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Berlin brutal #18: Abgetaucht im Hinterhof

Thomas Daley lässt sich durch nichts ablenken. Geht an den Rand des Bretts, dreht sich um, breitet die Arme aus und atmet tief durch. Millionen Menschen sehen seinen Sprung. Gebannt schaut er auf die Noten der Punktrichter, die den jungen Briten zum Weltmeister im Turmspringen machen.

Was das mit diesem Foto zu tun hat? Es sieht fast so aus, als sei auch dieser Mensch gesprungen. Wenn er aus dem Müllcontainer in einem Friedrichshainer Hinterhof wieder auftaucht, beklatscht ihn jedoch niemand. Nach minutenlanger Suche wird er eine halb leere Dose Pralinen in den Händen halten und bei seinem zweiten Tauchgang eine frische Birne ans Tageslicht befördern. Dann wird er sich den Schmutz von der Jacke klopfen und weiter gehen, zur nächsten Tonne.

Es ist nichts gewesen.

Geschichten wie diese finden fast im Verborgenen statt, man beobachtet sie zufällig durchs Fenster zum Hof. Nur wenn Meister Zottelbart vor aller Augen mit seinen Plastiktüten durch die U-Bahnhöfe zieht und keinen Mülleimer auslässt, gibt es ein Aufsehen. Die BVG hat mit ihrer neuen Hausordnung verboten, in Abfallbehältern zu wühlen.

Durch die Höfe schleichen immer mehr Menschen, die weder übel riechen, noch äußerlich von Angestellten zu unterscheiden sind. Ein Bekannter erzählte mir von einer 60-jährigen, der man auf dem Arbeitsamt geraten habe, doch bis zur Rente ihr Hartz-IV mit Flaschen Sammeln aufzubessern. Wir müssen auch das eine Parallelwelt nennen.

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6 Kommentare zu “Berlin brutal #18: Abgetaucht im Hinterhof”



  • So wie der Gute aussieht, betreibt er eher “Containern” und sucht nicht mangels Alternativen nach Essen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Containern


    • Danke für den Link, nur scheint diese Person ja in einem Hinterhof nach Essen gesucht zu haben und nicht hinter einem Supermarkt. Da muss man schon ziemlich verzweifelt sein und nicht zimperlich. Wer weiß, vielleicht gibt es ja bald auch Mieter, die solchen Leuten extra Sachen hinstellen wie einem Igel ein Schälchen Milch. Armenspeisung im Hinterhof.


      • denke, “containern” wurde/wird prinzipiell hinter supermärkten gemacht, da dort lebensmittel in erklecklicher zahl vorhanden sind.

        am besten jedoch hätte herr onken den guten sammler nach seiner motivation gefragt. vielleicht ist der abgebildete ja ein mieter, dem die allgemeine lebensmittelverschwendung auf den keks (sic!) geht.

        • The freaks, you know


          Genau. Wohl ein Yuppie, der sein iPhone in der Tonne versenkt hat. Möge der Knabe weiter wühlen.


  • Mir kommen die Tränen. Die heutigen “Armen” jammern doch auf hohem Niveau.

    Man muss sich weder über Wohnung, Strom, Heizungskosten (ggf.Gaskosten), normale Kleidung noch Essen Gedanken machen.
    Niemand muss hier -soefern man nicht will- Obdachlos sein. Jedes Grundbedürfnis wird vom Amt (heißt durch die Steuerzahler) bezahlt.
    Nicht üppig aber alle Grundbedürfnisse sind drin.
    Aber jammern muss hier niemand.

    Genauso wenig wie man im Müll wühlen muss.
    Sein Geld aufbessern, ja das ist was anderes und in Ordnung. Das muss jeder selbst entscheiden ob man Zeitungen austrägt oder eben Flaschen sammelt oder sich Birnen im Müll sucht. Nur müssen muss man nicht.


  • Sieht von weitem aus wie Frau Merkel oder der griechische Ministerpräsident auf der Suche nach versunkenen Steuergeldern.

    Ach nee, das Foto ist ja aus Berlin.
    Dann ist es wohl Wowi oder der Nussbaum der versucht die Kosten der A100 oder des Stadtschlosses wieder reinzubekommen.

Die Kommentare sind zur Zeit geschlossen.

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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