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“Thor Steina will hier keina”, Nazi-Graffiti auch nicht

Thor Steinar
Farbbomben, Plakate, und jetzt ein Info-Container: Von dem Klamottenladen Tromsö in der Petersburger Straße ist nicht mehr viel zu sehen. Die schwarzen Farbkleckse haben die Verkäufer des bei Rechtsextremen beliebten Thor Steinar-Labels noch übergepinselt und sich vor Demonstrationen eingeigelt.

Seit einigen Tagen machen jedoch Stellwände der Friedrichshainer Initiative gegen Rechts unübersehbar deutlich, worum es hier geht: Braune Mode hat in Berlin nichts verloren und ihre Freunde auch nicht. Falls die Räumungsklage gegen den Laden Bestand hat, könnte der Spuk Ende des Jahres vorbei sein.

Leider gibt es in der Stadt auch weniger auffällige Stellen, wo Rechte Spuren hinterlassen. Zum Beispiel einige hundert Meter weiter am alten Schlachthof an der Landsberger Allee. Dort prankt ein Graffito, das an einen Stahlhelm erinnert, daneben ein Hakenkreuz.

Nazi-Graffiti (?) am Alten Schlachthof in Prenzlauer Berg - Foto: Anne Onken

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39 Kommentare zu ““Thor Steina will hier keina”, Nazi-Graffiti auch nicht”



  • Alte Laier, altes Thema. Kommt doch mal mit was wirklich neuem.

    Nicht jeder der dort Klamotten kauft ist Nazi. Manche Sachen sind einfach gut.
    Sie wissen auch das dieses Unternehmen jetzt in arabischer Hand (Dubai) ist? Also eigentlich “Multikulti”.

    Was allerdings wieder mal auffällt ist das einige Leute anderen vorschreiben wollen was und wo die kaufen sollen.
    Früher standen auch auf bestimmten Läden Schilder mit Hinweisen das man dort nicht kaufen soll…

    Der angebliche Stahlhelm ist in Wirklichkeit ein klassischer chinesischer Hut wie oft vom “großen Vorsitzenden” getragen.


  • @Robert

    Ich würde auch bei Thor Steina einkaufen, wenn ich mich den neuen Nazis verbunden fühlen würde…. tu ich aber nicht. Deshalb wird dort nicht eingekauft, egal wie gut oder schlecht die Klamotten dort sind. Es gibt auch arabische Antisemiten, die den Judenhaß mit den Nazis teilen. Deshalb wundert es mich nicht, daß das nun ein arabisches Unternehmen ist. Der ‘angebliche’ Stahlhelm ist übrigens kein Hut. Das ist ein Helm aus Stahl, ist also doch ein Stahlhelm. Für gewöhnlich trägt man so etwas in kriegerischen Auseinandersetzungen…. Sie verstehen, was ich meine???


    • Man muss ja nicht dort einkaufen- soll jeder machen wie er will, dieses Thema um dieses Label gab ja nun schon zum abwinken hier- aber wo sie auf diesem Grafiti die Sicherheit hernehmen das dies ein Stahlhelm sein soll?

      Es sei denn Sie haben es gemalt?

      Vielleicht weil die Tür, auf der es gemalt ist, aus Stahl ist?

      Ich hätte jetzt auf den ersten Blick auf einen Strohhut getippt. Oder son Tropenhut.

      Warum allerdings die Sprayer/Schmierer … so gerne Hakenkreuze malen? Vielleicht weil die einfach sind.


      • Es gibt nicht wenige Leute, die in diesem Geschäft nur deshalb einkaufen, weil sie ihre antisemitische Haltung betonen wollen. Ich finde, daß jeder, der dort einkauft, sich mit diesen Leuten auf dieselbe Stufe stellt. Wie ich hörte, ist es in einigen Bundesländern neuerdings ‘Mode’, sich öffentlich zu den Nazis zu bekennen. Aber was soll’s. Soll doch jeder selbst entscheiden, ob er sich mit der NS-Ideologie (und damit mit dem Verbrechen der Nazis im 3.Reich) identifiziert…

        Sie glauben also, daß die Sprayer die Hakenkreuze nur deshalb malen, weil sie so einfach zu malen sind. Hmmm, das ist gut möglich. Der Kopf ist höchstwahrscheinlich leer, sonst könnte man bestimmt mehr als paar ‘Kreuzchen’ malen. Und für die Ideologie der Nazis wäre man auch nicht so leicht empfänglich. Was das Bild mit dem Hut angeht: es wirkt auf mich sehr kalt. Mit Sonnenschein und tropischer Hitze kann ich die Farbe Blau beim besten Willen nicht assoziieren.


      • @xyz: stimmt, das mit dem Stahlhelm ist tatsächlich vage, aber durch das Hakenkreuz in der Nähe fragwürdig. Doch rechte Graffiti sind in Berlin leider ein Fakt. Mir sind in Marzahn welche begegnet, die so eindeutig waren, dass ich sie nicht abbilden möchte – und das waren keine Hakenkreuze.


  • unglaublich wieviel muell dieses blog verzapft – auch immer wieder zu diesem thema. das ist absoluter duennpfiff – entschuldige, wenn ich das so sage. die einzige frage, die ich mir dabei immer wieder stelle ist, ob dafür literarische verzweiflung sich irgendwas aus den fingern saugen zu müssen, oder bewusstes verdrehen von verhältnismässigkeiten dahinter steckt.
    wie kommst du bitte darauf, das diesen Hakenkreuz nur in irgendeinem zusammenhang mit dem charakter daneben steht, der im übrigen natürlich keinen blauen stahlhelm auf dem kopf hat. wobei blaue stahlhelme, zumindest soweit es mir bekannt ist, nur von der uno getragen wurden und werden, nicht von der wehrmacht.
    und das latenter rechtsradikalismus bzw. feindlichkeit gegenüber fremden überall auf der welt zuhause iss, ist nun wahrlich keine große nachricht – andernfalls existierte ja auch nicht der angesprochene laden.
    vor allem, was sind die konsequenzen, die du hier forderst? was willst du sagen oder noch besser: was hast du zu sagen? ich persönlich glaube gar nix…
    wenn dich das hakenkreuz da so stört, nimm nen eimer farbe in die hand, oder kauf einen – der baumarkt ist gleich um die ecke – und _dein_ problem ist gelöst.


