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Deine Stimme – ab in den Müll?

Aufruf zum Boykott der Bundestagswahlen in der Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg - Foto: Henning OnkenIn Berlins Plakate-Wald gedeihen in der letzten Woche vor der Bundestagswahl kleine Widerstandsnester. In Kreuzberg pappen Boykotteure Sticker an Mülleimer mit dem Hinweis, dort Wahlzettel zu entsorgen.  “Stimme erheben, statt abgeben” steht an einer Häuserwand in der Reichenberger Straße. Bei Info-Abenden in Friedrichshain sprechen sich die “klassisch-anarchistischen” Wahlverweigerer Mut zu und vertiefen sich in direkt-demokratischen Gedankenexperimente. Höhepunkt des Aktionismus ist eine Demo, bei der Nein-Sager am Vorabend der Wahl ihrem Unmut Luft machen wollen.

Es gibt viele Gründe, einen Bogen um den Polit-Grabbeltisch der Parteien und Kandidaten zu machen, den Wahl-O-Mat zu ignorieren: Ein Vater von zwei Kindern aus Prenzlauer Berg rechtfertigt seine lebenslange Enthaltung damit, dass Wählen verboten wäre, wenn es wirklich etwas bewirken würde. Ein Anhänger der Linken mit Irokesenschnitt ist wahlmüde, weil seine Friedrichshainer Direktkandidatin den Wählern ihr Hinterteil zeigt. Fans der Piratenpartei können nicht mit ansehen, wie ihre bräsigen Kandidaten der Jungen Freiheit Interviews geben. Und das Dreamteam Horst Schlämmer/Bushido tut nur so, als würde es was bewegen.

Aber aus Wahlmüdigkeit einen Wahlkampf gegen das Wählen zu starten – so etwas gibt es wohl nur in Friedrichshain und Kreuzberg. Schaut auf diese Stadt!

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6 Kommentare zu “Deine Stimme – ab in den Müll?”



  • Ich war gestern bei einer Wahlveranstaltung der Grünen mit Trittin und Künast und heute bei Steinmeier. So viel Langeweile hätte ich selbst nicht für möglich gehalten – konnte mich kaum auf das Gequatsche konzentrieren, die jeweiligen Anhänger fand ich spannender. Bei den Grünen die klassisch-alternativen Bildungsbürger, viele mit Kindern, bei Steinmeier lungerten viele Rentner rum.

    Eigentlich sind Parteien, die sich offen für neue Subventionen aussprechen nicht wählbar. Die Grünen wollen die deutsche Automobilindustrie bei der Entwicklung von Elektroautos unterstützen. Die SPD hat gemeinsam mit der CDU Opel gerettet – ein Unternehmen, das jahrelang auf Spritschleudern gesetzt hat, die keiner kaufen will. Völlig daneben. Wenn ich die FDP wähle, geht es armen Menschen in Deutschland noch schlechter, alles wird privatisiert und was dabei rauskommt sehen wir bei der Berliner S-Bahn. Außerdem will schwarz-gelb Atomkraftwerke länger am Netz lassen.

    Die Linke ist keine Option, eine Partei, die Altkader eines Unrechtsstaates in den eigenen Reihen duldet, wähle ich nicht, außerdem nervt die Sozialneiddebatte.

    Wen also wählen?


  • Ich kann das nachvollziehen und habe meinen Frust mit Bier und Schnapps in den Sonntag gerettet

    …und bin pünktlich 18:01 aufgewacht, womit sich das Problem gelöst hatte :P


  • bier und schnaps helfen da bei mir nur bedingt, ich habe mich echt geärgert, dass ausgerechnet die fdp,. aber lassen wir das. whatever. es lebe die atomkraft


  • So wie es war konnte es ja nicht bleiben.
    Das ganze letzte Regierungsjahr war nichts passiert bis auf Wählerberuhigung (z.B. Rentengarantie, Abwrackprämie).

    Alles zu Lasten von uns junger Generation.
    Den Rentnern als große Wählergemeinschaft wurde von allen Parteien nur Honig serviert und wer das letztendlich zahlen soll wurde ignoriert.

    Vielleicht muss es mal wieder CDU/FDP geben damit die Gesellschaft sieht das auch Westerwelle nicht zaubern kann.

    Auch die Linke wäre mal eine Alternative im Bund. Aber für diesen Joker warten wir mal ab was die nächsten Jahre so passiert.


  • Leutchen, ihr seid die perfekten Untertanen einer Diktatur: Sich am Wahltag die Kante geben und dann rumnölen, dass sich nix ändert!

    Na, jetzt haben wir gelb-schwarz und ich fürchte, da wird sich so einiges ändern, aber: Wenn man nicht wählen war, hat man sich ja die Hände nicht schmutzig gemacht und kann getrost meckern – das interessiert dann bloß keinen mehr.


    • So lange die größte Wählergruppe die Rentner sind wird sich auch nichts ändern. Die wollen doch das alles so bleibt wie immer/früher.

      Die Jugend ist ja nicht willens oder fähig zu erkennen das alle “Wohltaten” auf Ihrem Rücken bzw. zu Ihren Lasten verteilt werden.
      Vielen junge Leute sind dann auch noch “so blöd” FDP oder CDU zu wählen.
      Genau die Parteien denen ja gerade eine gerechte Welt sehr fern liegt. Wie will denn ein unter 30-jähriger von Praktikumgehältern (wenn überhaupt) oder Kurzjobs fürs Alter vorsorgen?

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
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