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Hallo Obama, hier können Sie Ihre Berliner Rede halten!

Vergesst die Rede, was zählt ist er: Barack Obama macht am Donnerstag Station in Berlin und ganz Europa schaut neidisch auf diese Stadt. Wer glaubt, der US-Demokrat würde hier etwas anderes als sein “Time for a change”-Mantra herunterbeten, wird enttäuscht sein: Obama ist im Wahlkampf und produziert Phrasen für daheim. Doch auch für die Berliner wird dabei etwas abfallen – ein aufmunternder Klaps: “Yes we can”, Zusammenarbeit, Freundschaft.

Trotzdem läuft was schief: Da kommt einer her, der hat das Zeug zu einem veritablen Messias, einer der sagt: “Ich mach so vieles anders”. Und einer, der sich dann doch an die Siegessäule mit Blick aufs Brandenburger Tor stellt wie all die anderen gefakten Heilsbringer. Staatsmänner, Feldherren und Loveparade-Macher sind magisch angezogen von der konstruierten Wucht großartiger Plätze.

Das ist schade. Man möchte Obama zurufen: Nutzen Sie Ihre Chance, jetzt wo alle noch von Ihnen begeistert sind. Gehen Sie durch Kreuzberg, sprechen Sie zum Beispiel mit den Jugendlichen vor der Naunynritze. Das ist sicher nicht einfach, schließlich hat der Amerikaner keine Jobs im Handgepäck, aber mit Sozialarbeit kennt er sich aus. In jungen Jahren hat er drei Jahre lang als “community organizer” in Chicagos Armenvierteln gewirkt. “I grew up to be a man, right here”, sagt der Beinahe-Präsident des mächtigsten Landes der Welt. Ob er dort im Wahlkampf nochmal vorbeischaut?

Liebe Leser: Was sollte sich Obama von Berlin anschauen außer dem Brandenburger Tor? Mit wem sollte er noch sprechen außer Angela Merkel oder Wowereit? Antwortet mit einem Kommentar!

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17 Kommentare zu “Hallo Obama, hier können Sie Ihre Berliner Rede halten!”



  • Sorry, aber der Kandidat (noch ist er nicht mehr) braucht Kulissen die in seiner Heimat die Leute (Amerikaner) kennen – damit die Ihn für kompetent halten und wählen.

    Und in Amerika kennt man bekanntlich nicht soviel von Deutschland. Das Brandenburger Tore ist das “fast” einzige was den meisten Amis ein Begriff ist. Vielleicht noch Reichstag/Siegesäule (ausser der Bayern Klischees).

    Problematische Orte wie die vorgeschlagenen (Kreuzberg/Neukölln…) kennt in Amerika niemand und solche Problematischen Orte haben die selbst mehr als genug. Das bringt dem Kandidaten auch keine Stimmen zu Hause.

    Ebenso verstehe ich diesen Hype um einen Auftritt von einem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten nicht. Glaubt denn wirklich jemand das er -wenn er denn gewählt wird- die Politik um 180 Grad dreht? Das meiste liegt doch nicht in seiner Hand.


  • Ähm, warum kommt Obama eigentlich?
    Vielleicht verwechselt er ja die Kolonie Deutschland mit einem Bundesstaat der USA.
    Die Politiker (unsere) könnten natürlich Obama vorschlagen diese Bananen Republik an die Amis zu verhökern.
    Damit wäre es nicht besser, aber dann bräuchte man sich nicht mehr diese erbarmungslosen Politiker hier ansehen, die das Land hier immer weiter runterwirtschaften.


  • Wenn ich (bei der Konkurrenz) lese dass der Obama Besuch allein das Land Berlin etwas über 250.000 Euro kostet frage ich mich auch was dieser Besuch soll.

    Noch ist der doch “nur” ein amerikanischer Senator mit Ambitionen zur Präsidentschaft. Ist der Besuch diesen Aufwand wert?


  • @peter
    bei der “konkurrenz” (berliner zeitung) habe ich gelesen, dass obama alle kosten für den auftritt selbst tragen wird…


  • @ tobi

    Bei der Berliner Morgenpost steht das Berlin die Kosten von 250.000 Euro allein trägt.

    Macht aber auch Sinn.

    Die Straßensperrung/Straßenreinigung, Polizei…
    Zahlt doch immer Berlin. Da wird doch keiner Hr. Obama eine Rechnung schicken. Oder?


  • wg. wer zahlt was: Die Kosten für seinen Wahlkampfauftritt (Tribünenaufbau, Fanmeilen-Absperrung…) zahlt soweit ich weiß Obama. Nur ist es damit nicht getan – er muss beschützt werden – und beim Thema Sicherheit ist das Land Berlin dran. Dass solche Zahlen dann nicht gern publiziert werden, kann man sich denken. Aber die Kosten lassen sich schätzen…


  • Ein toller Artikel. Hat mich nachdenklich gestimmt. Vielleicht sollte Mr. Obama sich auch mit Gegnern des Irakkrieges treffen, um in Europa auch ein anderes Meinungsbild über diesen Krieg zu erfahren.


