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Gelöbnis-Alarm: Sechs Polizisten für einen Demonstranten

Da sage mir jemand, wir lebten nicht in einem Polizeistaat: 1800 Polizisten aus mehreren Bundesländern passen heute auf vermutlich viel weniger Menschen auf, die sich gegen das öffentliche Gelöbnis von Bundeswehr-Rekruten am Reichstag engagieren. Die Rede ist von zwei Kundgebungen mit 300 bis 1000 Teilnehmern. Damit nicht wieder Nackte durchs Bild laufen oder Trillerpfeifen den Eid stören, bewachen bis zu sechs Beamte einen Demonstranten. Das wird nicht billig, 250.000 Euro soll der Spaß kosten.

Wer nicht denkt, das sei ein wenig übertrieben, schaue sich die Absperrungen ums Regierungsviertel an. Die waren anfangs sogar so großzügig geplant, dass der Bezirk die Veranstaltung fast hätte platzen lassen. Das kann man verstehen, denn schließlich wollen sich in diesem öffentlichen Raum auch andere Menschen frei bewegen als Angehörige der Bundeswehr, Sicherheitskräfte und die geladenen Gäste.

Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn Feldjäger ein paar “Flitzer” wieder einfangen müssen, wie dies in den letzten zehn Jahren mehrfach der Fall war?  Rekruten lernen ja auf dem Kasernenhof als erstes, Haltung zu bewahren, sich nicht nervös machen zu lassen bei einer so wichtigen Sache wie dem Eid auf die Verfassung. Außerdem sollte jeder sehen dürfen, was hier passiert. Die Bundeswehr ist ja kein Geheimbund. In den letzten Jahren ist das Interesse an den Veranstaltungen der Gegner ohnehin zurückgegangen.

Foto: Christian Hetey

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7 Kommentare zu “Gelöbnis-Alarm: Sechs Polizisten für einen Demonstranten”



  • Es hätten ja mehr Demonstranten oder Clowns kommen können!

    Aber möglicherweise kann man der heutigen Jugend nicht mehr klar erklären warum man was gegen ein öffentliches Gelöbnis, also einen Treueschwur auf die Verfassung, am 20. Juli hat.
    Oder diese Demo war eben schon immer falsch und jetzt merkt man das auch. Oder die Aktiven Teilnehmer gehen langsam in Rente…

    Ist ja schon interessant das ein ehem. RAF-Mitglied, gegen diesen Verfassungsschwur ist, die dort verhaftet wurde.

  • benutzernamenversager


    Ist ja auch nicht wirklich einfach, Gründe gegen ein öffentliches Gelöbnis (wenn es denn ein solches wäre) zu finden. Die ewig gestrigen, könnten eventuell mal probieren, in Nordkorea politisches Asyl zu erhalten. Dort könnten sie vielleicht glücklicher sein als hier.
    Ich würde mich freuen, in Zukunft, auch ohne Einladung, an einem öffentlichen Gelöbnis – als Zuschauer – teilzunehmen.
    Lasst doch den Jungs, die teilweise ihren Ar*** für unseren Lebensstandart hinhalten werden, den Stolz, an so einem Ereignis teilgenommen zu haben. So, Mein Gelöbnis war ´94, warte auf Prügel!


  • benutzernamenversager: ”Lasst doch den Jungs, die teilweise ihren Ar*** für unseren Lebensstandart hinhalten werden, den Stolz, [...]”

    bitte was?
    der eifrige einsatz unserer tapferen ‘söldner’ (das wäre wohl das, was mit obriger aussage konnotiert werden kann: ”söldner”, die dafür sorgen, dass WIR den lebensstandar>>D<>D<<?
    mir schwant bei dieser aussage ein wort im kopf umher.. ich glaub das heisst KOLONIALISMUS oder ist es doch der IMPERIALISMUS, jedenfalls gibt’s da noch den verweis zum POST-KOLONIALISMUS..

    einfach mal googlen..
    (es muss sich niemand angegriffen fühlen, ist nur ein hinweis der auf entsetzen beruht)


  • gut, die formatierung hat’s geschluckt..

    hier nochmal der teil in gänze:

    der eifrige einsatz unserer tapferen ’söldner’ (das wäre wohl das, was mit obriger aussage konnotiert werden kann: ‘’söldner”, die dafür sorgen, dass WIR den LebensstandarD beibehalten den wir genießen)…

    und WER trägt die kosten für UNSEREN LebensstandarD?
    mir schwant bei dieser aussage ein wort im kopf umher.. ich glaub das heisst KOLONIALISMUS oder ist es doch der IMPERIALISMUS, jedenfalls gibt’s da noch den verweis zum POST-KOLONIALISMUS..


  • @ Jens: Unsere Soldaten als Söldner zu betiteln ist Blödsinn, insbesondere bei den Wehrpflichtigen auch völlig daneben.

    Ich teile aber ihre Ansichten zum neo-kolonialen Einsatz der Bw z.B. in Afghanistan.
    Doch der Ansatz dem mit der Störung eines öffentlichen Gelöbnisses entgegentreten zu wollen, geht ins Leere.
    “Der Fisch stinkt zuerst am Kopf.”
    - >Der amtierende Inspekteur des deutschen Heeres, Generalleutnant Hans-Otto Budde, verkündete: “Wir brauchen den archaischen Kämpfer!”. Und ein Fallschirmjäger-Kamerad ergänzte im selben Geiste: “Man muss sich diesen archaischen Kämpfer vorstellen als einen Kolonialkrieger, der fern der Heimat nach eigenen Gesetzen lebt und handelt.” Dieser Inspekteur ist nach wie vor unbeschadet in Amt und Würden.<
    http://www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/28/28252/1.html&words=Kolonialkrieger&T=kolonialkrieger

    Dieser Ungeist muss getilgt werden, die politisch verantwortlichen Personen in Bw und Regierung unter Druck gesetzt werden.
    Die breite Öffentlichkeit muss darüber in Kenntnis gesetzt werden, die Mainstream-Medien a la TSP berichten nicht darüber.

  • benutzernamenversager


    @Jens
    Gruß nach NordNordkorea!
    Danke für das “D”


  • @maulaufmacher: die störung befürworte ich auch nicht.. obwohl diese natürlich auch eine aussage enthält..
    mir ging es lediglich um den ausspruch meines vor’schreibers’ der, wie es scheint, unverholen konform mit eben jenen ”feldzügen” der bw geht; gleich mit welcher noch so humanitären ausrichtung das ganze verpackt und medial aufbereitet sein mag.

    der fisch stinkt zuerst am kopf, so vieldeutig diese aussage auch sein mag, in abrede zu stellen ist sie nicht.

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