Seine Heiligkeit ist ein Popstar, ein Kassenschlager. Die meisten Veranstaltungen mit ihm sind ausverkauft, und heute kommt der Dalai Lama nach Berlin. Auf einer Tibet-Kundgebung am Brandenburger Tor verteilt er seine Weisheit und Güte zwischen 16 und 18 Uhr kostenlos, allerdings auch nur etwa eine Viertelstunde lang. Außer den zahlreichen Fans zieht der Nobelpreisträger aber auch Gegner an – viele Demo-Plakate mit seinem Konterfei sind zerrissen worden.
Warum wollen sich eigentlich so viele Menschen von dem Tibeter erleuchten lassen? Wer sind seine Berliner Fans?
“Wir sind Helden” und “2Raumwohnnung” spielen im Rahmenprogramm – es gibt also sicher einen Grund zu kommen. Doch es heißt, dass schon ein Lächeln des Dalai Lamas Menschen begeistert. Sogar der Berliner Kurier fordert seine Leser zum “Heute Gott-König schauen” auf – ein Erlöser kommt in die Hauptstadt, zwar kein christlicher, aber verpassen darf man ihn trotzdem nicht.
Sollte der Dalai Lama noch Zeit haben, durch Friedrichshain oder Kreuzberg zu touren, dürfte er sich über die vielen Tibet-Fahnen an den Balkonen freuen. Am Paul-Lincke-Ufer in Kreuzberg etwa. Dort gibt es einen Tibet-Fan, der bis zum Winter ein Transparent mit “Rettet die Bäume am Landwehrkanal” gehisst hatte. So wird aus einem Kampf um alte Pappeln nahtlos der Einsatz für ein Land, in dem kaum ein Berliner gewesen ist. So schön einfach kann Gerechtigkeit manchmal sein. Rettet Darfur! Rettet das Weltklima! Rettet die Brandenburger Großtrappen!
Fotostrecke: Berliner Plakate










Schöner verklärter Bericht. Rosa Brille absetzen nicht vergessen.
Popstar wer? Das sind die typischen Worte die man in den Medien findet.
Genauso wenn in den Medien über Steinmeier steht er sei Vize-Kanzler.
Es gibt nur einen Stellvertreter.
Schön dass seine Heiligkeit nur zu seinem Vergnügen hier ist und nicht anderes zu tun hat als nur seine Fans zu besuchen die in Xberg und Friedrichshain ihre Fähnchen schwenken wollen.
Das vermittelt jedenfalls dieser Bericht.
Morgen ist er wieder weg.Die Probleme bleiben.
Hauptsache wir hatten unseren Spaß.
Die westliche Welt hat sich wieder mal amüsiert.
es geht um netzwerke, ist doch klar. der dalai lama könnte genauso gut seine botschaft über schriften verbreiten, entscheidend ist aber, dass er mit mächtigen in aller welt redet. außerdem noch zu den berlinern zu sprechen, ist halt noch ne dreingabe, von der er sich wahrscheinlcih weniger etwas in religiöser als politischer hinsicht verspricht. dass ein großteil der zuhörer wahrscheinlich wegen des happenings kommt, tut nichts zur sache.
Ich war bei der Veranstaltung heute. Mal abgesehen vom politischen Aspekt – wer weiß schon, was solche Veranstaltungen wirklich bewirken – der Mann hat wirklich eine ziemliche Ausstrahlung, selbst über einige 100 Meter weg. Sicher kann ich seine Reden und Interviews nachlesen, “live” ist es doch noch mal ne Spur beeindruckender. Ob auch nachhaltiger – wer weiß?
Nun war er da, der Dalei Lama – Sympathiezwang als Strategie
Alle wollten sie sich doch mit ihm und irgendwie auch mit Tibet solidarisieren und er ist ja auch zu putzig, der Dalai Lama, wie er da kichert, mit einem kleinen Jungen in der ersten Reihe schäkert, sich ausgiebig am Hinterkopf kratzt und ins Publikum winkt. Außerdem ist seine Botschaft so herrlich einfach wie sein Verhalten aufrichtig scheint: „Gewaltlosigkeit macht attraktiv.“ Das verstehen die Zuhörer. Hätten sie vorher mal besser in den Spiegel geschaut.
Das haben ihnen der perfekt gestylte Moderator Ralf Bauer und die ebenso blendend aussehende Inga Humpe abgenommen. Inga trällert „Om Mani Peme Hung, ich weiß wie ich ausseh, bitte keine Fotos und bevor ich ausgeh, sitz ich lieber im Lotus“ und niemand lacht sie aus.
Solche Dämlichkeiten vergrößern den Drang, den Dalai Lama zu mögen, nur noch. Ob der das ahnt? Seine Popularität garantiert ihm jedenfalls die Solidarität einer Herde, die einfache und plakative Botschaften mag.
Gestern ein Pop-Konzert, heute der Dalai Lama und morgen die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele – wir waren dabei, mit guter Gesinnung, Räucherstäbchen und einem Lächeln.
Ich denke der Mann wird überschätzt.
Was hat er denn was so besonderes ist? Eine Sekte? Die Antwort auf alle Fragen? Gold? Geld? Weisheit? Land?
Er ist der oberste Hirte seiner Kirche/Religion. Gut. Das ist ja auch schon was. Mehr aber auch nicht.
Tibet als eigenständigem Staat wird es nie wieder geben. Das ist jetzt China und wird es immer bleiben.
Das einzig gute daran ist das die Jugend sich wieder für was engagiert.
Allerding lieber diesem Mann am Brandenburger Tor als andere “Medienstars” wie Dieter Bohlen oder so.
Der Dalai Lama verkörpert weltweit für die Idee von Frieden und Gerechtigkeit – nur in China nicht, wegen der dortigen Dämonisierung der Medien.