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Das Problem am anderen Ende der Leine

Oranienstraße Kreuzberg

“Man kann Bänke anzünden und dealen, alles kein Problem. Aber wehe, du hast einen Hund”, beschwerte sich kürzlich ein Neuköllner im Deutschlandfunk über Kontrollen des Ordnungsamts in der Hasenheide. Aus Protest lässt er sein Tier ohne Leine durch den Park laufen. In der großen Grünanlage zwischen Kreuzberg und Neukölln treffen wir auch Alexander und seine Bulldogge “Saddam”. Der Hund sitzt friedlich zu seinen Füßen, ganz wie das Tier auf dem Foto, das in der Oranienstraße wahrscheinlich ein Auto bewachen soll.

Auch Alexander hat Grund, sich zu ärgern: Über den Leinenzwang, über schiefe Blicke von Eltern mit Kindern und über die einzige Hundewiese im Kreuzberger Teil des Parks. Dort laufen eher die Bewohner der Bergmannstraße auf, “die haben nettere Hunde”, erzählt eine Freundin. Andere Grünanlagen wurden aufwendig umgestaltet, um Hunde und ihre Hinterlassenschaften fern zu halten. Leute mit Kindern sollen her – wie zum Beispiel am Boxhagener Platz in Friedrichshain.

Der städtische Aktionismus begann vor sieben Jahren mit der Hundeverordnung, die die Haltung von Kampfhunden erschwert. Das Gesetz zeigt Wirkung, meinen dessen Befürworter und verweisen darauf, dass Hundeattacken auf Menschen von von 1900 im Jahr 2000 auf weniger als 900 zurückgegangen sind. Die strengeren Gesetze und die öffentlichen Debatten haben offenbar dazu geführt, dass sich Hundehalter mehr mit ihren Tieren beschäftigen. Claudia Hämmerling von den Grünen fordert seit Jahren die Aufhebung des Gesetzes, das bestimmte Rassen als gefährlich einstuft. Schäferhunde und Rottweiler dürfen dagegen ohne Maulkorb herumlaufen und beißen häufiger zu, als alle anderen Rassen zusammen.

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7 Kommentare zu “Das Problem am anderen Ende der Leine”



  • Lustig… schon mal mit nem 2jährigen Kind in Hasenheide oder Görlitzer Park spielen gegangen?
    Ständig muss man dem Kind das Rennen auf der Wiese verbieten, wegen der Tretminen – und wie ein Adler den Blick in alle Richtungen schweifen lassen, falls dieser -natürlich absoluter- Ausnahmefall eines unverantwortlichen Hundebesitzers doch mal um die Ecke kommt.

    Ich liebe Hunde wirklich, mein Vater der ausserhalb der Stadt lebt, hat 3. Aber Kinder müssen nun mal wichtiger sein als Hunde!
    Ausserdem finde ich, die Haltung von Tieren in der Innenstadt, die größer als ein Dackel sind, ist Tierquälerei. Was soll das denn? Berlin ist doch kein Dorf?!

    Wer in der Innenstadt einen großen Hund hält, ist ein Tierquäler (und nicht selten noch ein Dreckschweinchen-> Hundekacke), und braucht davon nicht ab zu lenken, in dem er andere als “Hundehasser” oder Ähnliches versucht zu diskreditieren.


  • irgendwie hat joe 66 recht, obwohl ich auch einen hund habe,
    mache ich aber den dreck von ihm weg, beobachte aber das sich immer mehr
    türken hunde anschaffen, bevorzugt sog “kampfhunde”, habe aber noch nie gesehen, das diese den dreck wegmachen!! abgesehen davon, das sie maulkörbe tragen..(die hunde!!)dort geht das ordnungsamt nie hin, weil sie angst haben. meistens werden diese hunde aus polen geholt oder neuerdings auch hier weitergezüchtet, verdient sich doch der migrant 3. generation sein geld damit.. polizei, ordnungsamt??
    claudia hämmerling hat doch keine ahnung, wo wohnt die eigentlich??


  • Joe66 hat Recht? Er bezichtigt Halter großer Hunde die in der Stadt leben als Tierquäler. Was ist denn mit den Kindern die in einer Großstadt aufwachsen? Schon mal Statistiken über gesundheitliche Belastungen in der Großstadt eingesehen? Wer im Glashaus sitzt…


  • 1. bin ich joe36
    2. habe ich keine Kinder

    … bin aber selbst in Berlin aufgewachsen, und das geht sehr gut, denn Berlin ist eine Stadt von Menschen für Menschen ;) – und wegen der gesundheitlichen Belastung die betrifft auch Erwachsene … da wäre es sicher n gutes Ding, wenn alle die es können, auf ein Auto verzichten würden – die verursachen nämlich den Lärm und die schlechte Luft hauptsächlich – aber das ist ein anders Thema.

