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Bewohner in Angst: Bitte zündet uns nicht an!

Die Tür ist voller Ruß, der Lack blättert ab. Ganz offenbar haben Unbekannte versucht, Feuer an diesem Wohnhaus in der Rigaer Straße zu stiften. Schockierte Bewohner reagieren mit einer Botschaft an die mutmaßlichen Brandstifter: “Bitte vergesst nicht, dass auch Kinder und Babys in diesem Haus schlafen!”

Wer macht so etwas? Bevor die jetzigen Bewohner in die teuer vermieteten Wohnungen einzogen, war die Rigaer 84 ein linkes Hausprojekt. Seit dem Mauerfall teilten sich dort Generationen von Studenten, Punks und autonomen Lebenskünstlern Küchen, Werkräume und eine Kneipe. Sie wurden schnell von Besetzern zu regulären Mietern. Doch nach dem zweiten Dachstuhlbrand im Mai 2007 gab es kein Zurück mehr. Für die Mietverträge zahlte der Besitzer eine “Entschädigung”, das Haus wurde saniert. Heute erinnern nur noch einige Graffiti im Treppenhaus an diese Zeit. Der Besitzer fand sie offenbar schön.

“Natürlich heilt die Zeit manchmal nicht alle Wunden”, schreiben Bewohner, die sich als “stinknormale Mieter” sehen, an die Adresse ihrer Vornutzer. Ich kann mir schwer vorstellen, dass Menschen, denen der Dachstuhl in Flammen stand, selbst Feuer legen und das Leben anderer aufs Spiel setzen. Aber es gibt in Berlin leider auch Verrückte, die aus Spaß Kinderwägen in Treppenhäusern anzünden.

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13 Kommentare zu “Bewohner in Angst: Bitte zündet uns nicht an!”



  • klassenkampf soll das sein? irgendwo hörts dann auch auf. häuser abzufackeln ist echt pervers. und dass die neuen bewohner auch noch verständnis zeigen und auf kinder verweisen müssen, die in dem haus wohnen, zeigt, wie hilflos sie sich gegenüber diesen spinnern fühlen müssen. nicht zu fassen.


  • Nun, in meinem Treppenhaus hat es auch schon dreimal gebrannt. Interessanterweise genau in der Zeit als es “saniert” wurde. So funktioniert “Aufwertung”. Sich hinter Kindern zu verstecken ist einfach erbärmlich.


    • das Haus wurde vor drei Jahren saniert.
      und ich glaube auch nicht, dass diesen Brandanschlag jmd veruebte, der hier direkt wohnte, als das Haus 2007 in Brand gesetzt wurde…


  • Offenbar sind die Bewohner selber aus dem moralischen Ruder gelaufen, wenn sie darum betteln müssen nicht angezündet zu werden. Denn da schwingt so die Botschaft durch, wenn ihr andere anzündet, dann ists ok. Am besten Rechte Leute ohne Kinder, so versteh ich das jedenfalls.

    Als Auswärtiger kann man nur noch den Kopf schütteln.


    • So ein Blödsinn.
      Wenn ich schreibe: bitte hier nicht zündeln, dann ist das mitnichten ein Aufruf woanders zu zündeln.

      Wenn mir einer eine Pistole an den Kopf hält, dann werde ich um Gnade flehen. Das heisst aber nicht das ich es ok finde wenn andere erschossen werden.


    • mit Nichten bedeutet das, dass andere anzuzuenden ok waere!!!
      so war das nicht gemeint.


  • diese mutigen und starken leute, die dinge anzünden, lassen sich sowieso nicht von solchen zetteln abschrecken. dass da menschen drin wohnen (mit kindern oder ohne), interessiert die doch auch nicht.

    wenn diese “bitte” nicht mal sogar extra provoziert, quasi als aufruf gewertet wird.
    :-(

    “häuser abzufackeln ist pervers” – das unterschreibe ich absolut!


  • Wenn das “Links”, “Autonom” oder was mit Klassenkampf zu tun hat frage ich mich was so eine Tat von den “Rechten” unterscheidet die ja bekanntlich auch schon Häuser angezündet haben/versucht haben?


  • Ich unterstelle mal, dass die menschenverachtende Ideologie der Rechten um einiges krasser ist. Dass Leute auf offener Straße angegriffen und verprügelt werden. So weit sind die Linken zum Glück noch nicht, aber mit Brandstiftung rücken sie qualitativ immer näher in diese Richtung. Total Banane, Sympathien weckt man so sicher nicht.


    • Also im Rahmen von Anzünden von Sachen und Gegenständen (Autos, Häuser) denke ich persönlich das die wohl gleichwertig sind. Menschenverachtend sind da beide Seiten.

      Oder denken Sie persönlich es macht einen Unterschied wenn beispielsweise Ihr Haus Nachts angezündet wird ob das ein “Rechter” oder “Linker” war? Hätten Sie bei einem “Linken” Täter mehr Verständnis für Ihn?


      • Ich hab kein Verständnis für linke Täter, ich finde jegliche Form von Gewalt blöde, schrieb ich ja schon.


  • Diese Bitten(“Love. Pease. Bitte zündet uns nicht an….usw.”) ist zweifelsohne eine versuchte Fratanisierung, nach dem Motto: “Kommt schon Leute, wir schwingen doch auf der gleichen(linken)Welle. Lasst das da mal, weil, dass finden wir irgendwie echt nicht gut, ihr da.”

    Das impliziert dann aber auch, dass man bei Anderen, die nicht so sind wie die Bewohner und die mutmaßlichen Zündler(nämlich Leitplankenlinks), eine höhere Toleranzschwelle als annehmbar empfindet.


    • Stimmt ja alles, aber was würden Sie anstelle der Bewohner tun? Die Polizei rufen, klar, und dann? Selbst im Treppenhaus ein Feldbett aufschlagen? Oder lieber nicht die Polizei rufen, um die “Leitplankenlinken” nicht weiter zu reizen. Ist schwierig, so oder so.

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