pdm.Platz. Dort müsste ich eigentlich jeden Tag rüber auf dem Weg zu meinem Büro.
    Allerdings umfahre ich den jetzt auf einer der vielen Nebenstraßen. Der Platz ist mir einfach zu unsicher. Die Luft ist an der Straße am Tiergarten oder Reichpietschufer auch besser (weniger Abgase!).

    Da ich ich als Radfahrer zu dem (fast) schwächsten Verkehrsteilnehmern zähle, muss ich persönlich sagen, gebe ich da lieber nach.
    Gegen ein Auto, Bus oder Lkw kann ich nicht gewinnen.

    Da ich aber für mich selbst Rad fahre, nicht für die Umwelt oder so was irreales, lasse ich mir das nicht vermiesen.

    Ein Auge auf meine Sicherheit habe ich aber schon, was nicht heißt das jede Fußgängerampel die bei Autos durchaus Sinn macht diesen auch für Radfahrer ergibt.

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