    • @egal: Danke für die Blumen! Was den “Stahlhelm-Charakter” angeht, geb ich dir Recht – das muss nicht unbedingt in Zusammenhang mit dem Hakenkreuz stehen. Ich hoffe nur, dass dir als bekennendem Skeptiker (“ich glaube gar nix”) nicht alles egal ist. Das wäre schade!

    • Ganz egal ist es auch wieder nicht


      Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit der Nazis würde ich nicht unbedingt als ‘latent’ bezeichnen. Wenn man das tut, erweckt man den Eindruck, als würde man das Problem mit den Rechtsradikalen und Neonazis herunterspielen. Schon aufgrund der schwer vorbelasteten deutschen Geschichte wäre es wünschenswert, daß die Zeichen und Symbole des Hitler-Regimes nicht überall und ungestört zu sehen sind. Das Problem Rechtsradikalismus ist leider nicht mit dem Übermalen von Hakenkreuzen und Bildern, die mich an einen Soldaten erinnern, gelöst. Dieses Problem ist erst dann gelöst, wenn Rechtsextremismus und Faschismus auf deutschem Boden keinen Platz mehr finden. Der letzte Satz gilt ganz besonders für unsere neuen Bundesländer….


  • @Robert
    Hier will keiner irgendwem vorschreiben, welche Klamotten er wo kaufen soll. Wer sich für TS-Klamotten interessiert, kann sich diese auch auf diversen Seiten im Netz besorgen, und nicht nur die, sondern noch viel eindeutigere Sachen. Nichtsdestotrotz positioniert man sich mit diesen Klamotten in eine bestimmte Richtung. Oder hat schon mal jemand einen mit nem Iro und bestickter Jeansjacke gesehen, der behauptet, er sei Hiphopper? Klamotten machen Aussagen und sind konnotiert, in jedem Alter, in jeder Stilrichtung.


  • ziemlich einfache denke, rednalexa.
    ich kenne punkig aussehende leute, die keine punks sind, sondern das gegenteil (spießer, um bei den üblichen schubladen zu bleiben).
    thor steinar-träger kenne ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass manche das nur wegen ihres persönlichen geschmacks anziehen, und nicht weil sie menschenverachtendes gedankengut hegen.
    kleidung tragen ist kein verbrechen, sofern keine menschenverachtenden sprüche drauf gedruckt sind. es kommt drauf an wie man sich verhält, nicht was man trägt.
    mit “kleider machen leute” machen es sich einfache geister hübsch einfach. allgemein jetzt, nicht allein bezüglich ts.
    schlimm genug, dass innerhalb der jugend dieser marken- bzw. stylewahn herrscht, und wer nicht mitzieht, gilt als “unästhetisch” oder schlicht langweilig. gucken sie sich um an den von jungen leuten bevölkerten orten, einkaufszentren zb, 75% sehen stylemäßig absolut gleich aus.

    klar, die optik, und eben auch die kleidung, ist das erste was man sieht, der erste eindruck. muss man sich jedoch davon gleich abschrecken lassen? schublade auf, rein, und gut ist?
    hat man ja zb auch bei vorstellungsgesprächen. der inhalt des gesprächs und das auftreten zählen zusammen nicht annähernd so viel wie der erste eindruck.
    und wir alle akzeptieren das so und machen es ebenso mit dem (vor-)verurteilen von menschen, die wir sehen/kennen lernen, nur weil “das eben so ist”.
    tja, wenn niemand mal was ändert, wird das auch immer so bleiben.
    schubladisierung und klischee-sucht, ungefähr das, was von den ts-trägern (vermeintlich, gemäß dem standardbild ts-träger=nazi) extremistischerweise auf die spitze getrieben wird. vielleicht mal drüber nachdenken.
    will nun gar nicht so weit ausholen.
    finden sie, ein ts-tragender nazi wird zum besseren menschen, wenn er nicht mehr ts trägt? ich denke nicht.
    warum also die aufregung um seine kleidung?

    und farbbeutelattacken sind eh daneben, egal welcher laden.
    einem gebäude kann man (ebensowenig wie kleidungsstücken ;-) ) keine gesinnung austreiben oder versuchen auszutreiben, weil es keine hat.


    • Mensch Bisc, Sie geben die massenpsychologisch fundierte Erklärung für das von Ihnen so kritisierte Verhalten ja gleich selbst: 75% der Jugendlichen im Einkaufszentrum sehen gleich aus, weil sie irgendwo und irgendwie dazugehören wollen und sich zu diesem Zweck einer bereits eingeführten Symbolik bedienen. Und glauben Sie allen Ernstes, dass das später als Erwachsener anders ist? Ich fragte Sie ja nicht nach Spießern, sondern nach Gruppenzugehörigkeit und deren Manifestation nach außen.

      Nee, lassen Sie mal gut sein. Die Frage, ob ein TS-tragender Nazi ein schlechterer Mensch sei, schenk ich Ihnen, das ist nämlich gar nicht das Thema. Es ist ja Ihr gutes Recht, Sinn und Absicht von Bekleidungscodes zu hinterfragen oder auch abzulehnen (womit Sie auch sehr Recht haben). Wenn Sie aber ein solches Verhalten kleinen Geistern zuschreiben, dann haben Sie den Nagel – ungewollt – auf den Kopf getroffen. Kleine Geister halten sich sehr gern an Äußerlichkeiten wie Klamotten, Accessoires und Gesten, um sich zu identifizieren – weil es ihrem einfachen, oft schwarz-weiß-orientierten Weltbild entgegenkommt. Insofern erklären Sie mit Ihrer Kritik die augenfällige Häufung von TS-Klamotten bei Demos von Rechts.

