Archiv für das 'Seitenblicke'-tag

Fürsorgliche Nachbarn benoten ihren Schrott

Alte Kühlschränke, zerschlissene Sofas und Matratzen: Alles landet auf dem Bürgersteig, wenn Berliner ihren Frühjahrsputz machen – vorzugsweise im Schutz der Dunkelheit. Natürlich gibt es auch ordnungsliebende Bürger, die ihren Müll regulär zu den Abgabestellen der Stadtreinigung bringen.

Einfallsreiche Nachbarn haben einen Trick gefunden, wie sie den Schrott aus ihren vier Wänden doch guten Gewissens vor der Haustür abladen können – sie vergeben Schulnoten. 4- steht auf diesem alten Fernseher in der Simon-Dach-Straße. Der ehemalige Besitzer empfiehlt außerdem, für sechs Euro eine Fernbedienung zu kaufen, damit das Ding wieder mäßig flimmert. Ich warte auf den Tag, an dem ich über eine “ungenügende” Matratze stolpere.

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Zugeschüttet und ignoriert: Radfahren im Schnee

Wem dieses Fahrrad auch gehören mag – es ist im Moment schwer zu benutzen. Räumdienste haben es am U-Bahnhof Frankfurter Tor mit Schneemassen zugeschüttet und auch den Gepäckträger nicht vergessen. Die Radwege und Straßenränder Berlins sehen seit Wochen nicht viel besser aus. Wer trotzdem losradelt, wird für seine Umweltfreundlichkeit “regelrecht bestraft”, klagt der ehemalige Fahrradbeauftragte Benno Koch gegenüber der taz.

Alles was bleibt, ist sich in eine der vollen S-Bahnen zu quetschen und auf das Tauwetter zu hoffen.

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Zum Weltaidstag – Gefühlsecht in Kreuzberg

"Zieh doch dein Kondom an!" - Spruch in der Forster Straße in Berlin-Kreuzberg - Foto: Henning Onken

“Zieh doch dein Kondom an!” – Wie viele Kreuzberger dieser Aufforderung in der Forster Straße nachkommen, können wir nur erahnen. Männer, die ihr Gummi beim Sex vergessen, können nicht nur flüchtige Bekanntschaften schwängern. Sie begeben sich auch in eine tödliche Gefahr oder verteilen sie weiter: Jeden Tag steckt sich ein Berliner mit dem HI-Virus an.

Gut möglich, dass eine Frau diese Benimmregel für dumme Jungs in einem frustrierten Moment geschrieben hat. Der Spruch könnte aber auch eine Kreuzberger Variante der Aids-Aufklärungskampagne darstellen.

Gib Aids keine Chance: Kondome schützen
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Street Style: Moderne Polstermöbel für umsonst

Müll in der Oppelner Straße in Kreuzberg - Foto: Henning Onken

Schnell zugreifen, sonst stellt sich der Nachbar diese tollen Sessel ins Wohnzimmer – könnte man denken, wo doch im Hintergrund für “moderne Polstermöbel” geworben wird. Leider ein Trugschluss, denn in der Oppelner Straße in Kreuzberg haben viele Anwohner keinen Schimmer, was in Berlin retro cool und wirklich en vogue ist. Ihre trendigsten Möbel werfen sie einfach auf den Bürgersteig, wo sich Hunde daran erleichtern können und der Regen die guten Stücke langsam auflöst.

20.000 Kubikmeter Sperr-, Sonder- und Restmüll in Straßen, Parks und Gärten hat die Stadtreinigung im vergangenen Jahr entsorgt und doch bleibt vieles liegen. Klarer Fall für die Dreckecken-Aktion der Berliner CDU vom August vergangenen Jahres, bei der Bürger Schmuddelecken an die Partei melden sollten. Was ist eigentlich daraus geworden? Die versprochene Online-Dokumentation konnte ich auf der Webseite nirgends finden.

Fotos: Berliner Seitenblicke

Ziegen auf die alte Landebahn

Schafe nach Tempelhof - Foto: Anne Onken

Tempelhof den Ziegen – ja, das hat was.  Anwohner könnten gegen eine kleine monatliche Gebühr ein Viech pachten, hätten täglich frische Milch. An besonderen Tagen würde das Gelände für Schul- uns Kindergartenkinder geöffnet; als riesiger Streichelzoo.

P.S. Das Plakat hängt übrigens an einem Eingang zur Hasenheide in Neukölln – einem Park, den viele Berliner leider aus den Augen verloren haben.

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Vive le Schrebergarten

Schrebergärten in Berlin-Weißensee - Foto: Anne Onken

In England lassen sich die ersten arbeitslosen Banker zu Gärtnern umschulen. Aus Liebe zur Natur angeblich. Auf diese Idee käme in Deutschland wohl selbst in der Wirtschaftskrise niemand, doch der Wunsch nach etwas Grün scheint weit verbreitet. So skurril es klingt: Immer mehr junge Menschen in Großstädten suchen Schrebergärten. Weil sie keine Lust oder kein Geld für ein Haus mit Garten im Grünen haben.

Berlins Laubenpieperkolonien dürften somit bunter werden. Familien mit Kindern werden Zaun an Zaun mit langjährigen Kleingärtnern ihre Gemüsebeete pflegen. Ungespritztes Bioobst ernten. Designerlauben aufstellen, Baumhäuser bauen. Sind das die neuen Spießer?

Wie komme ich an einen Schrebergarten?


Neue Kommentare

  • icke: jetzt lass mich raten wer das geschrieben hat………..grin s. Gruss von mir an...
  • Jürgen Spiegel: nur zur Neuköllnisierung – das erlebe ich als jahrzentelanger Neuköllner anders: Wohltuend,...
  • Peter: Mit der “Neuköllnisierung Tempelhofs” rechnet wohl jeder. Das man was gegen die kriminellen...
  • Psylon: Die verlängerte Hasenheide war mit Schließung des Flughafens vorauszusehen. Ob allerdings die libanesischen...
  • tiXclub: ich wusste gar nicht, dass es prenzlauer berg / mitte noch berliner gibt… na ja, ist das nicht grade...

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