    Und das mit dem Tierquäler hört sich vielleicht hart an, aber jeder, der einen großen Hund besitzt, weiß wie sehr sich das Tier z.B. im Wald wohlfühlt, und wie unwohl oft in der Stadt.

    Wer Hunde wirklich liebt, sollte so etwas meiner Meinung nach ganz von allein bedenken…


  • was hundehaltung in der stadt betrifft, sollte man differenzieren. der kleine neurotische schoßhund, der von omi zuvor mit schoki vollgestopft eine runde um den block getragen wird, um ihn vor angriffen vermeintlich kleinhundemordenden großhunden zu schützen, ist wahrscheinlich nicht besser dran, als sein im zwinger sitzender dorf-kollege. solange ein hund genug bewegung, beschäftung und sozialen kontakt zu anderen hunden und seinen menschen bekommt, ist für den hund im allgemeinen alles gut. wieviel hier jeweils genug ist hängt von rasse und persönlichkeit des hundes ab und lässt sich in keinster weise verallgemeinern.
    mir tun vor allem die hunde leid, die von ihren menschen den ganzen tag allein in den garten ihres einfamilienhauses gesperrt werden. deren halter glauben ihren hund artgerecht zu behandeln – schließlich wäre er ja draußen an der frischen luft. dass der hund vor langeweile verblödet und ihm der wichtige kontakt zu seinen menschen fehlt, kommt niemandem in den sinn, wenn der hund zur nervtötenden bellmaschine hinterm jägerzaun mutiert.
    einem hund, der stadt aufwächst, wird kaum etwas fehlen. ich bin auch in berlin aufgewachsen. und ich hab auch nur bei besuchen in west-deutschland gemerkt, dass andere städte anstatt einer bunten mauer viel grunes land drumrum haben.
    wer allerdings versucht, einen hund, der auf dem land aufgewachsen ist, in der stadt glücklich zu machen, wird – je nach persönlichkeit des hundes – mehr oder weniger probleme haben.
    meinem hund geht’s hier jedenfalls sehr gut. er hat jeden tag viele haufen neue nachrichten vor der haustür und trifft am tag bestimmt ein vielfaches an artgenossen, als es ein land-hund von sich behaupten könnte.
    und dass das leben in der stadt für vierbeiner vorteile haben muss, beweist sicherlich auch die landflucht von diversen wildtieren. in berlin tummeln sich über 8000 wildschweine, 1000 füchse, ungezählte waschbären und feldermäuse.


  • Oh mann, die Tölen und ihre Besitzer in dieser Stadt können einen wahnsinnig machen. Die haben nur niemanden zum reden und bekommen ein bisschen mehr Stütze, wenn sie eine Töle halten. Verbieten und abschaffen!!!


  • Was Joe36 sagt ist ansich richtig, doch haben “Haufen” nichts mit Leinenzwang zu tun.
    Hunde machen auch an der Leine ihr Geschäft, da liegt es in der Verantwortung der Halter das einzusammeln.
    Und was rxberg66 sagt kann ich nicht bestätigen. Wenn ich jemanden sehe, der Haufen liegen lässt, sind es meist Deutsche.

    Ich möchte meinem Hund ein artgerechtes Leben bieten, zumindest so, wie es in einer Großstadt like Berlin möglich ist, und dazu gehört auch Auslauf, nicht neben mir hertraben.
    Außerdem sind es meist die Hunde, die beissen, bellen und/oder auf andere Hunden losgehen, die immer an der Leine geführt wurden, die unausgelastet sind.
    Ständiger Leinenzwang ist Quälerei!

    Wo liegen denn die Alternativen?
    Das “Hundeauslaufgebiet” in der Hasenheide ist viel zu klein und zu stark frequentiert.
    Waldgebiete, z.B. Richtung Köpenick oder Britz, sind von Wildtieren bewohnt und da gibt es richtig Ärger sollte der Hund seinem Jagdtrieb nachgeben.
    Große Hundeauslaufgebiete, wie Tegel oder Grunewald, sind min. eine Stunde entfernt und solange ich nicht kündige, bekomme ich das zeitlich nicht geregelt.
    Nicht kontrollierte Grüngebiete wimmeln wieder vor Kindern…

    Ich für meinen Teil habe keine Lust mehr als Schwerverbrecher hingestellt zu werden und ständig 25 Euro abzudrücken, nur weil ich meinem Hund einmal am Tag das gönne, was ihm laut Tierschutzgesetz eigentlich zusteht.

    Es muss eine große Hundwiese her.
    Und anstatt zu pauschalisieren und Fronten aufzubauen @Joe36, sollten Hundebesitzer und Eltern da zusammen arbeiten, so könnten alle zufrieden werden :o )

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
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  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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