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Zertrümmern und weg. Warum diese Wut?

Foto: Henning Onken

Ausgerechnet Brad Pitt. In “Fight Club” schlägt er mit dem Baseballschläger auf schicke Karren mit Stern, Sportvehikel und Geländeautos ein. Man könnte denken, dieser Film sei in Berlin gedreht worden, denn hier winkt vielen Karossen ein ähnliches Schicksal. Platt gemacht, angekratzt, abgefackelt. Autos sind wehrlos und stehen nachts unbewacht in leeren Gassen. Längst haben google-maps-Begeisterte eine Karte von den Brandanschlägen angefertigt. Schuld sind meistens “Extremisten” aus Friedrichshain und Kreuzberg, natürlich.

“In der vergangenen Nacht haben Unbekannte” …bla bla… “der Staatsschutz ermittelt”. Längst überlesen wir solche Meldungen im Polizeiticker, die im Hintergrund weiterrauschen. Am Ende folgt die Statistik. Wen es noch interessiert: es sind in diesem Jahr 54 Autos angesteckt und weit mehr beschädigt worden. Zuletzt traf es 29 jener Umzugsfahrzeuge, die in Berlin jeder als “Robben” kennt.

Vergleichsweise harmlose Öko-Rebellen lassen die Luft aus den Ventilen, andere Täter sprühen Schablonen auf Motorhauben. Das Wort “Meins” stand vor zwei Tagen in Schöneberg auf mehr als einem Dutzend Oberklasse-Autos. Von Sozialneid über Kritik an bestimmten Firmen bis zu Öko-Aktivismus – viele Motive stecken hinter solchen Aktionen.

Die Besitzer sollen sich rechtfertigen, warum ihnen die U-Bahn, das Rad oder ein gebrauchter Golf nicht reicht. Warum sie an ein wenig mehr Glanz in ihrem Leben glauben und kräftig dafür zahlen. Und weshalb sie mit tonnenschweren Geländewagen durch die Stadt brausen, während ältere Kleinwagen vor der Umweltzone Halt machen müssen.

Dabei siegt oft die Vernunft von ganz alleine über zehn Liter plus x. Eine Freundin fuhr ihr BMW-Cabrio nur einen Sommer lang, dann war ihr die Kutsche zu teuer.

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12 Kommentare zu “Zertrümmern und weg. Warum diese Wut?”



  • bigger, better, faster, more. das ist halt so mit dem sozialneid. der eine hat das besere auto, der andere den bessseren kindergarten… ist in berlin nicht anders als in anderen städten, nur gibt es hier halt besonders viele, die sich vieles nicht leisten können.


  • Neid gepaart mit Feigheit und Anonymität ist unendlich spiessig.
    Und genau das sind dieses “Ativisten” im tiefsten Grunde ihres Herzens..kleingeistige, feige Spiesser.


  • Ein bisschen sind wir doch alle Spießer. Kann mir nicht helfen, aber über so aktionen, bei denen keine größeren Sachschäden entstehen, muss ich schmunzeln. Regt die Leute zum Denken an, das ist es doch.


  • @Katharina S.

    Schadenfreude ist auch so ein spiessige Angelegenheit.

    Na, ich schmunzel dann mal, wenn DEIN Auto oder Fahrrad abgefackelt wird..


  • @Katharina S
    Was sind denn “aber über so Aktionen bei denen keine Sachschäden entstehen muß ich schmunzeln”?
    Graffity an Häuserwänden, zerkratzen von Scheiben bei U-/S-Bahn und Bus,
    Kultur Füße hoch auf den Sitzen in Bahn und Bus, Jugendliche mit der Bierpulle in der Öffentlichkeit.

    Ja, das sind alles Aktionen was für Viele in unserer Gesellschaft leider normal geworden ist und keinem mehr groß auffällt.

    Bleibt die Frage nach den Aktionen wo kein Sachschaden entsteht …
    Vielleicht rauchen in der Öffentlichkeit?


  • Rauchen halte ich nicht für eine der oben gemeinten Aktionen. Aber nicht einmal darüber könnte ich lächeln.


  • Ich glaube nicht das es den Leuten, die teure Autos angehen, um Sozialneider handelt. In dieser Gesellschaft wirst du doch nur gehört wenn du genug geld hast, oder wenn du Gewalt anwendest, ansonsten wird einfach über dich hinweg gegangen. Und wenn irgendwelche StadtplanerInnen meinen, die Leute aus ihren Kiezen, von ihrem Zuhause zu verdrängen um Geld zu machen. Kann ich mich es sehr gut verstehen, wenn es menschen gibt, die sich wehren und zeigen so einfach kriegt ihr uns hier nicht weg und Eure Pläne habt ihr ohne uns gemacht.


  • @Arthur
    Ich denke in ´”dieser”, also unserer, Gesellschaft wird man auch gehört, wenn man ehrlich ist und sich um seine Sachen kuemmert und nicht daheim sitzt und meint der Staat macht das schon.

    Man muss sich allerdings auch mit der Gesellschaft identifizieren und sie nicht von sich wegweisen, wie du es mi der Wortwahl “dieser” tust.

    Es ist unsere Gesellschaft und jeder sollte sein Teil dazu beitragen. Neid und Zerstörung tragen meiner Meinung nach nichts dazu bei.
    Statt lustige Aktionen zu machen, die die Menschen zum Nachdenken anregen, werden immer häufiger Zerstörung und Verschandelung angewandt. Für mich ein Ausdruck von Einfallslosigkeit. Dadurch wird eher ein negatives Bild auf die Verursacher geworfen, als dazu angeregt, sich Gedanken über etwas zu machen. (Bin mir auch nicht im klaren was die Leute erreichen wollen? Das keiner mehr ein teures Auto fährt und unsere Wirtschaft somit schwächen. Dadurch noch mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze verloren gehen? Ich bin einfallslos. Soltle was zerstören,-)


  • das dieses nur aus neid geschehe, ist eine sehr teenagerhafte aussage. frei nach: du findest es doch nur doof weil du es selber nicht haben kannst.
    nur weil es menschen gibt die kein auto aus stuttgart oder sindelfingen besitzen, heißt das nicht, dass sie es gerne würde. ob aber die zerstörung der selbigen der richtige weg ist auf gesellschaftliche missstände hinzuweisen bleibt aber wirklich streithaft.
    ob wir alle in einem berlin – das strenge sterile straßenzüge ohne streetart und ohne die ganze im grau des halblegalen verschwimmende lebendigkeit, dafür aber im uniformen verhalten aller – leben wollen, halte ich für ausgesprochen fraglich.


  • @ Arthur

    Gentrifizierung wird nicht vom Stadtplaner verursacht. Nichtmal ausgelöst.


  • @euphoriefetzen:
    Wenn es nur Neid wäre… es kommt aber offensichtlich auch noch geistige Eingeschränktheit dazu.

    Es gibt KEINEN Grund, das Eigentum anderer zu zerstören. Ausser:
    Unfähigkeit, Unvermögen, Dummheit, Neid.
    Ich bleibe dabei.

    Wenn ich etwas ändern will, zerstöre ich keinen Porsche oder Mercedes.


  • Fraglich ist auch, ob es den Besitzer des Porsches oder Mercedes länger als zwei Tage juckt, dass das Ding in Flammen aufgegangen ist: er freut sich vermutlich sogar, wenn seine Versicherung ihm ein neues Fahrzeug hinstellen muss.

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
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  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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