      Auch wenn es Menschen geben soll, die TS nur des ästhetischen Empfindens wegen anziehen – wenn man zum Erwerb dieser Ware mit einer durch Farbbeutel verzierten Außenwand konfrontiert wird, fangen auch kleine Geister nachzuhaken, warum denn eigentlich gerade dieser Laden damit verziert ist und fast alle anderen Läden nicht. Eine eventuelle Unwissenheit kann ich leider nicht gelten lassen, dafür ist der Wirbel um TS viel zu groß.


      • “wenn man zum Erwerb dieser Ware mit einer durch Farbbeutel verzierten Außenwand konfrontiert wird, fangen auch kleine Geister nachzuhaken, warum denn eigentlich gerade dieser Laden damit verziert ist und fast alle anderen Läden nicht.”

        und jetzt kommt die preisfrage:
        werden denn etwa nur nazi(klamotten)läden mit farbe verziert/ entglast? (staun!)
        na, dann ist ja alles klar :-)
        ich geh nicht mehr ins ring center, das verkauft ja bestimmt naziklamotten. und der bioladen um die ecke verkauft bestimmt braunes obst!
        im carloft wohnen nazis, im bundesfinanzministerium hocken auch überall nazis…

        einfach gestrickte logik, und unfreiwillig komisch :-)


        • Oh, eine gehaltvolle, sachliche Antwort. Können Sie auch mehr als eine platte Retourkutsche? Es geht hier um die Käufer der Klamottenmarke TS und nicht um Carlofts, BMF und fauliges Obst. Bei reiner Polemik Ihrerseits muss ich leider davon ausgehen, dass Ihnen die Argumente ausgegangen sind.

          Schönen Abend noch!


  • @Robert:
    1.) Dein Hinweis auf die Umtriebe im Dritten Reich Jüdische Geschäfte zu boykottieren ist äußerst perfide. Hier geht es um Geschäfte, die Dinge verkaufen, die – mit einem neudeutschen Wort beschrieben – eine Art coporate Identity herstellen sollen, also: ich bin Rechtsgewirkt also muß ich mich, um bei Sinnesgenossen kenntlich zu machen, auch deren Kleidung kaufen.

    2.) Dein Hinweis auf den arabischstämmigen Inhaber (juristische oder natürliche Person) zeugt auch nicht gerade von historischem Verständnis. Zur Erinnerung: der arabische Antisemitismus fußt insbesondere auf das Machwerk des zaristischen (!) Geheimdienstes “Die Weisen von Zion”. Auch wenn das Werk vom Anfang des 20-ten Jahrhunderts stammt, erfreut es sich auch heute noch an einer glühenden Anhängerschaft in Teilen der arabischen Welt.


  • @lupussilvae

    zu 1.) genau so ist es aber.
    wenn sich leute, die solche klamotten tragen, dadurch auf eine stufe mit nazis (fremdenfeindlichkeit, gewalt etc.) stellen, dann stellen sich leute, die scheiben einwerfen, dinge anzünden, “fuck dies” und “kauf nicht bei jenem” brüllen, genauso auf eine stufe mit ihnen!


  • @bisc:
    Es geht hier um eine relativierende Einstellung die höchst bedenklich ist. Und Du bist nicht frei davon. Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Brauner Mist ist brauner Mist, auch wenn er sich nur durch Symbolik manifestiert und man muß darauf aufmerksam machen.

    Boykott an sich gesehen ist nämlich ein legitimes Mittel einer wehrhaften Demokratie um zu zeigen, dass man mit dem Verhalten bzw. dem Output einzelner Personen oder Gruppen nicht einverstanden ist.


    • mal langsam, lupus silvae. ich glaube, du verstehst was nicht. vielleicht magst du nochmal meinen kommentar weiter oben (replik auf rednaxela) lesen.

      und dann hätte ich an dich einige fragen.
      die erste, aus unkenntnis über ts-klamotten, lautet: welche symbole zeigen diese kleidungsstücke in der regel? gibt es auch klamotten mit aufgedruckten fremdenfeindlichen parolen, mit hakenkreuzen?
      wenn einer sowas trägt, liegt es natürlich mehr als nahe, wie er drauf ist. drum würd ich gern wissen, was die aufdrucke dieser klamotten so zeigen, und ob das wirklich jeder zweifellos und mit absoluter sicherheit dem rechten milieu zuordnen kann, bevor wir weiter diskutieren.

      zweitens – meinst du nicht, dass man äpfel und birnen schon vergleichen kann, sofern beide früchte faul und wurmzerfressen sind? sieh mal, faschismus kann in mehr farben als nur braun daherkommen, er hat viele gesichter, das macht ihn gefährlich. gerade weil einzig braun ein alarmsignal bei otto normal auslöst, während er gegenüber faschismus anderer couleur meist blind ist.

