Dies ist die Geschichte einer tragischen Liebe, jedenfalls dachte ich das, als ich anfing, diesen Text zu schreiben. Jemand klebt Nacht für Nacht den Friedrichshainer Kiez zwischen Boxhagener Platz und Ostbahnhof mit selbstgezeichneten Plakaten zu: Die Motive ändern sich, die Botschaft bleibt gleich: “Linda, komm zurück - Scheiß Winter ohne Linda, Linda hat gesagt, ich sei erbärmlich.” Trennungsschmerz im Linda-Mantra bis zur Besinnungslosigkeit. Inzwischen sind drei Jahre vergangen und noch immer finden sich Überreste dieser besessen gekleisterten Kunst an Hauswänden.
Wer ist Lindas Ex? - ist er endlich glücklich mit jemand anders geworden oder hat sie ihn erhört? Ist er nach Indien gefahren und hat in einem Ashram ein Glück gefunden, das nicht von dieser Welt ist?
Google weiß es besser. Lindas Ex ist Roland Brückner, ein in Berlin lebender Künstler aus Lindau - deshalb der Name Linda, die es niemals gab, wie er schreibt. Das Projekt Lindas Ex hat er aufgegeben, eine Kunsthochschule besucht und ist mit der Ausstellung “Tracing Linda” im Museum für Kommunikation gelandet. Inzwischen zeichnet er Cover für die zitty und hat das Bloggen für sich entdeckt.
Ob öffentlicher Phantomschmerz oder tief empfundenes Leid: Roland Brückners Kampf um seine Linda ist so etwas wie eine urbane Legende des Friedrichshainer Südkiezes geworden.
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Schade eigentlich, ich fand die Geschichte glaubhaft und die Plakate waren wirklich cool. Andererseits: Würde niemandem wünschen, so von einem Ex-Freund verfolgt zu werden..
Linda nervt!