Letztes Jahr um diese Zeit waren ganz Friedrichshain und Kreuzberg zugekleistert: Frisch und frei, heraus zum 1. Mai. Zwei Wochen vor dem Tag der Arbeit werden in ganz Berlin zwar wieder eifrig Plakate geklebt, doch die sind fast alle für den Volksentscheid über den Flughafen Tempelhof.
Schon macht sich der Eindruck breit, zu Berlins traditionellem Kapuzenkarneval sei nichts weiter zu erwarten als ein friedliches Kreuzberger Myfest. Die Polizei gibt jedenfalls vor, mehr Bedenken vor betrunkenen Männern mit Strohhüten zu haben, als vor wütenden Autonomen – schließlich ist am 1. Mai auch Vatertag.
Doch der Eindruck trügt ein bisschen: In den letzten Tagen wurden immer mehr Tempelhof-Plakate mit revolutionären Demo-Aufrufen zum 1. Mai überklebt – sogar auf Türkisch, wie hier am Boxhagener Platz. “Das Paradies geöffnet – der Flughafen ein Museum”, schreiben die Grünen über Tempelhof. Kein Paradies ohne Revolution, kontern die Mayday-Bewegten. Wir werden sehen.
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