      will heißen, ist es nicht eigentlich ziemlich schnuppe, aus welchem grund jemand andere menschen diffamiert, oder gewalt anwendet (außer notwehr)? sind nicht gewalt und fremdenfeindlichkeit GRUNDSÄTZLICH abzulehnen, ob sie nun aus braunen, roten oder schwarzgelb karierten motiven heraus entstehen? und kann man das bloße tragen eines kleidungsstücks (ohne eindeutige menschenfeindliche botschaft) wirklich gleichsetzen mit aktiver gewalt?
      ich weiß ehrlichgesagt nicht, wo da relativiert wird, wenn man vor einseitigkeit oder falschen schlüssen warnt. es geht nicht drum, die augen nur nach rechts oder nur nach links hin offen zu halten, man muss grundsätzlich in alle richtungen schauen, und zwar sehr genau. xenophobie ist weiter verbreitet als man glauben mag, nur wird sie beim größten teil übersehen/ nicht für voll genommen, weil es nicht ins “typisch rechte” schema passt.
      genauso geht es nicht um kleidung, sondern darum, was in den köpfen vor sich geht. faschistisches gedankengut bekommt man nicht aus den köpfen mit verbot oder boykott von marken. dies ist lediglich ein weg, die symptome zu bekämpfen. um unsere gesellschaft zu schützen, muss man aber die ursachen und wurzeln kennen und behandeln!

      und zu guter letzt, was ist für dich boykott? (bitte keine wiki-definition, sondern eigene worte)
      für mich ist das nur, etwas beabsichtigt nicht kaufen, nicht besuchen. vandalismus (schmierereien, farbbeutel, steine) gehört für mich nicht dazu, und ganz sicher auch nicht zu den “legitimen demokratischen mitteln”.
      was sind für dich eigentlich leute, die zerstören, anzünden, die bestimmte menschengruppen bewusst diffamieren und aus “ihrem” kiez vertreiben wollen?
      aufrechte demokraten, revolutionäre, helden, weil sie ja kein thor steinar tragen und statt juden und nicht-deutschen eben andere menschen offen anfeinden?

      nee, hier wurden keine äpfel und birnen verglichen. es ist ideologisch betrachtet alles so ziemlich derselbe brei, nur die ausprägungen variieren.

      gruß


      • Was möchte uns ‘bisc’ mit diesem Text bloß mitteilen??? Daß die Neo-Nazis doch nicht soooo schlimm sind, wie wir dachten, weil es noch viel schlimmere politische ‘Richtungen’ gibt? Und was meint er/sie mit ‘faschismus anderer couleur’? Ist ‘Faschismus’ denn kein Sammelbegriff für alle antileberalen, rechtsgerichteten, totalitären Ideologien? Ist Nationalsozialismus kein ‘Paradebeispiel’ für eine faschistische Diktatur?
        Wenn man wirklich gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit ist, dann sollte man gefälligst vermeiden, die neuen Nazis mit ihren unverkennbaren Labels/Marken/Zeichen zu verhamlosen. Vandalismus, Schmierereien etc. zählen zwar nicht zu den ‘legitimen demokratischen mitteln’. Vergliechen mit den Taten der Neo-Nazis sind das aber die kleineren Übel, weil hier keine Menschen verletzt oder gar getötet werden. Wenn ich Ihren Text so lese, dann muß ich leider denken, daß ‘bisc’ ein guter (und smarter) Verteidiger der Neo-Nazis ist (tut mir Leid, aber diesen Anschein erwecken Sie tatsächlich!).


        • ich weiß nun nicht, wie ich sie ansprechen soll, da sie keinen nick angegeben haben.
          na, sie halt, der mich einen nazi-verteidiger nennt. es muss ihnen nicht leid tun. sie haben nur einfach überhaupt nichts verstanden. was mich ehrlich gesagt wundert, denn ich hab ja nun nicht chinesisch rückwärts oder so geschrieben…

          sie könnten ja mal mittels zitaten näher eingehen auf meinen kommentar (so wie ich es im folgenden mit ihrem tun werde), und was genau daran faschismus legitimiert oder dergleichen. verstehe ich nämlich ehrlich gesagt kein bisschen, im grunde hielt ich es zuerst für einen scherz.

          sie schrieben zb:
          “Daß die Neo-Nazis doch nicht soooo schlimm sind, wie wir dachten, weil es noch viel schlimmere politische ‘Richtungen’ gibt?”

          ich frage: wo genau lesen sie das in meinem kommentar? interessiert mich wirklich!

          “Ist ‘Faschismus’ denn kein Sammelbegriff für alle antileberalen, rechtsgerichteten, totalitären Ideologien?”

          ja eben! und es gibt deutlich mehr wege, menschen zu diffamieren, als das, was wir vom üblichen nazi kennen. faschismus ist IMMER schlimm, egal in welcher form! mein kommentar will darauf hinweisen, dass bestimmte formen von faschismus in der regel nicht erkannt werden. oder nicht ernst genommen. oder verharmlost. ich finde es zb sehr faschistisch, was ich aus manch linksextremer ecke gegen sog. “yuppies” oder “reiche” höre. ich schreibe bewusst linksextrem, und nicht links, denn das ist für mich nicht gleichzusetzen. sagt ihnen linksfaschismus etwas? ja, den gibt es, mein/e liebe/r, leider wird er nur immer wieder verharmlost, weil seine gewaltexzesse sich (noch) “nur” gegen dinge und polizisten richten. in der denkweise gibt es jedoch fast keine unterschiede mehr – gewisse menschengruppen sind für solche leute ebenfalls weniger wert als andere, und sie nehmen da kein blatt vor den mund!

