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Raus hier! Kein Leben in der Discounter-Falle

Leicht veränderter Schlecker-Markt in Berlin-Friedrichshain - Foto: Christian Hetey

Machen wir uns nichts vor: Wir hängen an Lebensmittel-Discountern wie Junkies an ihrem Stoff. “Ich ziehe nirgendwo hin, wo kein Lidl in der Nähe ist” – das sagt eine Bekannte, die sich weder mit Glühwein aus Tetra Paks zuschüttet noch Billig-Fluppen raucht. Supermärkte sind die wahren Pulsadern urbanen Lebens, besonders in Berlin. Immer hat man etwas vergessen und wer seine Siebensachen für die Woche beisammen hat, kann beim Gang durch die Regale wenigstens den Zombie aus der Wohnung nebenan treffen – auch ein Grund, alle Tage wieder.

Erst wenn Autonome Kaiser’s anstecken oder am 1. Mai Penny plündern, ist Schluss mit Roter Grütze. Aber es ist vorerst unwahrscheinlich, dass dergleichen in Berlin wieder passiert.

Dabei ist es uns ziemlich egal, wie diese Ketten ihr Sortiment produzieren lassen oder mit ihren Beschäftigten umgehen. Letzteres erregt gerade die Gemüter: Lidl ließ Stasi-ähnliche Dossiers über Mitarbeiter anfertigen, samt Kamera-Überwachung im Pausenraum und Strichliste für Toilettengänge. Jede Woche war eine neue Filiale dran, erreichte ein neuer Spitzelbericht die Lidl-Herrscher in Neckarsulm – auch aus Berlin. Überdies ist seit Jahren bekannt, wie das Unternehmen mit Beschäftigten umgeht, die einen Betriebsrat gründen wollen.

Wo also weiter konsumieren, ohne solche Verhältnisse zu unterstützen? Bei der Konkurrenz von Edeka und Plus kommen wir offenbar vom Teufel zum Beelzebub – neue Enthüllungen belegen, dass auch dort gespitzelt wurde. Der Verdacht gilt auch für Drogerie-Markt-Kette Schlecker, deren Märkte so oft überfallen werden, dass man den oft allein tätigen Kassiererinnen eine schusssichere Weste als Arbeitskleidung wünschen muss. Und der Rest der deutschen Lebensmittel-Bagage? Rewe, Aldi, Tengelmann, haben die nicht auch Leichen im Keller?

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Wo kann man guten Gewissens Lebensmittel kaufen?

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Foto: Christian Hetey

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7 Kommentare zu “Raus hier! Kein Leben in der Discounter-Falle”



  • das problem ist, dass viele leute in berlin gar nicht die wahl haben zwischen discountern oder anderen läden. leute mit geringen einkommen haben das nachsehen, sie unterstützen unfreiwillig arbeitsverhältnisse, die jeglichen respekt für die beschäftigten vermissen lassen. alternative für arme: die berliner tafel vielleicht, aber das ist für einzelpersonen schwierig. außerdem bezieht auch die tafel spenden von supermärkten wie kaisers, die wiederum lebensmittelgutscheine für asylbewerber unterstützen…


  • Die Antwort liefern doch die Google-Ads unter dem Artikel:

    “Bestellen Sie bei SCHLECKER bequem online günstige Drogerieartikel!”

    Da werden dann höchstens noch die Konsumenten überwacht.


  • es gibt auch Gegenbeispiele, zumindest im Drogeriebereich: dm und Rossmann behandeln ihre Mitarbeiter fair. Nehme an, die gehen dann auch motivierter zur Arbeit (-;


  • @rue: lustig, ich hab wohl viel zu oft den Adblocker an (-;
    da war eben sogar eine Anzeige von Lidl – ein Link mit Stellungnahmen zur hauseigenen Affäre.


  • Alles nur halb so wild. Die Menschen vergessen das wieder.

    Was solls. Wir kaufen alle weiter dort wo es unsere Produkte günstig gibt. Egal ob Kameras oder nicht.

    Warum will man auch mehr Geld für die gleichen Produkte ausgeben?

    Oder gar schlechte Bioprodukte (siehe aktuelle Stif.Warentest!) für doppeltes oder dreifaches Geld kaufen?


  • Das Problem ist, dass niemand genau weiß, ob es in anderen Ketten besser zugeht als bei Lidl & Co. Und offensichtlich langt die “Spitzelaffäre” auch nicht aus, um generell ein Bewusstsein für die ständig wachsende Schnüffelvorliebe in unserem Lande zu schaffen. Die Artikel, die ich bisher bei Lidl gekauft habe, werde ich auch weiterhin dort besorgen.


  • be schlecker, be lidl, bei plus, be edeka, usw. usf.
    1000g Putenbrust im Bio-Supermarkt 29@
    1000g Putenbrust bei Lidl 6,50€.

    Für die allermeisten in der Gesellschaft ist Weihnachten eben nur an Weihnachten. Wenn unsere scheinheiligen Politiker zum Lidl Boykott rufen, dann sollen sie den Leuten einen Finanzausgleich geben. Dann kaufen sie auch im Bio-Laden.
    Das geht aber gar nicht. Soviel Biomasse kann es gar nicht geben.
    Einige wenige in der Gesellschaften können es sich leisten tagein,-tagaus dort zu kaufen.
    Für den Rest bleiben Lidl, Kaisers und wie sie sonst alle heißen mögen..

Die Kommentare sind zur Zeit geschlossen.

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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