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Archiv für das 'Palast-der-Republik'-tag

DDR-Bauten: Dem Erdboden gleich, doch groß im Kommen

Kurz vor dem Abriss war alles klar: “Lieber Palast, keine Angst – die bauen Dich wieder auf!” hatte jemand im Januar 2006 an den Palast der Republik geschrieben. Fast drei Jahre später reißen sie die Treppenhäuser ein – und träumen von Sonnendecks auf der grünen Wiese am Spreeufer. Die Volkskammer der DDR, Erichs Lampenladen, der Palazzo Prozzo versinkt endgültig in der Vergangenheit…

…und übertritt damit die Schwelle zum Reich der Mythen und Legenden, in dem FDJ-Hemden und Stasi-Kneipen Wärme stiften. Ja, es stimmt, heute ist nicht alle Tage. Sie bauen ihn wieder auf, sozusagen. Auf T-Shirts, Streetart-Stickern, in Bildbänden und Kalendern.

Bauen Sie den Palast wieder auf – zumindest in dieser Fotostrecke – oder sehen Sie ihm genüßlich beim Sterben zu!

Total temporär: Um den Schlossplatz wird bald wieder gekämpft

“Humboldt-Forum nach Klein-Machnow, Kunsthalle bleibt!” Die Bauarbeiter am Schlossplatz staunen, Touristen zücken ihre Digicams. Wir schreiben den 5. Januar 2010.  Selbsternannte Kunsthallen-Retter sind unbemerkt über die Absperrgitter geklettert und haben den White Cube mit Transparenten verhüllt. Ein paar Meter weiter warten die Bagger und an der Info-Box in der Nähe kann eine Gruppe von Schloss-Freunden den Abriss kaum erwarten.

So könnte die nächste Runde im Kampf um den Schlossplatz aussehen. Sie verliefe kaum anders als die letzte, an deren Ende wir jetzt stehen. Weg mit dem Palast der Republik, her mit einer Zwischenlösung. Bei politischen Zeitenwenden kracht es: Kaiserreich gegen Sozialismus, ein Schloss stürzt ein. Die Berliner Republik sucht sich selbst – der Volkspalast verschwindet. Man kann nur hoffen, dass es dieser Platz bald zu einer Form bringt, die vielen Interessen gerecht wird. Das kann auch der Weihnachtsmarkt sein, der hier nicht mehr stattfinden wird, die Camper oder der Fuchs aus der Palast-Ruine.

Fotostrecke: Bauen Sie den Palast wieder auf! Klick für Klick, Geschichte wird gemacht…

Schlossplatz: Vom Palast zur Grünen Wiese

Palast der Republik am Schlosplatz in Berlin Mitte

Ruine des Palastes der Republik am Schlossplatz in Berlin Mitte - Foto;: Henning Onken

Ruine des Palastes der Republik am Schlossplatz in Berlin Mitte - Foto;: Henning Onken

Geschichte wird gemacht: Seit Januar 2006 wird der Palast der Republik abgerissen. Das dauert seine Zeit und ist reichlich kompliziert, besonders nachdem dort erneut Asbest gefunden wurde. Nach und nach entsteht so ein “neuer Ort mit neuen Weiten”, so die Berliner Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer. Das hört sich an wie ein trompetenschallender Aufbruch in eine neue Zeit, vielleicht klang sogar manche Rede von DDR-Größen in dem einstigen Prestigebau ähnlich pathetisch.

Diese Fotostrecke hält sich jedoch mit Kommentaren zurück und dokumentiert schlicht den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Die Bilder reichen chronologisch bis vor deren Beginn zurück.

Schlossplatz: Haie in der Spree

Palast der Republik - Schloßplatz

Hallo, was machen Sie denn da?”, ruft eine Frauenstimme. “Fotos”, sage ich in die Dunkelheit hinein, und sehe schemenhaft, wie sich wenige Meter von mir eine Person aufrichtet. Offenbar beruhigt diese Antwort, sie kuschelt sich wieder in ihren Schlafsack und erzählt mir im Liegen von Berlin: Historische Gebäude verschwimmen mit Museen und unendlich vielen Gesichtern in der U-Bahn – Nachtgedanken einer Touristin aus Koblenz, die erst am Mittag angereist ist. Vom Palast der Republik hat Ines nichts gehört, obwohl sie mit ihrer Freundin direkt am Bauzaun pennt. Es ist drei Uhr morgens und Vollmond, wir sind allein auf dem Schlossplatz.

Still ist es hier um diese Zeit, wie so oft an Orten, die verfallen. Aus Ruinen auferstanden, das war die DDR, denke ich. Und irgendwo dort, wo jetzt ein riesiges Loch im Stahlgerippe klafft, hat einst Honecker auf dem Balkon gestanden und lahm gewunken. Nimmermehr, statt 40 Jahren DDR feiert hier wohl bald das Kaiserreich mit einer stolzen Fassade eine kleine Wiederkehr. Aber das ist eine andere Geschichte, denn ich rede nicht über neue Träume von einem alten Schloss. Ich bin wie gebannt von der Ästhetik der Zerstörung. ‘Schlossplatz: Haie in der Spree’ weiterlesen

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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