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Verbotene Verbote der BVG

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben heimlich, still und leise eine neue Hausordnung eingeführt. Skateboard fahren – verboten. Verweilen auf den Bahnsteig ohne Absicht, eine Fahrt anzutreten – verboten. Abfallbehälter durchsuchen – verboten. Außerdem die Weitergabe und der Verkauf gebrauchter Fahrscheine. Und noch ein paar weitere Lappalien wie Vögel füttern, Abfall ins Gleisbett werfen.

Überlegen Sie mal kurz, wie viele dieser möglichen Verstöße Sie begehen könnten. Unbewusst vielleicht. Ok. Die Hausordnung dürfte Sie also nicht weiter stören. Aber die paar Flaschensammler, die verschämt im Müll wühlen und dann zwei drei Cola-Flaschen in ihren Rucksäcken verschwinden lassen, wahrscheinlich schon. Die schnell weiter huschen, in der Hoffnung, nicht erkannt zu werden.

Das sind keine Leute, die andere Fahrgäste belästigen. Ihnen bricht eine wichtige Einnahmequelle weg. Sie werden weitere Wege zurücklegen müssen, um den gleichen Schnitt zu machen. Und vielleicht auch anderswo hartnäckiger hinter gerade geleerten Flaschen hinterher jagen. “Sie haben gleich ausgetrunken, könnte ich bitte die Flasche bekommen?”  Das fände ich dann als Parkbesucherin nicht so witzig.

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20 Kommentare zu “Verbotene Verbote der BVG”



  • einige verbote machen durchaus sinn.

    aber dass flaschensammeln, vögel füttern und der bloße aufenthalt im bahnhof verboten ist, seh ich nicht ein, nö.
    mal sehen, wie das wenige personal das so durchzieht.

    ich geb übrigens gerne meine pfandflaschen weiter an leute, die fragen. man sollte alle arten von verpackung etc mit pfand belegen, dann hätten wir wohl kein müllproblem mehr. ;)


    • Mich stört Vögelfüttern schon. Nicht nur das da einiges liegen bleibt. Die Viecher scheißen, auch gleich wieder dort hin.
      In einigen S-Bahnhöfen würde ich schon gerne ein Verbot von unberechtigten Aufenthalt haben. Da kommt man sich nämlich vor wie im Biergarten oder Jugentreff oder beim Punkerpicknik. Muss nicht sein, wenn ich eine länger auf die Bahn warten muss und mich gerne hinsetzen würde.
      Gegen die Flaschensammler habe ich nix. Die sind in der Regel eher unauffällig.


      • die vögel scheißen so oder so, ob man sie füttert oder nicht. viele tauben nisten in bahnhöfen. das kann man nicht verbieten, höchstens taubenvergrämungsanlagen einbauen, und regelmäßig reinigen.

        übermäßiger alkoholgenuss gehört sowieso zu den verboten in der hausordnung. also nüscht mit biergarten. auch personen zu belästigen und zu attackieren, abfall zu hinterlassen oder vandalismus zu begehen ist laut hausordnung strafbar. das ding ist: keiner kontrolliert es.

        “punkerpicknick”? och, das finde ich jetzt nicht störend. hab ich mit freunden sogar selber schon veranstaltet – aber niemanden belästigt und müll hinterher brav entsorgt. :-)


  • Ich bin auch gespannt, ob die BVG das nötige Personal hat. Glaube nicht recht dran..


  • ….freitags inne u-bahn, bierzeltatmo, das es zum himmel stinkt, user und jungcheckeraffen in solchen mengen, das ich mir die augen reibe, süddeutsche saubermannmentalität um das pferd mal wieder vom falschen ende her zu zäumen…


  • Eigentlich weiß ja (fast) jeder warum es diese Verbote gibt.

