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Rechte Parolen in der U-Bahn

Foto: Henning OnkenManchmal offenbart ein Blick zur Seite Abgründe, wie gestern in der U-Bahn. Es war dort aber nicht der Schoßhund einer Kreuzworträtsel lösenden Nachbarin, sondern Hassparolen gegen Ausländer und Hakenkreuze an den Wänden eines Zuges der Linie U5. Müssen wir so etwas ertragen? Soll uns das egal sein?

Zugegeben, die Mehrzahl der Fahrgäste starrt lieber weiter auf die blinkenden Bildschirme des “Berliner Fensters” und nimmt an, dass die Hass-Graffitis irgendwann von der BVG entfernt werden. Doch das ist nicht so einfach: “Oh ha!”, meint dort ein Mitarbeiter des Kundendienstes, notiert sich die Wagennummer und verspricht, die Angelegenheit weiter zu leiten. Die Reinigungsfirma Sasse geht durch die Waggons und kontrolliert mit einer eigenen Gruppe auch Betriebsbahnhöfe auf Verunreinigungen. Die zweite Frage des BVG-Mitarbeiters lässt jedoch Zweifel aufkommen: “War das noch ein alter Zug?”

Es könne sein, dass Züge, die bald verschrottet werden sollen, nicht mehr mit der gleichen Gründlichkeit gereinigt werden, wie die Waggons der Baureihe H. Von diesen neueren Bahnen können jedoch wegen Ersatzteilmangel etliche nicht genutzt werden. Im Frühjahr dieses Jahres mussten 26 Züge wegen defekten Achslagern aus dem Verkehr gezogen werden und können nur schwer repariert werden: Weil die Nachfrage nach Stahl auf dem Weltmarkt durch Länder wie China steigt, hat sich die Lieferzeit der Lager auf ein Jahr erhöht. Von den aktuellen Neuanlieferungen von U-Bahnen der Firma Bombardier ist die U5 nicht betroffen, weil diese Linie auf Großprofil fährt.

Übrigens gibt es in Berlin (mindestens) eine Person, die sich nie darauf verlassen hat, dass braune Parolen von selbst verschwinden: Irmela Mensah-Schramm kämpft seit über zwei Jahrzehnten mit Schaber und Farbe gegen den Hass an unseren Wänden.

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9 Kommentare zu “Rechte Parolen in der U-Bahn”



  • na das ist ja mal nen Aufreger … :)


  • An der Endstation der U5 sehe ich oft die Reinemach-Leute durch den Zug gehen. Warum können die nicht gleich solchen Nazi Mist wegmachen oder weitermelden?


  • Klar, Rechte Parolen sind natürlich ganz schlimm. Jedenfalls schlimmer, als gewalttätige “Jugendliche”, die die Stadt zur Geisterbahn machen, weil jeder der ihnen unangenehm auffällt jederzeit abgemurkst werden kann. Priorität hat da natürlich, klitzekleine Krakeleien in der U-Bahn anzuprangern.


  • @ willy: wer hat denn behauptet, dass naziparolen schlimmer als nazis (“gewalttätige “Jugendliche”, die die Stadt zur Geisterbahn machen”) wären? und ja, hakenkreuze mit der in de üblichen bedeutung, “ganz schlimm”. da gibt es eigentlich keinerlei diskussionsgrundlage. aber sie können ja mal nach köpenick oder marzahn gehen und den leuten dort erklären, dass es sich dabei nur um ein buddhistisches ewigkeitssymbol handelt. viel erfolg.


  • zwei von vier kommentatoren haben offenbar keine probleme mit rechten parolen – das spiegelt ziemlich gut die zahlen wider, die der gewaltforscher wilhelm heitmeyer in seiner letzten studie “deutsche zustände 4″ veröffentlichte. danach sollen 53 prozent der ostdeutschen fremdenfeindlichen aussagen zustimmen, in westdeutschland 38 prozent.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,417174,00.html

    teile die meinung des autors, dass wir das im öffentlichen raum auf keinen fall hinnehmen sollten!nervt die bvg, leute, oder ihr tragt ne mitverantwortung dafür, dass diese typen salonfähig werden.


  • Ganz klarer Fall sog. “Gutmenschentums”. Mach anderen Leuten Vorschriften, wie sie auch gute Menschen werden und sprich ausführlich darüber. Bei richtigen Problemen dann aber lieber wegschauen, könnte ja das Weltbild ins Wanken bringen.

    Erkennbar am Text selber, aber ganz zielsicher an den Verweisen auf Heitmeyer (Islamphobie) und Mensah-Schramm (hält gern Ämter mit langatmigen Meckerbriefen). Und nein, ich bin kein Rassist oder Nazi.


  • Ja ja ja, es ist immer die gleiche Leier: Irgendwo krakelt ein dummer Jugendlicher provokativ ein Hakenkreuz hin und er erreicht sofort das gewünschte Ziel. Leute wie Ina schwadronieren dann auch gleich wieder über den mächtigen braunen Sumpf in Deutschland.
    Dazu zwei Zahlenbeispiele aus Hamburg(aus berlin habe ich keine, die dürften aber ähnlich sein).
    Quelle “Die Grünen”: Rechtsextremistische Straftaten: 184 davon 13 Gewalttaten
    Quelle “PKS-Bericht Hamburg 2005″: Ausländische Straftäter in Hamburg (nur Straftaten, keine Bagatellen!): 23.000 davon vorbelastet: 10.000

    Fazit: Wir haben ein gravierendes Problem mit Ausländerkriminalität und nicht mit Rechtsextremismus! Ich bin seit einigen Jahren auch fremdenfeindlicher geworden und das völlig ohne Sympathien für Nazis!
    Grüße, Sascha


  • Ich kann Sascha nur zustimmen.

    MdG
    Heinrich


  • Und wer entfernt endlich die widerlichen linksextremistischen und kommunistischen Schmierereien und entsetzlichen Aufkleber, welche nicht nur gegen deutschen Patrioten und heimattreue Menschen, sondern auch gegen Deutschland selbst hetzen, stigmatisieren und in den Schmutz ziehen, mit Parolen wie „Deutschland verrecke“, „Nie wieder Deutschland“ oder „Schlagt die Glatzen, bis sie platzen“. Solche Haß-, Hetz-, Körperverletzung-, und Mordaufrufe sind oft jahrelang zu sehen, nicht nur hier in Berlin, sondern bundesweit.
    Ich frage mich besorgt: Hat Frau Mensah-Schramm noch nie etwas von Meinungsfreiheit gehört? Was ist zum Beispiel an dem Aufkleber „Ein Herz für Deutschland“ schlimm? Oder an dem Aufkleber „Der 8. Mai war keine Befreiung“ ? Wäre Frau Mensah-Schramm im Berlin des Jahres 1945 von marodierenden Sowjet-Soldaten vergewaltigt worden, sähe sie die Situation auch anders, wie aus ihrem heutigen, verwirrtem Standpunkt aus.

    Man sollte Frau Mensah-Schramm dringendst dazu sensiblisieren, auch die Meinung von Patrioten, heimatverbundenen Menschen und Andersdenkenden anzuhören, diese Meinungen zu akzeptieren und vor allem: zu tolerieren! Mensah-Schramms Weltbild scheint ja nur ein verbohrter Kampf gegen alles zu sein, was ihr nicht in ihr linkes Weltbild paßt.
    Das ist KEINE Demokratie, Frau Mensah-Schramm!

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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