Wir bloggen Berlin – Blog News Bezirke

Archiv für das 'Kreuzberg'-tag

Seite 4 von 12

Protest gegen die O2-Arena: Kampf gegen Windmühlen?

In Kreuzberg und Friedrichshain stolpert man in diesen Tagen unweigerlich über Plakate zu einer Demonstration gegen die Eröffnung der 02-Arena. “Wir sind alle eingeladen”, steht da in roten Lettern, was wohl nicht so ganz stimmt, denn die Organisatoren der Demo haben keine Genehmigung erhalten direkt vor der Halle zu protestieren.

Wo demonstriert wird, scheint aber egal zu sein. Die geladenen Gäste dürften von der breiten Ablehnung des neuen Veranstaltungsortes erfahren haben, das mediale Interesse für die Proteste ist groß. Aber was ist eigentlich mit den Party-Hoppern und mit Leuten, die sich kein Konzert großer Bands entgehen lassen? Selbst wenn ihnen die O2-Arena die Sicht auf die Spree versperren sollte, werden sie sich wohl eher über den neuen Veranstaltungsort freuen. Noch mehr Party in Friedrichshain – hej jey.

Die Skeptiker werden also einige Überzeugungsarbeit leisten müssen, um einen größeren Boykott der privaten, gewerblichen, aus Steuergeldern mitfinanzierten Halle anzustoßen. Auch wenn die Friedrichshainer mit Blick auf die weiteren Media-Spree-Pläne Enthaltsamkeit üben würden und auf einen Besuch von Veranstaltungen in der O2-Arena verzichteten: Die Bewohner anderer Bezirke sind innerhalb weniger Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln da. Dass sich viele Menschen in Charlottenburg oder Lichtenberg über die städtebaulichen Folgen von Media Spree den Kopf zerbrechen, ist zu bezweifeln. Tokio Hotel oder der Dalai Lama sind für viele aufregender als die Entwicklung in Friedrichshain-Kreuzberg.

“Heirate reich oder lass es lieber ganz…”

In Kreuzberg gibt es eine Agentur in der Nähe des Landwehrkanals, die sich genau diesen Namen gegeben hat – “Heirate Reich”. Das mag komisch anmuten, scheint aber angesichts des Brimboriums, das viele um “den Tag” veranstalten, nur folgerichtig zu sein. Verschulden will sich schließlich niemand.

Die letzte Hochzeit, zu der ich eingeladen war, fand in Brandenburg statt, in der Märkischen Schweiz in einem Haus am See.  Sehr abgeschieden und mindestens eine dreiviertel Stunde mit dem Fahrrad vom nächsten Bahnhof entfernt, ein rauschendes Fest. An eine Rückfahrt am gleichen Abend war nicht zu denken, und ein Zelt aufzubauen erschien unpassend. Eine andere Hochzeit von einer Bekannten aus Schulzeiten sollte am Bodensee gefeiert werden – das war definitiv zu weit weg, die Anreise hätte allein schon einen Tag gedauert.

Wo man sich auch umhört – oft scheint es darauf hinauszulaufen, dass man sich an irgendeinen abgeschiedenen Ort begeben und dann mindestens eineinhalb Tage gepflegte Gespräche mit Tanten, Onkeln und Arbeitskollegen von entfernten Bekannten führen muss. Bis in eine kleine Stadt in der Slowakei reiste letztens ein Freund mit dem Zug von Berlin aus – seinen Urlaub wollte er dort nicht wirklich verbringen.

Für Gäste scheint es jedenfalls angenehmer, nicht auf eine entfernte Burg reisen zu müssen.  Reich einheiraten hin oder her,  das Bürgeramt der Wahlheimat Kreuzberg liegt doch in der Schlesischen Straße schön zentral und Party-Locations gibt es in der Nähe eine Menge..

Wasserschlacht: Kreuzberg wie immer vernichtend geschlagen!

12:34 Uhr: Nach drei Jahren Pause ist die Schlacht mit faulem Obst und Gemüse zwischen Kreuzberg und Friedrichshain wieder im vollen Gange. Seht selbst!

Update: “Steigen die etwa nachher alle in die U-Bahn?” Diese Frage kann nur stellen, wer sich außerhalb der Wurfweite von faulen Tomaten platziert hat. Dieses Event ist für die meisten Berliner skurril, irgendwas zwischen Kindergeburtstag und Straßenschlacht – jedenfalls ein bisschen igitt. Trotzdem macht es den Teilnehmern auch nach einer Pause von zwei Jahren einen Riesenspaß, ihr Gegenüber mit Schaumstoffschlägern und gammligen Obst oder Gemüse anzugreifen. Obwohl kaum für die Wasserschlacht geworben wurde, ist die Brücke voller Menschen und Munition reichlich vorhanden.

Die Kreuzberger werden dabei wieder einmal von den Friedrichshainer Kämpfern in ihren Kiez zurückgedrängt. Die “Horden aus dem Osten” müssen allerdings um jeden Meter kämpfen.

Hallo Obama, hier können Sie Ihre Berliner Rede halten!

Vergesst die Rede, was zählt ist er: Barack Obama macht am Donnerstag Station in Berlin und ganz Europa schaut neidisch auf diese Stadt. Wer glaubt, der US-Demokrat würde hier etwas anderes als sein “Time for a change”-Mantra herunterbeten, wird enttäuscht sein: Obama ist im Wahlkampf und produziert Phrasen für daheim. Doch auch für die Berliner wird dabei etwas abfallen – ein aufmunternder Klaps: “Yes we can”, Zusammenarbeit, Freundschaft.

Trotzdem läuft was schief: Da kommt einer her, der hat das Zeug zu einem veritablen Messias, einer der sagt: “Ich mach so vieles anders”. Und einer, der sich dann doch an die Siegessäule mit Blick aufs Brandenburger Tor stellt wie all die anderen gefakten Heilsbringer. Staatsmänner, Feldherren und Loveparade-Macher sind magisch angezogen von der konstruierten Wucht großartiger Plätze.

Das ist schade. Man möchte Obama zurufen: Nutzen Sie Ihre Chance, jetzt wo alle noch von Ihnen begeistert sind. Gehen Sie durch Kreuzberg, sprechen Sie zum Beispiel mit den Jugendlichen vor der Naunynritze. Das ist sicher nicht einfach, schließlich hat der Amerikaner keine Jobs im Handgepäck, aber mit Sozialarbeit kennt er sich aus. In jungen Jahren hat er drei Jahre lang als “community organizer” in Chicagos Armenvierteln gewirkt. “I grew up to be a man, right here”, sagt der Beinahe-Präsident des mächtigsten Landes der Welt. Ob er dort im Wahlkampf nochmal vorbeischaut?

Liebe Leser: Was sollte sich Obama von Berlin anschauen außer dem Brandenburger Tor? Mit wem sollte er noch sprechen außer Angela Merkel oder Wowereit? Antwortet mit einem Kommentar!

50 Schritte vom Fluss: Wem gehört das Spreeufer?

Heute wird abgestimmt über die Zukunft des Spreeufers. Das möchte man gern glauben, weil die Chancen der Media Spree-Gegner gut sind, mit ihrer Vorlage durch zu kommen. Eine Bebauung des Ufers mit Hochhäusern wäre dann vom Tisch, auch sollte mindestens ein 50 Meter breiter Uferstreifen unbebaut bleiben und eine neue Autobrücke würde es nicht geben.

Nur ist der Bürgerentscheid nicht bindend und die angeblichen Entschädigungszahlungen an die Investoren so hoch, dass ausgerechnet die Grünen und Linken in Friedrichshain-Kreuzberg das Projekt Media Spree nicht gefährden wollen. Das Geld würde dann an anderer Stelle im Bezirkshaushalt fehlen, heißt es. Auch wurde gemunkelt, dass der Senat das Projekt an sich ziehen könnte – unter dem Verweis, dass das Thema für ganz Berlin von Interesse sei. Es sieht jedenfalls nicht so aus, als wäre mit einer gewonnenen Abstimmung die letzte Schlacht geschlagen und die Bebauungspläne gänzlich verhindert.

Wie auch immer der Bürgerentscheid ausgehen sollte, die durchaus kreative Protest-Party dürfte weiter gehen. Hier einige Bilder von der gestrigen Demonstration der Gegner.

Fotos vom Spreeufer

Berlin wird heute zur Stadt des Lächelns

Dalai Lama in der Kastanienallee - Foto: Henning Onken

Seine Heiligkeit ist ein Popstar, ein Kassenschlager. Die meisten Veranstaltungen mit ihm sind ausverkauft, und heute kommt der Dalai Lama nach Berlin. Auf einer Tibet-Kundgebung am Brandenburger Tor verteilt er seine Weisheit und Güte zwischen 16 und 18 Uhr kostenlos, allerdings auch nur etwa eine Viertelstunde lang. Außer den zahlreichen Fans zieht der Nobelpreisträger aber auch Gegner an – viele Demo-Plakate mit seinem Konterfei sind zerrissen worden.

Warum wollen sich eigentlich so viele Menschen von dem Tibeter erleuchten lassen? Wer sind seine Berliner Fans?

“Wir sind Helden” und “2Raumwohnnung” spielen im Rahmenprogramm – es gibt also sicher einen Grund zu kommen. Doch es heißt, dass schon ein Lächeln des Dalai Lamas Menschen begeistert. Sogar der Berliner Kurier fordert seine Leser zum “Heute Gott-König schauen” auf – ein Erlöser kommt in die Hauptstadt, zwar kein christlicher, aber verpassen darf man ihn trotzdem nicht.

Sollte der Dalai Lama noch Zeit haben, durch Friedrichshain oder Kreuzberg zu touren, dürfte er sich über die vielen Tibet-Fahnen an den Balkonen freuen. Am Paul-Lincke-Ufer in Kreuzberg etwa. Dort gibt es einen Tibet-Fan, der bis zum Winter ein Transparent mit “Rettet die Bäume am Landwehrkanal” gehisst hatte. So wird aus einem Kampf um alte Pappeln nahtlos der Einsatz für ein Land, in dem kaum ein Berliner gewesen ist. So schön einfach kann Gerechtigkeit manchmal sein. Rettet Darfur! Rettet das Weltklima! Rettet die Brandenburger Großtrappen!

Fotostrecke: Berliner Plakate

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

Zufallsfotos

Kostenlos abonnieren

Unser RSS-Feed enthält alle neuen Artikel. Ihr könnt sie auch bequem als E-Mail abonnieren
fensterzumhof.eu gibt es jetzt auch in einer Smartphone-Version

Anzeige

Berliner Streetart

Berlin bei Nacht

Fassaden der Hauptstadt

Berliner Hinterhöfe

Andere Blogs


Wenn Sie auf dieser Seite verbleiben, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Anzeigen zu personalisieren. Informationen zu Ihrer Nutzung dieser Webseite werden an Werbepartner weitergegeben. Indem Sie weiter auf dieser Website navigieren, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie dieser Verwendung von Cookies zu.

Schließen

Seite 4 von 1212345678...Ende »