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Archiv für das 'Rechtsextremismus'-tag

“Thor Steina will hier keina”, Nazi-Graffiti auch nicht

Thor Steinar
Farbbomben, Plakate, und jetzt ein Info-Container: Von dem Klamottenladen Tromsö in der Petersburger Straße ist nicht mehr viel zu sehen. Die schwarzen Farbkleckse haben die Verkäufer des bei Rechtsextremen beliebten Thor Steinar-Labels noch übergepinselt und sich vor Demonstrationen eingeigelt.

Seit einigen Tagen machen jedoch Stellwände der Friedrichshainer Initiative gegen Rechts unübersehbar deutlich, worum es hier geht: Braune Mode hat in Berlin nichts verloren und ihre Freunde auch nicht. Falls die Räumungsklage gegen den Laden Bestand hat, könnte der Spuk Ende des Jahres vorbei sein.

Leider gibt es in der Stadt auch weniger auffällige Stellen, wo Rechte Spuren hinterlassen. Zum Beispiel einige hundert Meter weiter am alten Schlachthof an der Landsberger Allee. Dort prankt ein Graffito, das an einen Stahlhelm erinnert, daneben ein Hakenkreuz.

Nazi-Graffiti (?) am Alten Schlachthof in Prenzlauer Berg - Foto: Anne Onken

Berlin brutal #12: Im Hitler-Look über die Landsberger Allee

In den meisten Bezirken Berlins ist es egal, wie man sich gibt, mit welchen Klamotten man herumläuft. Das fällt immer wieder Leuten auf, die vorher in vermeintlich chiceren Städten gewohnt haben. Mehr als befremdlich heute ein Fast-Zusammenstoß mit einem Hitler-Double in Friedrichshain – Frisur und Schnäuzer saßen nahezu perfekt. Der Kerl sah nicht aus, als wolle er zu einem Drehtermin, auf der Rückbank seines Autos lümmelte ein Typ in Armee-Outfit.

Intuitiv blieb ich stehen, obwohl die Fußgänger-Ampel grün zeigte. Starrte in den roten (!) Kleinwagen mit Brandenburger Kennzeichen. Der Mann am Steuer starrte zurück, gab dann aber Gas. Ich malte mir aus, Friseuse in einer brandenburgischen Kleinstadt zu sein: Da poltert dann ein Kerl herein, der “einmal wie Hitler” verlangt? Grotesk. Überhaupt: In welchem Umfeld bewegen sich solche Leute, welcher Arbeitgeber würde sie beschäftigen? Als Kundenberater? Wofür?

In Köln planten Rechtsextreme vor einigen Wochen einen Kongress, auf dem selbst rechte Spitzenpolitiker der aus dem europäischen Ausland teilnehmen sollten. Die Veranstaltung ist grandios gescheitert, unter anderem, weil sich die Taxi-Fahrer der Stadt weigerten, Teilnehmer zu befördern, Kneipiers kein Bier ausschenkten und und und. Sollte das nicht auch in Berlin und Brandenburg möglich sein?

Fotos aus Friedrichshain

Rechte Parolen in der U-Bahn

Foto: Henning OnkenManchmal offenbart ein Blick zur Seite Abgründe, wie gestern in der U-Bahn. Es war dort aber nicht der Schoßhund einer Kreuzworträtsel lösenden Nachbarin, sondern Hassparolen gegen Ausländer und Hakenkreuze an den Wänden eines Zuges der Linie U5. Müssen wir so etwas ertragen? Soll uns das egal sein?

Zugegeben, die Mehrzahl der Fahrgäste starrt lieber weiter auf die blinkenden Bildschirme des “Berliner Fensters” und nimmt an, dass die Hass-Graffitis irgendwann von der BVG entfernt werden. Doch das ist nicht so einfach: “Oh ha!”, meint dort ein Mitarbeiter des Kundendienstes, notiert sich die Wagennummer und verspricht, die Angelegenheit weiter zu leiten. Die Reinigungsfirma Sasse geht durch die Waggons und kontrolliert mit einer eigenen Gruppe auch Betriebsbahnhöfe auf Verunreinigungen. Die zweite Frage des BVG-Mitarbeiters lässt jedoch Zweifel aufkommen: “War das noch ein alter Zug?”

Es könne sein, dass Züge, die bald verschrottet werden sollen, nicht mehr mit der gleichen Gründlichkeit gereinigt werden, wie die Waggons der Baureihe H. Von diesen neueren Bahnen können jedoch wegen Ersatzteilmangel etliche nicht genutzt werden. Im Frühjahr dieses Jahres mussten 26 Züge wegen defekten Achslagern aus dem Verkehr gezogen werden und können nur schwer repariert werden: Weil die Nachfrage nach Stahl auf dem Weltmarkt durch Länder wie China steigt, hat sich die Lieferzeit der Lager auf ein Jahr erhöht. Von den aktuellen Neuanlieferungen von U-Bahnen der Firma Bombardier ist die U5 nicht betroffen, weil diese Linie auf Großprofil fährt.

Übrigens gibt es in Berlin (mindestens) eine Person, die sich nie darauf verlassen hat, dass braune Parolen von selbst verschwinden: Irmela Mensah-Schramm kämpft seit über zwei Jahrzehnten mit Schaber und Farbe gegen den Hass an unseren Wänden.

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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