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Der Krieg ist wieder da

In Afghanistan wird geschossen, hat gerade unsere Kanzlerin festgestellt. Und in Prenzlauer Berg? In der Dunckerstraße schleppen Anwohner Tannenbäume oder schauen aus ihren gut beheizten Wohnzimmern auf die Straße, wo der Schnee die Stadt noch leiser macht. Es fehlt an nichts außer an dramatischer Geschichte – das jedenfalls lassen diese gemalten “sowjetischen Einschusslöcher” vermuten.

Vor zwei Jahren hat der Berliner Künstler Jens Kloppmann Gipsabrücke von zerschossenen Fassaden gemacht. Vermutlich werden solche “authentischen” Werke bald ihren Weg in die Edel-Nippes-Läden der Gegend finden und sich als Wandschmuck an Berlin-Besucher verkaufen. Eine schauderhaft-schöne Erinnerung an den Straßenkampf für Ihr Zuhause, dann wurde auch dort mal jemand “ganz authentisch” erschossen.

Im Kiez geht schon seit Jahren die Angst um vor dem Verlust des “echten Berlins”. Die Besitzer des “Kauf dich glücklich” in der Oderberger Straße ist bald sicher nur noch halb so glücklich ohne die Einschusslöcher in der ersten Etage.  Das Gebäude wird gerade saniert. Auch bei Gegnern des Umbaus der Kastanienallee mag das eine Rolle spielen. Bitte keine Veränderung, keine Langeweile, keine Gesichtslosigkeit.

Ich lasse mir das gern gefallen, solange niemand aus Verdruss an der Behaglichkeit einen Krieg anzettelt.

Bildergalerie: Berliner Seitenblicke

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7 Kommentare zu “Der Krieg ist wieder da”



  • Der Krieg ist wieder da?
    Er war nie weg. Nur weit, ganz weit entfernt ist er.
    Und solange die Propagandamaschine in den Medien weiter so geschmiert wird, hat ein Kriegsminister wie von und zu Guttenberg freie Hand.
    Dass sich die Welt in einem Krieg befindet, wurde schließlich jahrelang von einem Walker Bush jun. dem Rest der Welt vor-gekaut.

    Was der Bezug zum Krieg in Afghanistan damit zu tun hat, bleibt einem allerdings schleierhaft, mit all unseren Wohlstandsproblemchen.


  • Das sind also die echten Probleme, die den Blinddarm reizen…
    Schoen!


  • Warum muss es jetzt, im 21. Jahrhundert noch Krieg geben? Ich hatte ehrlich gesagt gehofft dass man durch Hitler und all die anderen Idioten mal etwas dazu gelernt hat, und nicht immer die tätliche Auseinandersetzung sucht.


  • Wofür gibt es denn jetzt Diplomaten und Übersetzer? Es dauert ja auch nicht mehr eine ganze Woche bis man im Krisengebiet ist. Acer K11 LED-Beamer


  • Wann gibs neue heiße Zeilen?


  • Im Norden von Berlin ist so etwas auch immer gängiger. Langsam (allerding sehr langsam) wird der Wedding auch umgestaltet. Obwohl der Wedding oder auch Reinickendorf noch ganz andere Welten sind als die Eberswalderstraße. Man könnte fast von anderen Planeten spreche und das liegt nicht nur an der sowjetischen Vergangenheit des Berliner Ostsektors. Man sieht es auch an kleinen Zeitungen wie dem Nordberliner, der eigentlich noch sehr bieder, bodenständig daher kommt. Im Gegensatz dazu halt die ganzen Künstlermagazine in Prenzelberg. Aber jeder muss selbst wissen, wo er wohnen will.


  • Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch Brückenpfeiler (z.B. am S-Bhf. Tiergarten/Str. des 17. Juni) mit Einschusslöchern, Granatsplittereinschlägen und sogar Panzerkettenabdrücken (Ziellestraße/Gierkezeile) aus dem 2. Weltkrieg.

Die Kommentare sind zur Zeit geschlossen.

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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