          “dann sollte man gefälligst vermeiden, die neuen Nazis mit ihren unverkennbaren Labels/Marken/Zeichen zu verharmlosen”

          ja, dann klären sie mich doch auf! was ist denn da unverwechselbares drauf auf den klamotten, das eindeutig andere menschen herabwürdigt? ich schrieb oben, dass ich mich da nicht auskenne (tut mir leid, bin kein modefreak), und stelle mir nun immer hakenkreuze, hitlergrüße und sonstigen schwachsinn auf den ts-shirts vor. ist es so? und wenn nicht, woran macht man es dann fest, dass der träger rechts ist, solange er friedlich ist? sorry, aber ich empfinde es als verharmlosung von gewalt allgemein, wenn diese für weniger aufregung sorgt als ein kleidungsstück. jemand zündet ein haus an, in dem menschen leben? nicht schlimm, denn er trug ja nicht ts. ne alte frau wird auf der straße zusammengeschlagen? schade für sie, aber wir müssen uns dem kampf gegen rechts widmen. so in etwa kommt mir diese einseitige diskussion immer vor.
          wann begreifen die leute endlich, dass etwas gegen JEGLICHE gewalt unternommen werden muss? ja, wir müssen entschlossen gegen nazis kämpfen, weil wir gegen jegliche fremdenfeindlichkeit und gewalt kämpfen müssen! und das beginnt zu allererst mit aufklärung. also, wann werden aus den anti-rechte-gewalt-demos endlich reine anti-gewalt demos? alles andere ist zu wenig, wenn nicht gar heuchelei…

          “Vergliechen mit den Taten der Neo-Nazis sind das aber die kleineren Übel”

          ich verachte gewalt in jeder form, ob gegen friedliche demonstranten, polizisten, den kleinen mann auf der straße, kinder, tiere oder gegenstände. sehr nazihaft, ich weiß :-)
          vor allem, ich vergleiche nicht! was bringt es denn, zu vergleichen? doch nur, wenn man wählen muss zwischen “größerem und kleinerem übel”. ich will aber nicht zwischen gewalt gegen menschen und gewalt gegen dinge wählen – ich möchte keines von beiden!
          mittlerweile schließt der linksfaschismus aber allmählich auf. es werden gezielt polizisten verletzt (aber das darf man ja, repräsentiert ja den bööösen staat!), und gewisse menschengruppen werden gezielt diffamiert, herabgewürdigt und terrorisiert. dass das ausmaß ein anderes ist als bei rechts, ist unbestritten. aber mir reicht das jetzige ausmaß bereits. hier endet meine toleranz, sie endet bei gewalt gegen dinge, und es versteht sich von selbst, dass noch schlimmerem kein fuß breit gewährt werden darf.

          warum einigen wir uns nicht einfach drauf, gegen extremismus zu sein? diese ganze rechts-links-mitte-geschichte verwässert nur unnötig, worum es im kern gehen sollte.
          und solange das nicht ankommt in den köpfen, ist diese debatte eigentlich fruchtlos.

          in der hoffnung, dass sie mich jetzt besser verstehen,
          grüßt

          bisc


  • Also, für mich sieht das Graffiti wohl eindeutig nach einem englischen Bobby aus.

    Die Swastika hat bestimmt jemand anderes hinterlassen.

    Ansonsten teile ich die Ansicht, dass jemand, der Thor Steinar Klamotten kauft, auch rechts “denkt”.

    Und wenn man sich mit den Trägern dieser Mode unterhält, ohne diese direkt anzupflaumen, bekommt man das auch zu 100% bestätigt.


  • Einfach klasse wie Intolerant doch die angeblich so TOLERANTEN Leute sind. Darf man jetzt nicht mehr beim Türken kaufen, weil seine Vorfahren einen Völkermord begangen haben?
    Das veblödete Nazipack und das linke Gewaltpack (nebst ihren ideologisch unterbelichteten möchtegern “Freiheitskämpfer”) können sich die Hand geben!


    • Falsch! Erstens ist der sogenannte ‘armenisches Völkermord’ ein völlig anderes Thema. Zweitens führt dieses Thema selbst bei den Historikern zu einem ‘Streit’, weil sie sich nicht ganz einig darüber sind, was sich vor 100 Jahren tatsächlich ereignet hat (ist jedes Kriegsverbrechen ein Völkermord?) und drittens versuchen Sie uns anscheinend mitzuteilen, daß die Neo-Nazis ganz normale Leute sind wie Sie und ich. Nein, nicht alle Deutsche sind Nazis, weil einige ihrer Ahnen (nicht alle!) im 3.Reich wegen dem unglaublichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschuldigt werden.
      Die beiden rechten und linken ‘Packs’ können sich eben nicht die Hände schütteln. Die Nazis mit ihren anti-demokratischen, anti-menschlichen und total faschistischen Ideen können nicht mit irgendwelchen Randalierern auf der selben Stufe stehen!


  • Wenn das so weiter geht, verbieten uns die autonomen Kiezterroristen bald, Adidas Klamotten zu tragen, weil Adolf Dassler bekennendes NSDAP Mitglied war.
    Beim Thema Intoleranz stehen die sogenannten Antifaschisten mit den Nazis auf einer Stufe. Vor dem Auto eines vor 5 Jahren aus Südamerika zugereisten Freundes haben diese Typen auch nicht halt gemacht, weil es eine im Kiez nicht erwünschte Marke war. Nicht mal der Kindersitz auf der Rückbank hat die abgeschreckt, Feuer zu legen. Einfach krank!


    • Der Adidas Modestil ist kein Erkennungszeichen der linken Szene. Beim Thema Intoleranz stehen die sogenannten Antifaschisten mit den Nazis vielleicht auf einer Stufe, aber beim Thema Fremdenfeindlichkeit, Menschenfeindlichkeit und Dummheit jedoch nicht!


      • Wir sprechen über Typen, die unter dem Deckmantel “Antifa” eigentlich hauptsächlich damit beschäftigt zu sind, in “ihrem” Kiez Zugereiste/Fremde zu vertreiben, weil sie anders sind (vielleicht einen Anzug tragen, BMW fahren, oder aus Baden-Württemberg stammen) und nicht ins eigene Weltbild passen. Wir sprechen über Typen, die bei diesen Aktionen keinen Unterschied zwischen einem vermutlichen Fremden aus München und einem aus Südamerika machen, Typen die das Eigentum dieser Menschen in Brand setzen und damit bewusst auch das Risiko von Todesopfern eingehen (wie schnell können Flammen eines brennenden PKW auf eine darüber liegende Wohnung übergreifen).
        Also wenn all das nicht Fremdenfeindlichkeit, Menschenfeindlichkeit und Dummheit sein soll, weiß ich auch nicht.
        Dumm ist in meinen Augen, wenn man versucht, die Dummheit von Rechts- und Linksextremisten zu vergleichen. Kein normal denkender Mensch käme auf die Idee, die Gefährlichkeit von Pest und Cholera gegeneinander aufzuwiegen.


