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Berlin brutal #12: Im Hitler-Look über die Landsberger Allee

In den meisten Bezirken Berlins ist es egal, wie man sich gibt, mit welchen Klamotten man herumläuft. Das fällt immer wieder Leuten auf, die vorher in vermeintlich chiceren Städten gewohnt haben. Mehr als befremdlich heute ein Fast-Zusammenstoß mit einem Hitler-Double in Friedrichshain – Frisur und Schnäuzer saßen nahezu perfekt. Der Kerl sah nicht aus, als wolle er zu einem Drehtermin, auf der Rückbank seines Autos lümmelte ein Typ in Armee-Outfit.

Intuitiv blieb ich stehen, obwohl die Fußgänger-Ampel grün zeigte. Starrte in den roten (!) Kleinwagen mit Brandenburger Kennzeichen. Der Mann am Steuer starrte zurück, gab dann aber Gas. Ich malte mir aus, Friseuse in einer brandenburgischen Kleinstadt zu sein: Da poltert dann ein Kerl herein, der “einmal wie Hitler” verlangt? Grotesk. Überhaupt: In welchem Umfeld bewegen sich solche Leute, welcher Arbeitgeber würde sie beschäftigen? Als Kundenberater? Wofür?

In Köln planten Rechtsextreme vor einigen Wochen einen Kongress, auf dem selbst rechte Spitzenpolitiker der aus dem europäischen Ausland teilnehmen sollten. Die Veranstaltung ist grandios gescheitert, unter anderem, weil sich die Taxi-Fahrer der Stadt weigerten, Teilnehmer zu befördern, Kneipiers kein Bier ausschenkten und und und. Sollte das nicht auch in Berlin und Brandenburg möglich sein?

Fotos aus Friedrichshain

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8 Kommentare zu “Berlin brutal #12: Im Hitler-Look über die Landsberger Allee”



  • Da gab es kürzlich einen gewagten Selbstversuch eines NEON-Autors, der vortrefflich getextet hat, wie er sich mit so einem Bärtchen gefühlt hat…


  • Beinah-Zusammenstoß? Also zwischen Fußgänger(in) und Autofahrer?
    Da spielt es doch schon fast keine Rolle mehr, wer da im Auto sitzt.
    Hitler&Co. Ist doch alles wieder salonfähig geworden.
    Hitler im Kino. Als staatsmännischer Führer.
    Hitler im Wachsfiguren Kabinett. In geschickt weltmännischer Pose.
    Hitler als Star.
    Wenn alles im Mainstream verkommt.
    Worüber regst du dich also auf Anne?
    Wer war Hitler nochmal?


  • Es laufen ja auch linke rote Faschistinnen auf unseren Straßen herum, welche am liebsten mit Rosa Luxenburg oder mit Ulrike Meinhoff verwechselt werden würden. Lassen wir den Leuten doch Ihren Spleen. In England würde das als real Satire verkauft.


  • Hitler Double,natürlich mit Brandenburger Kennzeichen,sinnigerweise im roten Kleinwagen.Zu schönes Klischee um wahr zu sein. Fotobeweis ?


  • Leider ist das kein Märchen, eine Kamera hatte ich nicht dabei. Wenn Sie mal einen Monat lang die Polizei-Berichterstattung verfolgen, werden Sie wohl kaum bestreiten können, dass es in Berlin und in Brandenburg ständig zu rechtsextrem motivierten Straftaten kommt.

    Da eine Hakenkreuz-Schmiererei auf einem Schulhof, hier ein Übergriff auf einen vietnamesischen Imbiss, eine Döner-Bude.
    Solange niemand ernsthaft zu Schaden kommt, scheint das öffentliche Interesse gering zu sein. Die Nachrichten haben keinen Neuigkeitswert mehr. Mit Real Satire hat das wenig zu tun.


  • Ich wohne seit 13 Jahren in Oranienburg,eine Stadt,in der es schon häufiger Probleme mit rechtsgerichteten Jugendlichen gegeben hat.Aber ein Hitlerdouble ist mir hier,wie auch anderswo in Brandenburg noch nicht begegnet.

    Vielleicht glauben Sie das zu sehen,was Sie sehen wollen.


  • Sorry Anne in Berlin kann jeder so rumlaufen wie jeder will.

    Ob im Jogginganzug wie z.B. in Wedding/Neukölln, in Designklamotten in Mitte oder Fhain/Prenzauer Berg oder in Müllsachen die schon bessere Tage gesehen haben (Punkszene in der Stadt). Vergessen wir nicht die Arbeitskleidung wie Anzug oder Bauarbeiterkleidung.

    Solange der dir nichts tut kann das ja auch jeder machen wie er will.
    Warum auch immer.

    Viel Bedenklicher finde ich wenn politischen Ansichten mit Gewalt nachgeholfen wird.

    Sei es wenn dir die linken Autonomen “Umweltschützer” dein Auto abfackeln, türkische/arabische Jugendgangs Leute nur angreifen weil sie Deutsche sind oder das rechte specktrum eben auch Gewalt gegen andere ausübt.

    Ob diese Personen einen Bart und/oder Seitenscheitel, kurze oder lange, bunte oder überhaupt Haare haben spielt nun wirklich keine Rolle.


  • “In den meisten Bezirken Berlins ist es egal, mit welchen Klamotten man herumläuft.” Das ist natürlich nicht ganz richtig. Es muss heißen:”In den meisten Bezirken Berlins ist es egal, wie abgeranzt man herumläuft.” Oder war die Autorin schon einmal mit Nerz, Pumps, Hut und Perlenkette auf der O-Straße unterwegs? Dann nämlich wüsste sie, dass es ganz und gar nicht egal ist, wie man in Berlin herumläuft.

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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