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Verschenke-Ecken: So einfach ist der Kieztausch

In der Ohlauer Straße in Kreuzberg hat jemand diese Verschenke-Ecke vor einen Hauseingang gemalt. Sie ist leer, doch eigentlich dafür gedacht, dass Nachbarn hier miteinander tauschen. Damit ausgelesene Bücher, Spielzeug oder zu knapp gewordene Klamotten nicht in der Tonne landen, wie so oft.

Es gibt einige Stellen in Berlin, an denen ähnlich gewirtschaftet wird: Umsonstläden, Freeboxen oder der Nachbar, der seine Wlan-Station für fremde Computer öffnet.

Leider werden diese Orte oft missbraucht, um Schrott loszuwerden: Computer aus dem letzten Jahrhundert, Lumpen und versiffte Matratzen verwandeln gut gemeinte Initiativen in Müllhalden. Selbst die verschlossenen Kleiderboxen des Roten Kreuzes werden umgekippt und rücksichtslos geplündert. Zurück bleibt ein Schlachtfeld und eine Frage: Welche dieser Plätze funktionieren eigentlich? Und brauchen wir mehr davon?

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12 Kommentare zu “Verschenke-Ecken: So einfach ist der Kieztausch”



  • Die verschenke-Ecke (leider oder vielleicht auch zum Glück ohne Bemahlung) vor meiner Haustür funktioniert prima…
    bin schon ganz viele Sachen (alte Töpfe, Bücher etc.) dort losgeworden.
    Insofern einfach ausprobieren ob es bei eurer Haustür auch so gut klappt.


  • Hausintern, also mit entsprechend markierten Dingen im Treppenhaus, funzt das bei uns auch richtig gut: Kaum sind sie da, sind sie meist schon wieder weg :)

    Wie so ‘ne Give away-Aktion vor der Haustür klappt, werde ich demnächst mal ausprobieren – allerdings ohne vorher kreativ zu werden, obwohl diese gemalte Verschenke-Ecke ja echt was hat.


  • Bei uns vor der Haustür ist es nicht so belebt. Ob das Verschenken funktionieren wird? – Muss ich ausprobieren.


  • Früher nannte man das seinen Müll vor die Tür stellen.

    Wenn nun in Berlin jeder anfängt seinen Müll (das ist es ja für die einen) vor die Tür zu stellen und wenn das Ordnungsamt Probleme macht ist das die “Verschenke-Ecke”?

    Wo fängt denn Müll abladen an und hört anderen Leuten alte Sachen überlassen auf?
    Da diese Grenze kaum definierbar ist wurden vor vielen, vielen Jahren Flohmärkte erfunden.

    Falls es jemanden interessiert es ist in Berlin aus Haftungsgründen verboten ohne Absprache mit der BSR oder dem entsprechenden Bezirk einfach so Müll vor die Tür zu legen. Sollte jemand darüber stolpern/fallen… und/oder sich verletzen haftet bis etwa 1m vom Haus der (Haus-) Eigentümer dahinter die Stadt/Bezirk für Schäden.
    Das wird ggf. sehr teuer.


    • Statement:
      Für mich fängst das Müll vor die Haustür abstellen da an, wo sich nach dem Abstellen niemand mehr drum kümmert!!!
      Anders in unserer Verschenke Ecke!!

      Erstens ist, dadurch das der Ort einladend und nett, bunt, gold, silber, schöne Schrift ect. beschriftet, also kreativ und dadurch als gepflegt gekennzeichnet ist, schon mal ein Wert an sich entstanden.
      Ganz klar, das ist keine Haustürpissecke und niemand, der voll bei sich ist, als nicht bewußtseinsverändert durch Alk oder Drogen, entleeert sich dort. Auch die Hundebesitzer sind jetzt deutlich achtsamer.

      Dadurch, das der Ort quasi “geweiht/umgewidmet ect. ” wurde, werden auch die Dinge dort als deutlich wertvoll wahrgenommen!!
      Dann werden die Sachen auch immer wieder mal aufgeräumt.
      Das ist ganz wichtig, denn wieder zusammen gelegte Kleidung sieht eben nicht nach Müll aus.
      Genauso wie in jedem Zimmer/Wohnung, kennzeichnet z.B. das Zusammenlegen der Wäsche den Unterschied zwischen Schmutzwäche und sauber.Das funktioniert bei vielen Menschen in unterschiedlichen Kulturen schon seit Kindheit so und ist eine klare Botschaft.

      Denn Dreck fasst niemand gern an, denn Nasses, Dunkles, Zerwühltes aussozieren viele (ungewußt) und oft zu recht, mit Gefahr.
      Sind die Dinge sauber, ordentlich , übersichtlich, einladend, an einer Art Gabenplatz/Altar ect. abgelegt, sind die Sachen interessant.
      Wir legen IMMER wirklich noch funktinoierende Dinge dort hin, oft noch mit Infozettel “funktionstüchtig” niemals Schrott!
      Jetzt, nach 1,5 jahren sind die Farben der bunte Geschenke Ecke verblichen. Das Zeichen für wertvoll läßt nach, es beginnt sofort müllig zu werden.
      Also werde ich wieder mal malen und jeder, der ins Haus kommen will und klingelt, freut sich beim Warten und guckt sich die Sachen an.
      Sogar die Hausbesitzerin !!! hat nichts dagegen und des liegen oft auch “gifts/Gaben”als der Nachbarschaft dort.

      Sabine Pabel
      http://www.kunsttherapie-pabel.de


  • Da wir hinter dem Haus eine Mülltonne haben stellt es kein Problem dar nicht mitgenommene Sachen dort nach einem Tag zu entsorgen.

    Aber du hast recht wir sollten nach wievor lieber alles wegwerfen eh sich direkt in dieser Ecke jemand verstecken will und er sie dann drüber fällt.
    Danke für den Hinweis.


  • Auch wenn diese Ecken ihren Charme haben mögen, finde ich das System wie es in meinem Wohnumfeld praktiziert wird aus verschiedenen Gründen vorteilhafter.

    Es gibt hier einen Stadtteilladen (von der Diakonie betrieben), eine Kita und einen engagierten Pastor aus der Gemeinde. Der Stadtteilladen nimmt Haushaltsgegenstände aller Art, die Kita Spielzeug und der Pastor sammelt Kleidung. Durch die Vorkontrolle wird verhindert das Müll abgegeben wird und verteilt wird es durch den Pastor an einen breiten Personenkreis, von Asylbewerbern bis zu Obdachlosen, völlig undogmatisch. Die Kita nutzt das Spielzeug selber und der Stadtteilladen gibt gegen (symbolische) Spende die Sachen wieder aus.

    Und leider ist es nicht so einfach “mit der Mülltonne hinter dem Haus”, spätestens dann, wenn es sich um elektronische Geräte handelt ist das Entsorgen im Hausmüll (aus gutem Grund) nicht gestattet. Dafür gibt es schließlich auch Recyclinghöfe (btw. kostenlos).


  • In Bonn gibt es eine sehr gutes zusätzliches Angebot der Müllabfuhr – Sperrmüll. Zweimal im Jahr kann man seien Plunder auf die Straße stellen und die Sachen werden kostenlos entsorgt.
    Da wird der Kieztausch dann zum Fest, nicht wenige Leute gucken, was so weggeworfen werden soll und was noch zu gebrauchen ist.
    So wird man dann ohne schlechtes Gewissen auch Sachen los, die nie einen Abnehmer finden würden.

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
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  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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