      • Den Adidas-Hinweis hast du nicht ganz verstanden: es geht nicht darum, ob es Erkennungszeichen irgendeiner Szene ist. Es geht darum, dass sich sogenannte Atifaschisten anmaßen zu Entscheiden, welche Klamottenmarken tragbar sind und welche nicht. Wenn dem nicht Einhalt geboten wird, werden von diesen Typen demnächst Läden mit Adidas Klamotten wegen der Vergangenheit des Firmengründers Adolf Dassler attackiert. Am Ende müssen wir noch bei der “Antifa” anfragen, was wir tragen dürfen und was nicht.


  • @nanana

    “aber beim Thema Fremdenfeindlichkeit, Menschenfeindlichkeit und Dummheit jedoch nicht!”

    seh ich etwas anders. zuerst mal, was ist denn intoleranz anderes als fremdenfeindlichkeit? jemand/ etwas passt nicht in die norm oder ein bestimmtes bild, es ist fremd, und weil man damit nicht klar kommt, feindet man es an. dabei ist egal, worum es geht, ob andere nationalität, anderer lebensstil, andere liebesform, andere meinung. fremdenfeindlichkeit beginnt im kopf, und sie lauert überall in der gesellschaft.
    verschieden sind die arten, diese fremdenfeindlichkeit auszudrücken.
    manche behalten sie für sich, nach dem motto “gedanken sind frei”, und behandeln trotzdem alle menschen mit dem gleichen respekt. andere drücken ihre intoleranz verbal oder schriftlich (sehr häufige form: im netz, schön anonym) aus, das reicht von einfacher lästerei bishin zu groben diffamierungen und flüchen.
    und dann gibt es diejenigen, die aggressiv und gewalttätig werden. das ist schlimm, und dagegen muss vorgegangen werden. gegen die facetten der fremdenfeindlichkeit aber muss man schon sehr früh zeichen setzen, damit sie im kopf gar nicht erst so massiv entstehen kann.

    warum reden wir nun wieder über rechts-links? ich weiß es nicht. für mich ist es ziemlich egal, aus welchem motiv irgendwo jemand oder etwas zu schaden gebracht wird. gewalt ist immer scheiße.
    es nützt mir nichts, die zahlen rechts- und linksmotivierter gewaltdelikte zu vergleichen (was ist eigentlich mit all denen, die weder zum einen noch zum anderen zählen? ich meine, wir brauchen ja unsere kategorien, nicht wahr? ist busfahrerverprügeln also mehr rechts oder mehr links? schwierig, die zuordnung. dann ignorieren wir’s am besten… ;-) sarkasmus off).

    es stehen für mich all diejenigen auf derselben stufe, die andere menschen diffamieren oder tätlich angreifen.
    (ausgenommen: notwehr, zivilcourage)
    und es stehen für mich die auf derselben stufe, die irgendwo randalieren, ob mit politischem motiv oder ohne.
    zwischen beiden stufen kann, aber möchte ich nicht gewichten, weil ich beides individuell für sich ablehne.

    das soll es zum thema stufen gewesen sein.


  • es wäre ganz gut, wenn sie sich alle mal irgendwelche nicks geben würden, damit ich die ganzen “@biscs” auseinanderhalten kann. wenigstens mit nummern 1-3 dahinter, falls sie nicht immer derselbe sein sollten.

    also, zu dem netten menschen, der sich um 22.52 ärgerte über meine replik (“platte polemik”):
    ich habe weiter unten (vielleicht mal scrollen) ausführlich stellung genommen. vielleicht mal bisschen lesen.
    zu ihrem letzten absatz fiel mir allerdings nichts anderes ein als sarkastisch zu werden. vor allem, da sie jetzt sagen, es gehe hier nicht um andere mit farbbeuteln beworfene objekte. geht es aber wohl. mit ihrer these
    –>”fangen auch kleine Geister nachzuhaken, warum denn eigentlich gerade dieser Laden damit verziert ist ”
    lassen sie es, wenn auch unbeabsicht, so aussehen, als gingen sie davon aus, nur geschäfte, die mit rechts zu tun haben, würden angegriffen, sodass man sich gedanken machen könnte, nur um am ende zum einzig richtigen schluss zu kommen, warum dieser laden angegriffen wurde.
    ist aber nicht der fall! drum nannte ich als beispiel geschäfte (ring center, bioladen), die in derselben nacht und gegend angegriffen wurden wie die discothek “jeton” (vermeintlicher nazi-treff), sowie das am ersten mai verzierte finanzministerium und das regelmäßig verzierte carloft.
    ich denke, ich brauche nicht mehr aufzählen. es werden eben nicht nur ts-läden angegriffen, sodass es ein leichtes wäre, aus farbverzierten fassaden schlüsse zu ziehen…
    herrje, muss ich eigentlich jeden kommentar so eindeutig erläutern?

    meine meinung zu farb- und anderen anschlägen bleibt ohnehin dieselbe. boykott und transparente tun es auch.
    lesen sie (und andere, die mir jetzt wieder irgendwas unterstellen möchten) doch nun erstmal meine positionen weiter oben, bevor der nächste beißreflex kommt.