    Skateboard ist wir Fahrradfahren auf den teils engen Bahnsteigen zu gefährlich. Man wird es mangels Personal nicht verbieten können aber wenn es einen Unfall gibt ist man aus der Haftung raus (ist ja verboten). Aus dem gleichen Grund ist auch der Fahrscheinverkauf und dem wühlen im Müll verboten. Nicht das sich jemand die Hand verletzt und dann die BVG verklagen will.

    Das Füttern der Vögel/Mäuse/Ratten allerdings muss hart verfolgt und bestraft werden. Sollte jedem klar sein.

    Das mit dem verweilen auf Bahnhöfen hat mit dem zunehmendem Drogenhandel auf den U-Bahnhöfen zu tun. Aber wer eh eine verbotene Tätigkeit macht hält sich auch daran wohl eher weniger.

    Sie sehen aber wie wir -das allgemeine BVG-Nutzer Volk- uns an diese Regeln halten: Beispiel: Maulkorbzwang für alle Hunde in S-und U-Bahn sowie allen Bussen/Tram etc.
    Sie sehen kaum einen Hund mit Maulkorb in Bussen und Bahnen. Oder? Schade- aber auch das hat wohl eher was mit Haftung (im Falle eines Hundebisses) zu tun als tatsächlichem Willen der BVG.


    • Sollte die BVG dann nicht auch das entsorgen des Mülls in die Abfalllbehäter verbieten? Auch dabei könnte man sich ja die Hand verletzen…

      Und wie verletze ich mir eigentlich die Hand beim Fahrscheinverkauf? Vielleicht beim entnehmen des Fahrscheins aus dem Automaten?


      • Bitte Nachdenken? Ich lese oben nicht das man sich beim Verkauf der Fahrkarten verletzen kann. Da haben Sie wohl was anderes gelesen.


  • Grundsätzlich könnte die BVG/S-Bahn in Berlin viel Geld sparen wenn es Zugangssperren/Drehkreuze geben würde.

    Auf vielen Reisen durch die Welt habe ich erlebt wie sinnvoll das ist.

    Wenn nur die Reisenden mit gültiger Fahrkarte den Bahnhof betreten können fallen weniger Reinigungskosten an, die Schwarzfahrer fallen weg und Drogenhandel wird auch eingedämmt. Das Alkoholthema wird geringer und weniger offen. Offene Gewalt wird auch weniger.

    Warum das in Berlin nicht angewandt wird verstand ich noch nie wenn ich aus anderen Großstädten in Schönefeld ankam und in die dreckige, zerkratzte S-Bahn einstieg. Das ist echt peinlich für die Touristen.


  • Die BVG ist ja nicht einmal willens, das Rauchverbot durchzusetzen …


  • Muss ick mir jetzt in jede überfüllte u-bahn quetschen, statt auf die nächste zu warten, weil det verweilen dann verboten ist? wie absurd wär das denn?


    • Nee, musste nich! Wennde’n Fahrschein hast, verweilste ja nich’ verbotenerweise! Kaum zu glauben, worüber Leute sich aufregen können. Allüberall in der Welt kann man nur mit Fahrschein durch mechanische Einlasssperre, und die Menge der pöbelnden, stressenden, in die Ecke pinkelnden Deppen reduziert sich dadurch drastisch. Aber hier darf das doch nicht sein! Schrei, kreisch, holt Amnesty!


  • liebe fr. onken… still und heimlich? als täglicher BVG-nutzer wirft man ja hin und wieder einen blick in das jeweilig aktuelle kundenheftchen, und in der aprilausgabe war ein eindeutiger artikel zu finden, in dem es um die besagten still und heimlich eingesetzten verbote ging.

    hamse nich gelesen?

    und im park wollen sie nicht belästigt werden, aber es ist okay, wenn sich eventuell andere leute belästigt fühlen können, wenn man auf dem bahnsteig zum 500en mal nach “hammse ma n faaahschein” gefragt wird?


