Hass auf Zugezogene in der Winsstraße - Foto: Henning OnkenPlakate, die Zugezogene in Szenebezirken mit Hohn und Spott überziehen, haben in Berlin längst Tradition. Besonders zu Weihnachten las man in den vergangenen Jahren in Prenzlauer Berg ironische Botschaften: ein Bild mit leeren Parkplätzen und dem Spruch “Ostberlin sagt Danke” -  weil die neuen Nachbarn über die Feiertage zum Gänseessen in die alte Heimat gefahren sind, nach Stuttgart oder Mainz.

In diesem Jahr fängt das Bashing schon früher an, das Mauerfall-Jubiläum bot einen willkommenen Anlass. “Wir sind ein Volk! – Und ihr seid ein anderes” steht auf dem Plakat in der Winsstraße. Die erste Begegnung mit Ressentiments gegen Zugezogene machte ich etwa 1995 in Friedrichshain.  “Anti Schwab-Front” stand dort an der Wand eines besetzten Hauses. Auch unter Hausbesetzern gebe es Schwaben, die mit ihrem Fleiß einen auf  “Schöner Wohnen” machten und andere Bewohner verdrängten, erklärte man mir.

Fotostrecke: Berliner Plakate

Fotos aus Prenzlauer Berg

Update 20.11.: Über eine Woche lang wurde hitzig diskutiert. Hier lesen Sie eine Zusammenfassung der Debatte

Auch lesenswert: