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Archiv für das 'Friedrichshain'-tag

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Hobby: Polizei nerven oder Krawall bis der Arzt kommt

Feiernde Friedrichshainer zünden ein Feuer auf der Straße an - Foto: Henning Onken

Die Polizei-Meldungen der vergangen Woche lesen sich wie ein Tagebuch, in dem immerfort das selbe Thema weitergedreht wird.  Ostermontag: Feuer an der Kreuzung Liebigstraße Ecke Rigaer in Friedrichshain. 70 Leute hätten Gegenstände auf der Fahrbahn entzündet und Löschmaßnahmen der Feuerwehr behindert. Drei Tage später, am Mittwoch, stehen an der selben Straßenecke Müllcontainer in Flammen, am Donnerstag brennen schließlich Holzscheite in einem Einkaufswagen. Immer rückt die Polizei an, löscht zum Teil selbst und bereitet sich auf den nächsten Einsatz vor.

Am Freitag vermeldet die Polizei nichts zu dem Thema, im linken Internetpotal Indymedia schildert hingegen ein Autor unter Pseudonym einen Polizei-Einsatz am Nachmittag vor dem Hausprojekt in der Liebigstraße als “lebensbedrohlich”. Eine Person sei fast von einem fahrenden Polizeiauto mitgeschleift worden, Schlagstöcke und Pfefferspray seien zum Einsatz gekommen. Einordnend heißt es dann dazu bei Indymedia, es werde deutlich, “dass die Bullen ihre privaten Hass- und Frustrations Gefühle nicht von ihrem Amt trennen können. Wie mensch sieht haben sie keine Hemmungen, auch Menschenleben aufs Spiel zu setzen.”

Willkommen im Chaotenbezirk - Foto: Henning OnkenNatürlich vergisst der Indymedia-Autor nicht, auf die politische Dimension zu verweisen, auf den Kurs der Berliner Regierung: “Es geht darum, andere Arten von Leben, die nicht der bürgerlichen Norm und Konsumhaltung entsprechen, von der Straße und den Innenstadt-Bezirken Berlins zu verbannen. Um den notwendigen gesellschaftlichen Rückhalt für ihr Vorhaben zu bekommen, wird mit den Massenmedien zusammengearbeitet. Es werden Lügen verbreitet, aus brennenden Holzscheiten in einem Einkaufswagen werden brennende Strassenbarrikaden.”

Der Indymedia-Autor trifft damit den Nagel auf den Kopf: Es geht immer auch um gesellschaftlichen Rückhalt. Ist halt die Frage, ob man den in der Nachbarschaft und darüber hinaus gewinnt, indem man jeden Abend ein Feuerchen vor der Haustür macht. Oder ob man nicht doch lieber nach Argumenten sucht, warum bestimmte Formen des Zusammenlebens so wertvoll sind und andere davon überzeugt.

Fotostrecke: Berlin bei Nacht

Umsonst und draußen

Umsonst und draußen - Foto: Henning Onken

Ein Bewohner der Proskauer Straße hat offenbar Frühjahrsputz gemacht und seine überzählige Habe ganz nach Berliner Art  an den Straßenrand gestellt. Der Grill samt Kohle steht da wie gerufen für einen Feierabendausflug in den Volkspark und den Kunstblumen blüht ein zweites Leben in der schattigen Erdgeschosswohnung eines Passanten. Alle diese Sachen waren ziemlich schnell verschwunden. Aber wer braucht eigentlich jetzt einen Schlitten?

Fotostrecke: Berliner Seitenblicke

Wo der Frühling stinkt

Im Hinterhof beginnen die Mülltonnen zu riechen, auf der Straße die Hundehaufen – so mieft Berlin in jedem Frühjahr. Gestern allerdings hatten auch vier Kneipen im sogenannten Friedrichshainer Simon-Dach-Kiez ein außerordentlich zweifelhaftes Odeur. Die Lokale mussten sogar schließen, weil Unbekannte sie mit einer “übel riechenden Substanz versetzt” hätten, heißt es bei der Polizei.

Die mutmaßlichen Stinkbomben-Werfer sehen ihre Tat als Beitrag gegen die soziale Verdrängung von Einkommensschwachen aus ihren Wohngebieten. Durch solche Aktionen würden “Cocktailtrinkerinnen und feine Schnösel” vertrieben. Aber mal abgesehen von diesem unhöflichen Klassenstreich frage ich mich, wer in diesem Kiez gerne lebt. Man feiert, bummelt oder geht am Wochenende auf den Flohmarkt, aber hier wohnen?

