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Archiv für das '1.-Mai'-tag

Das einzig wahre Deeskalationskonzept zum 1. Mai


Krawall-Videos mit hässlichen Szenen gibt es leider genug – in diesem Streifen aus Dänemark geschieht dagegen etwas Überraschendes: Polizisten umarmen Radfahrer und schenken ihren verdutzten Mitbürgern Helme. Wenn heute am 1. Mai in Berlin Einsatzhundertschaften und Demonstranten aufeinander losstürmen, dann wissen wir warum: Um sich zu beschenken und zu herzen. Trotzdem eine nette Idee!

…und hier ist sie entstanden: Juan Manns Free Hugs campaign

Der Aufstand, eine Legende zum Durchgucken

Erinnerungsfotos an den 1. Mai in Berlin - Foto: Henning Onken

“Juhuu, ich war dabei!”: Vor ein paar Jahren flogen Maifeiernden in der Oranienstraße Flaschen oder Steine um die Ohren. Das Katz- und Mausspiel mit der Polizei war auch für viele Zugereiste ein Nervenkitzel. Eigentlich wartete jeder nur auf den großen Krach, besonders die vielen Fotografen.

Seit das Myfest die “heiße Zone” in eine Feiermeile verwandelt, sind es zunehmend andere Bilder, die hängenbleiben von diesem Tag – so wie das Obige: Die Straßenschlacht ist fröhlich integriert, weil nur aus Pappe. So ganz stimmt das allerdings doch nicht: Der Polizeipräsident etwa durfte nicht mitfeiern und wurde verjagt. Und ein wenig gekracht hat es dann doch. Am Ende sieht die Gegend zwischen Görlitzer Bahnhof und Kottbusser Tor aus wie nach einer Schlacht, einer Konsumschlacht immerhin.
Einige Bilder vom 1. Mai in Kreuzberg

Revolution oder das Paradies in Tempelhof

1. Mai-Plakate am Boxhagener Platz in Berlin-Friedrichshain - Foto: Henning OnkenLetztes Jahr um diese Zeit waren ganz Friedrichshain und Kreuzberg zugekleistert: Frisch und frei, heraus zum 1. Mai. Zwei Wochen vor dem Tag der Arbeit werden in ganz Berlin zwar wieder eifrig Plakate geklebt, doch die sind fast alle für den Volksentscheid über den Flughafen Tempelhof.

Schon macht sich der Eindruck breit, zu Berlins traditionellem Kapuzenkarneval sei nichts weiter zu erwarten als ein friedliches Kreuzberger Myfest. Die Polizei gibt jedenfalls vor, mehr Bedenken vor betrunkenen Männern mit Strohhüten zu haben, als vor wütenden Autonomen – schließlich ist am 1. Mai auch Vatertag.

Doch der Eindruck trügt ein bisschen: In den letzten Tagen wurden immer mehr Tempelhof-Plakate mit revolutionären Demo-Aufrufen zum 1. Mai überklebt – sogar auf Türkisch, wie hier am Boxhagener Platz. “Das Paradies geöffnet – der Flughafen ein Museum”, schreiben die Grünen über Tempelhof. Kein Paradies ohne Revolution, kontern die Mayday-Bewegten. Wir werden sehen.

1. Mai: Die Spur der Steine

PflastersteineAn diesem schönen Tag sind wir aufs Dach geklettert und spielen Schach, als unten langsam eine “Wanne” vorbeirattert. “Früher haben die noch ihre Dachluken zugemacht, als sie durch den Kiez fuhren”, erzählt ein Freund nachdenklich. Und so zerbeult wie damals sind die neuen Mannschaftstransporter der Berliner Polizei auch nicht.

Eine Woche vor dem 1. Mai deutet wenig auf die anschwellende Wut hin, die fast jedes Jahr zusammen mit dem Frühling erwacht und – wie vor 20 Jahren – einen ganzen Stadtteil in ein Schlachtfeld aus brennenden Autos, geplünderten Geschäften und vermummten Kämpfern auf beiden Seiten verwandeln kann. Da wollen Leute leben, um etwas zu erleben, könnte man böse sagen, oder: sie wollen leben, um etwas zu verändern. Jedenfalls ist diese Art von Energie- und Ladungsaustausch zwischen Polizei und gewissen Menschenansammlungen seit dem Auftakt vor 20 Jahren auch in Friedrichshain zu einer Begleiterscheinung des “Kapuzenkarnevals” geworden. Auch im letzten Jahr flogen den Beamten wieder Steine und Flaschen um die Ohren, wenn auch weniger als an den Maydays der Vorjahre. Ein paar umgekippte Autos, eine zerstörte Bushaltestelle – die Bilanz-Pressekonferenzen des Senats wurden kürzer. ’1. Mai: Die Spur der Steine’ weiterlesen

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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