Kurz vor Weihnachten überkommt viele Menschen der Wunsch, schnell noch etwas Gutes zu tun. Bei anderen scheint das Geltungsbedürfnis ausgeprägter zu sein, als sonst. So beobachtet in der S1, in der am frühen Abend ein Tross von Sicherheitsleuten patroullierte: Es gab keine Zwischenfälle, allein ein junger Mann mit Gitarre fiel ein wenig aus dem Rahmen. Ein Osteuropäer, der mit kräftiger Stimme ein trauriges Lied anstimmte, mit dem er die Aufmerksamkeit der Fahrgäste auf sich zog.
“Hammse so nen Schein?”, unterbrach ihn einer der Sicherheitsmänner barsch. Hatte der Mann nicht und musste daraufhin sein Instrument einpacken. Kopfschütteln bei Leuten, die andächtig gelauscht hatten. Eine ältere Frau murmelte noch ein “Das- war- aber-wirklich- nicht- nötig” und weiter ging die Fahrt in Richtung Wannsee.
Sobald die Security-Kräfte ausgestiegen waren, setzte der Musiker wieder ein, sang kraftvoller, als vorher und erntete großen Applaus. Sei es aus Mitgefühl oder aus Scham darüber, den Mann nicht vor den latent aggressiven Uniformierten geschützt zu haben – der Musiker wurde mit einem großzügigen Trinkgeld belohnt.









“…ein Tross von Sicherheitsleuten patroullierte:…”
Was ist denn bitteschön ein Tross? Etwas genauer bitte.
Wenn ich mit der S-Bahm fahre, begegnen mir höchstens einzelne Sicherheitsleute( welch gewichtiges Wort), die mich jüngst eher an Pat&Pattachon erinnern.
Die eher den Eindruck vermitteln, dass wenn einmal Gefahr in Verzuge ist, sich mit dem Rücken abwenden und Vogel Strauß Politik betreiben.
Wie kann man auch arme Osteuropäer im Zuge der offenen Grenzen derart maßregeln?
Die verdienen sich natürlich nur ein kleines Zubrot.
“…den Mann nicht vor den latent aggressiven Uniformierten geschützt zu haben…” Latent und aggressiv? Aha. Gibts noch eine Steigerung?
Das nächste mal werden diese Wachmänner selbst gebackene Plätzchen zur Verköstigung anbieten.
Wie wäre es denn, wenn sich für diesen miserabel bezahlten Job, einmal gut gebildete Studenten (für 5€/Std) melden.
Vielleicht passt das dann hier besser ins rosarote Weltbild einiger Gutmenschen.
Ich wünsche allen S-Bahnschergen und sonstigen “wichtigen Wachleuten” mitsamt ihren Schäferhunden frohe Weihnachten – bei ihren Familien, versteht sich. Dann können Menschen die viel ärmer sind als die meisten in diesem Land wenigstens während der Feiertage ungestört öffentlich musizieren.