  • … ich empfehle, generell alles zu verbieten und Zutritt zur Bahn nur noch dann zu gewähren, nachdem man/frau das entsprechende 25-seitige Verbotsdossier unterzeichnet hat, vor jedem Fahrtantritt: Knutschen auf Bahnhöfen (Ausnahme: immer der erste Dienstag im Monat, ab 19 Uhr), lautes Reden, leises Reden, überhaupt reden. Denken. Lachen.

    Und so gesehen, könnte nicht auch gleich das U-Bahn-Fahren an sich verboten und statt dessen nur noch geduldet sein? Würden sich dann nicht viele der nun mühsam per Einzelverbot geregelten Probleme von selbst lösen? Ich werde bei Gelegenheit diesen Vorschlag unterbreiten.


  • Anscheinend müssen in Berlin erst solche Verbote erlassen werden um ein halbwegs vernünftiges Zusammenleben zu ermöglichen, was woanders von selbst funktioniert.

    Aber der Berliner lebt anscheindend gerne im Dreck, hauptsache im richtigen Bewußtsein. incl. herablassender Äußerungen über so spießige, aber saubere und sichere Städte wie Stuttgart oder München.


    • Nee, “der Berliner” nicht. Aber “der Zugezogene”, der sich in seinem Heimatkaff nicht mal traut, bei offenen Vorhängen zu popeln, der lebt hier gerne seine anale Phase nachträglich aus und kann keine S-Bahn betreten ohne “Wegebier” (was für ein blödes Wort für “angestrengte-Scheitel”-Alkoholismus) mit wegzuschnippendem Kronkorken, kann nachts nicht nach Hause laufen, ohne seinen Döner suffhalber auf der Straße zu verteilen und muss dringendst fünf Minuten nach Verlassen einer ach so hippen Kneipe auf die Straße pinkeln. “Der Zugezogene” hält Primatenverhalten aus irgendwelchen Gründen für großstädtisch. Dieses wandelt sich, sobald sich das erste Blag ankündigt – dann gehts Gejammer mit den bekannten Folgeerscheinungen los. Ick will meine Mauer wiederha’m, alle West- und Ostberliner inkl. bis damals eingereister Westdeutscher zusammen hinter einem anti-pubertären Schutzwall.


  • Es wird mit zweierlei Maß gemesssen. Es gibt Securitys, die sagen kurz was und dann geht man raus und bezahlt nix. Dann gibts wieder welche, die interessiert es gar nicht, dann gibt es welche, die sind Pflichtbewusst.

    Bsp. Rauchen, bei manchen bezahlt man 15 Euro Strafe, doch dann gibts au8ch welche von der BVG, die selbst auf dem Bahnsteig paffen.

    Bsp. Motz, ich weiß nicht wie er es rausgefunden hat, das ich Motz verkaufe, aber ich komme in das Abteil rein und da steht ein Kontrolleur in Zivil, den ich aber schon vom Sehen her kannte. Eigentlich erkenne ich jeden Zivil-Kontreolleur, fahre ja auch oft. Jedenfalls hab ich ihm den Fahrschein gezeigt und dann wieder eingesteckt und die Klappe gehalten. Da sagt er so zu mir, willst du nicht verkaufen? Na los mach mal. Ich konnte es gar nicht fassen. Ich denke, in erster Linie gehts um Haftungsfragen. Und um das ganze etwas einzudemmen. Das mit den Drehkreuzen ist ne richtige dämliche Idee. Gerade wird versucht, sämtliche U-bahnhöfe nach und nach Barrierefrei zu machen und dann kommt so ein Vorschlag. Gewalt in der U-Bahn wird das kaum verhindern und es ist definitiv kein Geld da. Der Furpark der BVG ist am Limit. Die Ubahnen sind teilweise 30 Jahre alt und die HK und H der neuesten Generation haben ein sogenanntes Thermo-Schalter-Problem. Sie werden seit zirka einem jahr nur noch auf der U2 (HK), U5 (H), U6(H) und U8 eingesetzt, bis auf die Ausnahme von Testzügen.

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
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  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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