Wir bloggen Berlin – Blog News Bezirke

“Radfahrer, runter von meiner Straße!”

Fahrradampel am Potsdamer Platz - Foto: Henning OnkenRadfahrer haben am Potsdamer Platz zwei Möglichkeiten: Wer den vorgeschriebenen sogenannten Radweg benutzt, darf im Schrittempo staunende Touristen und Passanten mit Einkaufstaschen umkurven, die sich auch durch Klingeln und Schreien kaum irritieren lassen. Auf der Straße wartet dagegen der Kampf mit den Blechbüchsen: Anpöbeln, Weg abschneiden und Ausbremsen gehört zu den alltäglichen Reaktionen, die Autofahrer in Berlin überall dort zeigen, wo ein Bürgersteig in Sicht ist, auf den man Radler abdrängen will.

Dämliche Debatten wie die Frage, ob Fahrradfahrer eher “Asphalt-Terroristen oder Klimaschützer” seien, sind bezeichnend für eine Stadt, in der man die Bedeutung des Radverkehrs nicht verstehen will. Seit Jahren wollen im Frühling mehr Berliner umsteigen, doch nach einigen Horrortrips durch die Leipziger Straße stellen sie das Rad in den Keller zurück. Wir brauchen keine weiteren zugeparkten und überlaufenen Radwege, sondern Radstreifen auf der Fahrbahn. Bei einer solchen Markierung hätte sich der Fahrer eines BVG-Doppeldeckers, der mich am Potsdamer Platz durch lebensgefährliche Rechthaberei fast zum Sturz brachte, sein Verhalten sicher noch einmal überlegt.

Radfahren in Berlin: Was der Senat plant
Fototour: Fahrräder in Berlin

Auch lesenswert:

14 Kommentare zu ““Radfahrer, runter von meiner Straße!””



  • Die Polizei hat in den letzten Wochen nichts besseres zu tun als Radfahrer abkassieren. Mir jedenfalls ist ein Kurierfahrer der ständig rote Ampeln überfährt egal. Er bringt sich nur selbst in Gefahr und kann die Risiken wohl ganz gut selbst einschätzen.


  • ich musste 80 euró latzen, weil ich an einer menschenleeren kreuzung über eine rote ampel gefahren bin. dumm gelaufen, die polizei stand mit einem streifenwagen in der seitenstraße und fühlte wahrscheinlich ihre autorität untergraben.
    ist allerdings schon anfang januar gewesen, es waren minusgrade und ich war auf dem weg zum joggen im park. aber so was lassen einem polizisten an ereignisarmen tagen auch nicht durchgehen..


  • Schön, wenn die Menschen mit dem Rad unterwegs sind. Sollen sie auf der Straße rasen wie sie wollen (an den Satz erinnere man mich, wenn ich mal mit dem Auto unterwegs sein sollte), aber wenn sie die U-Bahnen verstopfen und auf dem Fußweg wie die letzten Menschen rasen und dabei die Fußgänger fast über den Haufen fahren, dann wundern mich Bezeichnungen wie Asphalt-Terroristen nicht…


    • Warum muss man sich als Radfahrer eigentlich dafür rechtfertigen, wenn man Teile seines Weges mit Bahn und Rad zurücklegt?


      • Genau. Den eben so gut könnte man argumentieren, warum denn überhaupt die Bahn benutzt wird, zu Fuß geht es doch auch.


  • Potsdamer Platz ist ein perfektes Beispiel. Bei den Straßen, die ich dort kenne (bin da nicht so oft) könnte man einfach den fehlgeplanten “Radweg” zum Parken nutzen und auf der Fahrbahn einen Fahrstreifen machen.

    Sind dort wirklich alle Radwege benutzungspflichtig? Kürzlich las ich in der Fahrradnewsgroup von einem Radfahrer, der sich darüber ärgerte, von der Polizei angehalten worden zu sein, obwohl der Radweg nicht benutzungspflichtig war.


  • Nachtrag: Die Leipziger Straße nervt? Der pragmatischste Ansatz scheint mir doch, eine der zahlreichen Parallelstraßen zu nutzen. So mache ich das immer.


  • Warum gibt es inzwischen die Strassenaktionen der “bike lanes”, wo Leute nachts einfach Radwege auf die Strasse malen? Ich will als Radfahrer nämlich auch mal schnell auf der Strasse unterwegs sein und das ist meist mit den vorhandenen Radwegen nicht möglich. Auf der Leipziger Strasse zum Potsdamer Platz komme ich mir dagegen wie ein gehetztes Kaninchen vor, welches von Blechlawinen gejagt wird!


  • Das Rad wieder in den Keller zu bringen ist, glaube ich, der falsche Ansatz.

    Auch ich bin (wenn das Wetter gut ist) Radfahrer (Rennrad) und kenne die unsäglichen Radwege am Pdm.Platz. Dort müsste ich eigentlich jeden Tag rüber auf dem Weg zu meinem Büro.
    Allerdings umfahre ich den jetzt auf einer der vielen Nebenstraßen. Der Platz ist mir einfach zu unsicher. Die Luft ist an der Straße am Tiergarten oder Reichpietschufer auch besser (weniger Abgase!).

    Da ich ich als Radfahrer zu dem (fast) schwächsten Verkehrsteilnehmern zähle, muss ich persönlich sagen, gebe ich da lieber nach.
    Gegen ein Auto, Bus oder Lkw kann ich nicht gewinnen.

