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Wie man mit Graffiti-Klau Millionen verdient

Banksy in der Kastanienallee - Foto: Henning OnkenEs sind wieder Mauerspechte unterwegs. Zu Wendezeiten verkauften sie kleine Brocken der Berliner Mauer, heute wittern umtriebige Geschäftemacher Bares an anderen bunt bemalten Wänden der Stadt. Mit Glück können auch Grundstückseigentümer ein Geschäft mit Graffiti machen. So gelang vor kurzem dem Besitzer eines Falafel-Ladens in London der Deal seines Lebens: Er verdiente schlappe 280.000 Euro an einem Graffito – die Wand musste der Käufer auch noch selbst abtragen. Ähnlich reich wollten Unbekannte werden, die einen Mauerbrocken mit aufgesprühter Ratte bei Ebay anboten – in einer Londoner Wand klaffte dafür ein Loch.

Der begehrte Mauermaler war Banksy. Robert Banks, wie er wahrscheinlich heißt, hinterlässt auf seinen Streetart-Streifzügen Spuren in aller Welt. In London malte er küssende Polizisten in eine U-Bahnstation, in der Westbank prangen seine Friedenstauben in kugelsicheren Westen am Grenzwall zu Israel. Und trotz seiner eifrig gehüteten Anonymität kann ein Banksy Millionen wert sein, seit Brad Pitt und Angelina Jolie seine Bilder kaufen. Im Londoner Auktionshaus Bonhams findet heute eine Urban-Art-Auktion statt, bei der neben Banksy auch Werke von elf anderen Künstlern unter den Hammer kommen. Meistens werden die Schablonen einfach auf Leinwand gesprüht – etwas seltsam, aber der Transport von subversiver Straßenkunst in die Wohnzimmer von Promis rechnet sich prima.

Ein Foto reicht doch, oder?

Banksy war auch in Berlin aktiv. Unbemerkt hat er den Wert dieses Verteilerkastens in Mitte gesteigert. Auch in Friedrichshain und Prenzlauer Berg sprühte er zahlreiche autonome Blumenstrauß-Werfer und Ratten-Motive, die Neugierige entdecken können, falls sie nicht entfernt wurden. Wer sich aber mit Hammer und Meißel auf die Suche machen will, sei gewarnt: Die oben erwähnte Auktion mit einer Banksy-Ratte wurde durch den Aufschrei empörter Bürger gestoppt. Aber ein Foto reicht doch, oder? Das Brandenburger Tor nimmt auch niemand mit.

Zugegeben, die meisten “wilden Malereien” gelten weiterhin als Ärgernis und Zeichen von Verwahrlosung, besonders Ätz- und Scratch-Graffiti bei den Verkehrsbetrieben. Trotzdem werden einige Werke langsam Teil der allgemeinen Wertschöpfung, tragen in einigen Straßenzügen sogar zur Gentrifizierung bei. Im Hof von Haus Schwarzenberg in der Rosenthaler Straße in Mitte ließen sich auch T-Shirts von Miss Van, einem maskierten Bunny der französischen Streetart-Künstlerin Vanessa Castex, verkaufen. Stattdessen warnt dort ein großes Transparent fotografierende Touristen vor dem Betreten des Geländes.

Wie erkenne ich einen Banksy in Berlin?

Streetart von Banksy in der Nähe des Alexanderplatzes - Foto: Henning OnkenBanksys Werke sind oft konsumkritisch, ironisch subversiv und intelligent. Da das auch auf viele andere Streetart-Künstler zutrifft, könnte seine Website den Blick schärfen. Viel von Banksys Humor vermittelt auch das Video seines “Pranks” im amerikanischen Disneyland. Dort kettete er eine Puppe im orangefarbenen Overall eines Guantánamo-Gefangenen an eine Achterbahn. Verstörender Einschlag in der Traumfabrik. An größeren Werken ist meistens seine Signatur zu finden.

Was gibt’s in Berlin noch?

Um nur einige andere Streetart-Künstler zu nennen: Fast seit Ewigkeiten unterwegs ist ein Mann mit einem Eimer weißer Farbe, der auf Schritt und Tritt Zahlen hinterlässt – ausschließlich Sechsen. Das mag ästhetisch nicht jeden ansprechen, ist aber überaus rätselhaft. Ähnlich bekannt sind die gelb-schwarzen Fäuste der ehemaligen Cowboys-Crew (CBS), die entlang der S-Bahn und sogar an einem Schild mitten in der Spree prangen. Der manisch-kreative Liebeskummer von Roland Brückner alias Lindas Ex gehört mittlerweile zu den urbanen Legenden Berlins. Besonders aktiv ist im Moment der Dachkantenmaler Just oder Alias, der in Friedrichshain stark vertreten ist. Sehenswert sind auch Arbeiten von Dolk und Kowalski.

Fotostrecke: Berliner Streetart

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12 Kommentare zu “Wie man mit Graffiti-Klau Millionen verdient”


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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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