Fotos aus Friedrichshain

Großes Kino vor dem Kino

Foto: Nicole Gräther

Im Intimes geht der Friedrichshainer Südkiez ein und aus, um günstig und gemütlich Filme wie “Willkommen bei den Sch`tis” zu schauen. Doch auch draußen gibt es was zu sehen: Da sich um die Wände des kleinen Kinos in der Boxhagener Straße kein gestrenger Hausmeister mit Farbeimer im Anschlag kümmert, tanzen dort seit Jahren kleine und große Monster, Pippi Langstrumpf und in jüngster Zeit ist sogar ein Hitler dazu gekommen, der dringend mal austreten muss. Dieser Ort ist eine Art inoffizielle Galerie geworden, die sich ständig verändert. Schauen Sie selbst!

Foto: Nicole Gräther

Gefiederte Fans: Sie fliegen auf Berlin

Krähen auf Berliner Dächern - Foto: Henning Onken

Sie sitzen auf den Dächern und schauen uns durch die Fenster beim Essen zu. Und dann, wie auf ein Signal hin, fallen sie zu Hunderten über uns her, hacken mit ihren spitzen Schnäbeln auf Passanten ein. Okay, das gibt’s nur bei Hitchcock, aber etwas seltsam sind diese Krähen-Schwärme doch. Obiges Foto entstand kurz nach Auflösung einer Krähen-Versammlung in Friedrichshain, wo sich fast jeden Tag solche Szenen beobachten lassen. Auch auf den Bürgersteigen und in Parks picken sie krächzend ohne Scheu nach Müll.

Berlin übt besonders im Winter für Krähen aus Osteuropa und Russland eine starke Anziehungskraft aus. Auch die in Berlin ansässigen Krähen, die früher gen Süden geflogen sind, bleiben im Winter zunehmend der Hauptstadt treu, wie Vogelexperten beobachten. An einigen Plätzen der Hauptstadt sind sie heimisch geworden, in der Gegend um den Dom zum Beispiel, am Monbijoupark oder am Flughafen Tegel. Und wenn sie nicht gerade das Dach des Olympiastadions zerhacken, benehmen sich die Vögel anders als der typisch zugeflogene …äh zugezogene Neu-Berliner: Sie setzen sich nicht in den hippsten Quartieren fest, suchen nur ein wenig Wärme der Schornsteine und etwas Abfall. Die Häuser denen, die drauf sitzen!

Dunst und Diesel: Kommt in unsere Raucher-Höhle!

Raucherkneipe in der Proskauer Straße in Berlin-Friedrichshain - Foto: Henning OnkenAlles ist politisch in Berlin, sogar die Eckkneipe in der Proskauer Straße. Kann mich nicht erinnern, jemals Gäste hinter den vergilbten Scheibengardinen gesehen zu haben, doch der Wirt gibt offenbar nicht auf: Er trommelt für das Volksbegehren, mit dem das Rauchverbot aufgehoben werden soll. Ein Akt der Verzweifelung?

Tatsächlich ist das Rauchverbot in Berlin längst gekippt. Bereits heute darf in Einraumkneipen wieder gequalmt werden – sofern Wirte dies wünschen und keine warmen Speisen anbieten. Das Bundesverfassungsgericht hatte im letzten Jahr eine Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes angemahnt, mit der Begründung, die Betreiber von Bars mit nur einem Zimmer würden durch das Rauchverbot benachteiligt.

Warum also dieses Volksbegehren, wenn Raucher unter sich bleiben und qualmen können,  soviel sie wollen? Weshalb appellieren die Initiatoren des Volksbegehrens, die sich ausgerechnet “Initiative Pro Genuss” nennen, an die “Toleranz” der Nichtraucher?

Wahrscheinlich fühlen sich selbst Besucher und Betreiber von Raucherkneipen nicht mehr wohl, wenn jeder Gast an einer Zigarette nuckelt. Bevor das Rauchverbot eingeführt wurde, rauchte vielleicht die Hälfte der Kneipenbesucher, der Dunst verteilte sich. Der Dunst ist heute eher Nebel. Kein Wunder, dass da selbst vielen Rauchern die Lust vergeht..

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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