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Archiv für das 'Spreeufer'-tag

Strand ohne Bars: Endzeit im Niemandsland

Erst wenn es richtig kalt wird, fällt die Ödnis hinter der East Side Gallery ins Auge. Der schmale Sandstreifen an der Spree ist seit dem Bau der Mauer ein Niemandsland geblieben, das mal eine Wagenburg beherbergte und nach deren Räumung Strandbars als Zwischennutzer anzog.

Mit dem Sommer sind die Holzbuden und Liegestühle verschwunden, in der Ferne blinkt einsam eine Riesen-Anzeigetafel der O2-World vor den Türmen der Oberbaumbrücke. Bewegung herrscht nur noch auf der anderen Seite der Mauer, wo jetzt Denkmalschützer in grünen Anoraks patrouillieren und Touristen verwarnen, die ihre Initialien auf der Mauer hinterlassen wollen.

Nächsten Sommer geht die Party weiter, versprechen die Betreiber des Oststrands, doch über kurz oder lang machen die Baupläne von Mediaspree den meisten Strandbars am Spreeufer den Garaus.

Diese Angst teilt der Betreiber der Bar 25 in der Holzmarktstraße, wenige hundert Meter weiter in Richtung Mitte. Eine Tochtergesellschaft der Berliner Stadtreinigung will dort Hotels, Büros und Wohnungen bauen – und die Partypeople samt ihren Holzhütten bis zum 31. Oktober hinauswerfen. Freiwillig gehen wollen die jedoch nicht.

Strandbars sind den meisten Friedrichshainern und Kreuzbergern symphatischer als Büroklötze, soviel hat der Bürgerentscheid “Mediaspree versenken!” gezeigt. Doch anders als die verhassten Investoren hat sich die Masse der Strandbar-Betreiber auch nicht verhalten: Was frei für alle zugänglich sein sollte, wurde eingezäunt und am Eingang selektiert ein Türsteher gnadenlos die lange Schlange. Spreeufer für alle? Nein, das ist wie in einer Promi-Disse.

Aber jetzt, wo der Winter kommt, möchte man rufen: Seht her, das Spreeufer gehört wohl nie mehr so sehr den Berlinern wie gerade jetzt!

Fotos: Das Berliner Spreeufer

50 Schritte vom Fluss: Wem gehört das Spreeufer?

Heute wird abgestimmt über die Zukunft des Spreeufers. Das möchte man gern glauben, weil die Chancen der Media Spree-Gegner gut sind, mit ihrer Vorlage durch zu kommen. Eine Bebauung des Ufers mit Hochhäusern wäre dann vom Tisch, auch sollte mindestens ein 50 Meter breiter Uferstreifen unbebaut bleiben und eine neue Autobrücke würde es nicht geben.

Nur ist der Bürgerentscheid nicht bindend und die angeblichen Entschädigungszahlungen an die Investoren so hoch, dass ausgerechnet die Grünen und Linken in Friedrichshain-Kreuzberg das Projekt Media Spree nicht gefährden wollen. Das Geld würde dann an anderer Stelle im Bezirkshaushalt fehlen, heißt es. Auch wurde gemunkelt, dass der Senat das Projekt an sich ziehen könnte – unter dem Verweis, dass das Thema für ganz Berlin von Interesse sei. Es sieht jedenfalls nicht so aus, als wäre mit einer gewonnenen Abstimmung die letzte Schlacht geschlagen und die Bebauungspläne gänzlich verhindert.

Wie auch immer der Bürgerentscheid ausgehen sollte, die durchaus kreative Protest-Party dürfte weiter gehen. Hier einige Bilder von der gestrigen Demonstration der Gegner.

Fotos vom Spreeufer

Was wird 2008: Brommybrücke und O2-World

Foto: Henning Onken

Foto: Henning Onken

Schön ruhig auf dem “Brommybalkon”, aber nicht mehr lange: Die Aussichtsstelle an der Kreuzberger Brommystraße soll bald wieder der im Krieg zerstörten Brücke weichen. Für den Senat ist das Projekt der markante ‘Vorbote’ eines umfassenden Umbaus – dem Projekt Media Spree, ein Zusammenschluss aus Investoren zwischen Elsen- und Jannowitzbrücke.

Ein weiterer Baustein soll im nächsten Herbst am anderen Spreeufer fertig sein – die O2-Arena am Ostbahnhof. Für Konzerte werden jetzt schon Karten verkauft. Das freut nicht alle: Viele Anwohner in Kreuzberg glauben nicht, dass es bei einer Fußgänger, Fahrrad- und Omnibusbrücke bleiben wird. Sie befürchten eine starke Zunahme des Durchgangsverkehrs im Wrangelkiez, falls die Brücke für den allgemeinen Autoverkehr geöffnet wird – die O2-World soll bis zu 17.000 Besuchern Platz bieten.

Aus Ärger über den geplanten Brückenschlag hatten Protestler der Initiative “Mediaspree vesenken” im September 2007 für kurze Zeit den alten Brückenpfeiler besetzt und ihm den Namen “Spreehawaii” gegeben. Auch die Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren “Spreeufer für alle” kommt gut voran.

Ein Vorgeschmack auf von privaten Sicherheitsdiensten kontrollierte Uferzonen bietet bereits jetzt die Anlegestelle vor der O2-World, für die eigens 30 Meter der Mauer versetzt wurden. An Silvester setzten dort in schwarz gekleidete Sicherheitsleute ein Böllerverbot durch. Warum eigentlich?

Video: Rap gegen das Projekt Media Spree
Fotostrecke: Spreeufer

Letzter Aufruf für Strandbars

Space Beach

Fast hatten wir gedacht, der Sommer in Berlin wäre schon vorbei. Heute hat er sich nochmal blicken lassen. Hier ein paar Bilder vom Spreeufer und den Strandbars Space Beach und Oststrand, wo endlich wieder gefeiert werden konnte. Auch auf der Modersohnbrücke in Friedrichshain und am Boxhagener Platz trafen wir auf Sonnenanbeter.

Fotostrecke: Ein Sonntag im September

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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