    • der bioladen in der nacht, als jeton angegriffen wurde oder z.b. das ökohausprojekt im blankensteinpark sind doch eigentlich nur beweis dafür, dass es nie um antifaschismus oder politik geht. wir haben es mit szenekids zu tun, die aus abenteuerlust randalieren und alles angreifen, was nicht in ihr kleinkariertes autonomes weltbild passt. “antifa” ist nur ein deckmantel, um sich vor dem hass der breiten gesellschaft zu schützen. ein paar jahre knast für hirnlose krawallkids zu fordern, wäre gesellschaftlich akzeptiert. fordert man sowas für einen “antifaschisten”, ist man ein reaktionärer rechter. eine “antifaschistische demo” lässt sich auch schwieriger verbieten als eine “brandsätze auf bullen – aktion”. das wissen diese kids und deswegen verstecken die sich hinter “antifa” genau wie sich die braunen brüder als gut bürgerliche nachbarn zu tarnen versuchen.


    • Hier ist wieder der nette Mensch, der Ihnen um 22.52 platte Polemik vorgeworfen hat.

      Ich habe nirgends geschrieben, dass nur “rechte” Läden verziert werden. Ich habe lediglich geschrieben, dass Verzierungen Aufmerksamkeit bewirken. Das, was Sie vermutlich darunter verstehen (und das habe ich dank Ihres ausführlichen Kommentars nun auch verstanden), ist Ihre Interpretation, mehr nicht. Ich bezog mich in meinen Postings auf diesen einen ganz konkreten Fall von TS-Klamotten, der entsprechenden Klientel und der Möglichkeit, auf Grund einfachen Schlussfolgerns (Laden mit TS-Klamotten -> verziert, Laden ohne TS-Klamotten -> nicht verziert, Staun!) zum Nachdenken angeregt zu werden. Darum gibt es keinen rationalen Grund, mit Ringcenter, Bioläden und Finanzministerium anzufangen. Verstehen Sie das?

      Machen Sie nicht dauernd ein neues Fass auf, sondern gehen Sie erst einmal auf die bereits geöffneten Fässer ein.


  • ‘es wäre ganz gut, wenn sie sich alle mal irgendwelche nicks geben würden, damit ich die ganzen @biscs auseinanderhalten kann.’
    Sie haben recht :-)
    Ich mach’s wieder gut. Die folgenden Überschriften stammen alle aus meiner Feder:
    – Ganz egal ist es auch wieder nicht (4. Sep 2009,12:22)
    – @bisc (7. Sep 2009,12:05)
    – Falsch, Ronin (7. Sep 2009,12:03)
    – Nanana! (7. Sep 2009,12:09)
    Übrigens, meine Texte können Sie daran erkennen, daß ich immer so viele Fehler in sie einbaue. Außerdem erwische ich gelegentlich den falschen Artikel (da ich nicht von ‘Natur’ aus Deutsch bin)…

    Nun zu Ihrem Text…

    ‘…was genau daran faschismus legitimiert oder dergleichen. verstehe ich nämlich ehrlich gesagt kein bisschen…’
    Unser Thema hier ist die braune Ideologie. Anstatt sich mit diesem Thema zu befassen, führen Sie Beispiele von Gewalttaten auf, die aus einer anderen Ecke kommen (Linksextreme Gewalt, die verschiedenen Farben der Gewalt…). Da fragt man sich natürlich, was damit bezweckt werden soll. Man könnte durchaus denken, daß Sie damit die braunen Gewalttaten eventuell ?verharmlosen? wollen. Selbstverständlich ist jede Art von Gewalt abzulehnen. Das haben Sie in Ihrem letzten Kommentar auch unterstrichen. Aber es geht hier nicht um das Thema Linksfaschismus oder Gewalt gegen Polizisten. Wenn man sagt ‘Seht her, die extremen Linken sind nicht besser als die extremen Rechten’ mag man vielleicht recht haben, aber man lenkt dadurch vom Thema ab und verharmlost meiner Meinung das Übel, das aus der rechten Ecke kommt (auch wenn man das nicht bezwecken wollte).

    ‘…dann klären sie mich doch auf! was ist denn da unverwechselbares drauf auf den klamotten, das eindeutig andere menschen herabwürdigt?…’
    Die Klamotten von Thor Steina würdigen anders denkende Menschen oder Menschen mit bestimmten Eigenschaften nicht herab. Diese Marke bietet aber den Neo-Nazis die Möglichkeit, ihr braunes Gedankengut in der Öffentlichkeit zu zeigen (um sie gesellschaftsfähig zu machen). Durch die Verwendung von mehrdeutigen Symbolen wird die Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung gebannt. Im Internet finden Sie jede Menge Seiten, die diese Symbole näher erläutern, z.B. http://www.dvv-vhs.de/servlet/is/Entry.43738.Display/

    ‘…warum einigen wir uns nicht einfach drauf, gegen extremismus zu sein?…’
    Ich glaube, da sind wir uns schon einig. Das Thema ‘Thor Steina’ lenkt unsere Aufmerksamkeit jedoch auf die Neo-Nazis und nicht auf linksextreme Chaoten. Deshalb finde ich es themenmäßig nicht passend, wenn wir unter diesem Artikel die Straftaten der Linksextremen Gruppe näher erläutern.

    ‘…warum reden wir nun wieder über rechts-links? ich weiß es nicht. für mich ist es ziemlich egal, aus welchem motiv irgendwo jemand oder etwas zu schaden gebracht wird. gewalt ist immer scheiße…’
    Da haben Sie wohl recht, Gewalt ist immer doof. Aber wie gesagt, ‘Thor Steina’ hat mit Symbolen und Zeichen von Rechtsradikalen zu tun, deshalb reden wir hier über die Neo-Nazis. Die Gewalttaten der anderen extremen Gruppierungen (egal ob von links kommend oder religiös begrundet) werden dadurch aber nicht verharmlost (denke ich, oder?)…


    • “Unser Thema hier ist die braune Ideologie”
      Thema nicht richtig erfasst. Im Artikel geht es um vermeintliche Symbole einer Szene. Das wirft die Frage auf, wer das Recht hat, darüber zu entscheiden, welche Marken/Symbole akzeptiert sind und welche nicht. Wir leben in einem Rechtstaat, wo bestimmte Symbole richtigerweise gesetzlich verboten sind. Daneben maßt sich eine kleine Minderheit an, Geschmackspolizei zu spielen. Das hat etwas mit Toleranz zu tun. Darum geht es in den meisten Kommentaren.

