Angefangen hat es im Sommer 2001: Zwei Jahre nachdem die chinesische Botschaft in das Gebäude an der Jannowitzbrücke zog, versammeln sich Anhänger der Meditationsbewegung Falun Gong auf der Brücke. Sie hängen Transparente auf, verteilen Flyer und protestieren still gegen die Verfolgung in ihrem Heimatland. Mal sind es zwei oder drei, die ihre Arme in den Himmel strecken, mal reisen Unterstützer aus anderen Städten an. Nicht immer sieht man nur asiatische Gesichter, auch hierzulande solidarisieren sich Menschen mit der Bewegung. An Terminen wie der Eröffnung der Olympischen Spiele gesellen sich auch Tibet- und Menschenrechtsaktivisten dazu.
Ob die Angestellten der Botschaft von dem Treiben Notiz nehmen? Hinter den verspiegelten Scheiben wird heute der 60. Geburtstag der Volksrepublik gefeiert, sicherlich mit einer Fernsehübertragung der pompösen Militärparade in Peking. Sie werden trotzdem wieder da stehen, so wie fast jeden Tag seit neun Jahren.









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