    Da ich aber für mich selbst Rad fahre, nicht für die Umwelt oder so was irreales, lasse ich mir das nicht vermiesen.

    Ein Auge auf meine Sicherheit habe ich aber schon, was nicht heißt das jede Fußgängerampel die bei Autos durchaus Sinn macht diesen auch für Radfahrer ergibt.


  • Blödsinn, die Radfahrer benehmen sich dort “fast” wie Terroristen, indem sie in hoher Geschwindigkeit und möglichst noch in falscher Richtung über den Gehweg rasen und die Fußgänger gefährden. Schlimm genug, dass die meisten nicht einmal die einfachsten Verkehrsregeln kennen, noch schlimmer, dass sie dann immer glauben, als Radfahrer hätte man überall Vorfahrt


    • Hallo Petrus,

      wo geht mir wohl beinahe automatisch das Messer in der Tasche auf? Genau: Bei Äußerungen wie “die Radfahrer tun dies oder das”. Solche pauschalen Behauptungen sind in der Regel dadurch zustande gekommen, dass der Urheber Einzelfälle verallgemeinert. Mit Fakten muss so etwas nicht unterlegt sein, oder?


  • ich glaube, das problem ist hier auf beiden seiten zu suchen. als radfahren pißt mich das seltene vorhandensein vernünftiger radwege genauso an, wie in zweiter reihe parkende autos auf straßen eben ohne diese radwege. und nein, liebe autofahrer, 20cm abstand zum radfahrer sind nicht ausreichend!!! allerdings genieße ich als radfahrer auch die große freiheit, die mit einem so flexiblen verkehrsmittel in berlin einhergeht. da kann man mal schnell über den gehweg, die rote ampel getrost ignorieren – kommt ja nischt – oder falsch herum durch die einbahnstraße…
    als autofahrer wiederum entwickelte ich bereits vor jahren einen dezenten hass gegen kamikaze-radfahrer, der sich nur schwer zügeln läßt. natürlich zählt es nicht unbedingt zu meinen träumen, einen radfahrer auf der motorhaube sitzen zu haben. aber es wär doch auch schön, wenn sich besagte, besonders mutige radfahrer an geltende verkehrs- und vor allem vorfahrtsregeln halten würden (sofern diese ihnen überhaupt bekannt sind!!). man kann als autofahrer einfach nicht immer alles sehen!!! und jeder radfahrer sollte sich vergegenwärtigen, das er bei einem zusammenprall mit einem auto immer den kürzeren zieht – mag der autofahrer auch 100mal schuld sein – während das auto mit ein paar zu vernachlässigenden kratzern davon kommt…
    ein bischen gegenseitige rücksichtnahme und der latente versuch, sich in die lage des jeweils anderen hinein zu versetzen, wäre wohl mehr als wünschenswert…


    • @kathi, deine Aussage ist mir nicht ganz klar geworden.

      Oben schreibst Du, Du kürzt mit dem Rad über den Gehweg ab, ignorierst Einbahnstraßen und Ampeln.

      Weiter unten sprichst Du Dich für regelkonformes Verhalten aus.

      Man könnte meinen, die vielen Radfahrer jetzt im Sommer fahren den Winter über mit dem Auto. Als Radfahrer machen sie “bewusst” Fehler, als Autofahrer natürlich immer nur gaaaanz ohne Absicht – dafür aber kein Stück seltener. Besser wäre es, wenn alle sich an die Regeln hielten.


  • Falls es – ein Jahr später – noch jemanden interessieren würde…der Vorschlag Radverkehr in Einbahnstrassen in beiden Richtungen zuzulassen ist doch längst in Diskussion und wird hoffentlich auch bald zum Gesetz.

    Anderes Thema: Eine Gruppe ab 16 Radfahrer MUSS laut StVO auf der Fahrbahn zu zweit nebeneinander fahren. Ich habe das einmal gemacht und würde als Schl*mpe, B*tch, usw beschimpft. An der Ampel wollte den Autofahrer kurz die StVO erklären und musste von meinen 15 Mitfahrern vor Körperverletzung geschützt werden. Ergebnis: Seit 2 Jahren fahre ich IMMER auf den Radweg mit Gruppen, auch wenn die auf Bürgersteigebene liegen und die Leute – man unterhält sich ja gerne – zudritt neben einander den kompletten Rad+Fußweg einnehmen. Und das tut mir auch wirklich leid für die Fußgänger, die dabei gehindert sind.

Die Kommentare sind zur Zeit geschlossen.

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

Zufallsfotos

Kostenlos abonnieren

Unser RSS-Feed enthält alle neuen Artikel. Ihr könnt sie auch bequem als E-Mail abonnieren
fensterzumhof.eu gibt es jetzt auch in einer Smartphone-Version

Anzeige

Berliner Streetart

Berlin bei Nacht

Fassaden der Hauptstadt

Berliner Hinterhöfe

Andere Blogs


Wenn Sie auf dieser Seite verbleiben, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Anzeigen zu personalisieren. Informationen zu Ihrer Nutzung dieser Webseite werden an Werbepartner weitergegeben. Indem Sie weiter auf dieser Website navigieren, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie dieser Verwendung von Cookies zu.

Schließen