      Um Angriffen vorzubeugen: Als in Südamerika geborener Berliner finde ich Nazis scheiße. TS find ich aus optischen Gründen uncool. Das kann man aber einfach durch nicht kaufen ausdrücken. Würde ich jemanden eine bestimmte Klamottenmarke verbieten wollen oder ihm nur wegen dieser einen Äußerlichkeit einen Stempel aufdrücken ohne ihn zu kennen, wäre ich auf der gleichen Stufe wie die intoleranten Rechten.
      Dabei geht es auch um die Frage, wie weit man sein eigenes Leben von Extremisten einschränken lässt: Wenn morgen alle Rechten weiße T-Shirts tragen und die autonomen dann das als Erkennungszeichen der rechten Szene deklarieren, wollen wir dann alle deswegen weiße T-Shirts aus unseren Kleiderschränken verbannen?


      • @Lucio
        Das Problem ist das Spiel mit verfassungsfeindlicher Symbolik. Die genutzte Symbolik sieht ähnlich aus, erinnert an Symbolik des 12jährigen Reiches, ist aber nicht verboten. Somit kann man seiner extremistischen Gesinnung im öffentlichen Raum Ausdruck verleihen, ohne dafür belangt werden zu können.

        Und zum Thema “Geschmackspolizei”: Die Polizei führt eine Liste mit Bekleidungsmarken, die bei Einsätzen in Zivil nicht getragen werden dürfen, weil sie eine gegen diesen Staat und diese Rechtsordnung gerichtete Gesinnung ausdrücken. Darunter befindet sich auch TS. Soviel zu Ihrer Frage, wer sich eigentlich das Recht herausnehmen darf, über die Akzeptanz von Symbolen und Bekleidung zu urteilen.

        Aus einem Tagesspiegel-Artikel, der über die Klage des Staates Norwegen gegen TS wegen Verwendung der norwegischen Flagge berichtet: ‘Thor Steinar ist, laut Aussage des Verfassungsschutzes Brandenburg, „ein identitätsstiftendes Erkennungszeichen“ für Rechtsextremisten. Vor drei Jahren war das Runen-Logo der Marke aufgrund der Ähnlichkeit mit Symbolen aus dem Nationalsozialismus in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Tschechien zeitweise verboten worden. Hunderte Textilien der Firma wurden beschlagnahmt. Daraufhin änderte Thor Steinar das Motiv.’


  • Was für ne sinnlose Debatte … und alles wegen ein paar Szenekindern und ihren Modetrends. Vor ein paar Jahren gabs von den Möchtegernrevolutionären auf die Mütze, wenn man Fred Perry getragen hat, heute dürfen wir plötzlich Norweger-Pullis nur noch ohne Flagge tragen … und was kommt morgen … sind dann vielleicht nur noch Unterhosen mit nem roten Stern erlaubt? Wer sich von so nem Kindergarten-Mode-Kram beeinflussen lässt, is selber schuld. Ich zieh an, was mir gefällt und nicht, was irgendwelche rechten oder linken Spinner für richtig halten.


    • Thor steinar wird von menschen mit einer eindeutigen gesinnung für ebensolche entworfen und vertrieben, es handelt sich nicht einfach um eine trendmarke sondern um ein eindeutiges statement, ganz im unterschied zu fred perry oder londsdale welche von menschen mit rechter gesinnung vereinnamt wurden , im gegenteil zu thor steinar haben sich die beiden anderen firmen durch aktionen und eindeutige kampagnen gegen dieses image gewehrt. soviel zum thema modetrends alles andere über thor steinar kann man ohne probleme recherchieren z.b. im Verfassungsschutzbericht Berlin – Brandenburg


  • Wieso ist es eigentlich ein Problem, wenn Faschos ihre kranke Gesinnung offen durch ihren Kleidungsstil zur Schau tragen? So sind die wenigstens für jeden deutlich zu erkennen und man kann Konsequenzen ziehen. Wer den Held spielen will, kann sie zur Rede stellen oder gleich mit Kloppe drohen und alle anderen wissen wenigstens, wem sie aus dem Weg zu gehen haben. So bleibt das Pack gut vom Rest der Welt unterscheidbar. Klamotten verbieten ist sowieso schwachsinn, weils dann morgen eben ne andere In-Marke gibt. Und wenn die Nazis dann mal alles durchprobiert haben, was man so im Alltag trägt, müssen wir alle nackt rumlaufen, um nicht mit denen verwechselt zu werden.


  • Also, da muss ich als Zeichner doch etwas lachen, wie kleinkariert und spiessig die linkshelden sind:
    mich erinnert der blaukopf doch eher an hunter s. thompson, ausserdem hat er ein herzchen auf seinem huetchen
    finde ich eher lustig und wenn man da gleich einen stahlhelm drin sieht, dann denke ich eher, wenn man verbittert nach feindbildern sucht: man wird sie stets finden!
    das hakenkreuz daneben wird auch schon mit zeichen darueber hinterfragt, wenn man schon mit der kamera rumlaeuft und hakenkreuzchen sammelt und sich darueber aufregt, kann man ja vielleicht auch gleich den pinsel oder die farbdose nehmen und es uebermalen? wurde hier bei den kommentaren auch schon vorgeschlagen.
    also auf, leute und fangt an zurueckzutaggen! beim hakenkreuze uebermalen wird es ja sogar kaum probleme mit den kobs geben!

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