  • H. Onken: Den privaten Schutz überlässt Obama sicher nicht der Polizei von Berlin. Und was den Schutz der Menge angeht: Es scheint Menschen in dieser Gesellschaft zu geben, die möchten an diesem Ereignis gerne teilnehmen, und solange die Berliner Polizei das Gewaltmonopol für eine Großveranstaltung ausübt, erledigt sie ihren verfassungsmäßigen Auftrag. Und dabei ist es egal, ob es sich um ein EM Public-Viewing, ein Roland Kaiser Konzert oder eben eine Ansprache eines amerikanischen Senators handelt. Entscheidend ist einzig die Teilnahme und das Publikumsinteresse der Bürger auf Berliner Boden. Und deswegen ist es auch nicht statthaft darüber zu spekulieren, dass man die Kosten wohl nicht publizieren wolle.


  • Lieber Hr. Onken,
    wir reden hier über mind. 250.000 Euro. Die Frage ist doch ob das im Verhältnis steht.

    Nur damit dieser Kandidat eine Wahl-Kulisse hat zahlen wir mit unseren Steuern dieses Theater mit.
    Muss das sein?

    Soll er doch nach Hollywood fahren und vor einer Filmkulisse von Berlin reden.


  • @Horst: ja, das ist viel Schotter für den Besuch eines Senators… )-: In der allmächtigen “Herr, Obama Dich Unser”-Stimmung (Seyfried) wird hier allerdings kaum jemand so richtig ins Grübeln geraten.


  • Nur damit kein falscher Eindruck entsteht.
    Ich habe nichts gegen diesen Besuch. Nur gegen die Signalwirkung “Berlin zahlt alles”.

    Nicht das in Zukunft jeder Präsidentschaftskandidat aus welchen Ländern auch immer hier aus Präsentationsgründen (Kulissen…) einen großen Auftritt macht und Berlin jedesmal Kosten entstehen.


  • Immer noch nicht verstanden?

    Berlin zahlt alles, weil die Berliner es so wollen. Gäbe es kein Publikumsinteresse, entstünden keine Kosten. Aber offenbar dient der Hinweis auf das Geld nur stellvertretend für die politische Ablehnung der Veranstaltung.
    Denn einen “großen Auftritt” kann eben in einer pluralistischen Gesellschaft nicht jeder hinlegen. Das scheint aber gewisse Neidreflexe auszulösen.

    Wenn es denn ein nachvollziehbares Argument gegen den Auftritt als solchen gibt, dann ja wohl die großräumige Absperrung der Peripherie, denn der Ort als solcher ist ja nicht elementares Bedürfnis sondern als politisches Kalkül zu werten.


  • Echt Carl?

    Die Berliner wollen einen amerikanischen Senator sehen?

    Warum?

    Weil der so toll ist? Weil wir den wählen können? Weil wir die Siegessäule nicht kennen?

    Das ist doch ein klassisches Sommerlochthema.


  • Gegen Obama werden so manche deutsche Politiker blass.
    Wie man Wowereit gesehen hat, der ihm das Berliner Gästebuch hinterher getragen hat, wie ein armer Gesell.
    Breitbeinig stehend, völlig verkrampft neben den lockeren Obama.
    Ewig grinsend, wenig rhetorisch, wie immer der Berliner Partymeister.
    Eher ausgelaucht, als erholt aussehend neben Obama.
    Obama hat ihm die Schau gestohlen. Wowereit blass wie ein Windlicht auf dem Friedhof.
    Dafür musste er nun extra seinen Urlaub unterbrechen.
    Dafür dass er als Nebendarsteller auftreten durfte.
    Obama zeigte, wie deutsche Politiker neben ihn im Glanz einfach verblasen.
    Ausgerechnet Wowereit.


  • Nun ja Americano Fan,

    der große Unterschied ist wohl der – die einen sind gewählt und der andere noch Senator. Das ganze ist ja schließlich auch die Show des Senators um seine Fähigkeit für Aussenpolitik und Internationales seinem (!) Volk zu zeigen. Mehr nicht.

    Im übrigen hoffe ich Ihnen ist das wichtigste aufgefallen. Mehr Einsatz der Europäer in der Terrorbekämpfung … – heißt übersetzt: Mehr Deutsche (und andere Europäische) Truppen nach Afganistan und den Irak.

    Das wird wohl dem Deutschen Volk + Parlament nicht ganz so gefallen.

Die Kommentare sind zur Zeit geschlossen.

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
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  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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