Hallo Obama, hier können Sie Ihre Berliner Rede halten!

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UNITED STATES - MAY 7 - President Barack Obama speaks during the 148th commencement ceremony at Howard University May 7, 2016 in Washington, DC. President Obama is the sixth sitting U.S. president to deliver the commencement speech at Howard University. (Photo By Al Drago/CQ Roll Call)

Vergesst die Rede, was zählt ist er: Barack Obama macht am Donnerstag Station in Berlin und ganz Europa schaut neidisch auf diese Stadt. Wer glaubt, der US-Demokrat würde hier etwas anderes als sein “Time for a change”-Mantra herunterbeten, wird enttäuscht sein: Obama ist im Wahlkampf und produziert Phrasen für daheim. Doch auch für die Berliner wird dabei etwas abfallen – ein aufmunternder Klaps: “Yes we can”, Zusammenarbeit, Freundschaft.

Trotzdem läuft was schief: Da kommt einer her, der hat das Zeug zu einem veritablen Messias, einer der sagt: “Ich mach so vieles anders”. Und einer, der sich dann doch an die Siegessäule mit Blick aufs Brandenburger Tor stellt wie all die anderen gefakten Heilsbringer. Staatsmänner, Feldherren und Loveparade-Macher sind magisch angezogen von der konstruierten Wucht großartiger Plätze.

Das ist schade. Man möchte Obama zurufen: Nutzen Sie Ihre Chance, jetzt wo alle noch von Ihnen begeistert sind. Gehen Sie durch Kreuzberg, sprechen Sie zum Beispiel mit den Jugendlichen vor der Naunynritze. Das ist sicher nicht einfach, schließlich hat der Amerikaner keine Jobs im Handgepäck, aber mit Sozialarbeit kennt er sich aus. In jungen Jahren hat er drei Jahre lang als “community organizer” in Chicagos Armenvierteln gewirkt. “I grew up to be a man, right here”, sagt der Beinahe-Präsident des mächtigsten Landes der Welt. Ob er dort im Wahlkampf nochmal vorbeischaut?

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