Leute in Uniform lösen Unbehagen aus, wahrscheinlich bei den meisten Menschen. Radfahrer hoffen, dass ihre Kopfhörer unbemerkt bleiben, Fußgänger, dass die Polizei ein Auge zudrückt, wenn sie eilig eine menschenleere Kreuzung bei Rot überquert haben. Nun bleiben viele Berliner gelassen, weil Polizisten bekanntlich Besseres zu tun haben, als vergleichsweise harmlose Verkehrssünder zu jagen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, denen diese Aufgabe vor einiger Zeit übertragen wurde, scheinen auch nicht gerade zahlreich.
Sofern die Zahlen stimmen, die Innensenator Körting für die Bezirke Spandau und Friedrichshain Kreuzberg vorliegen, dürften bald nur noch Mitarbeiter mit Bodybuilder-Statur für den Job in Frage kommen: “Etwa ein Viertel der Angriffe auf die Beschäftigten der bezirklichen Ordnungsämter endete mit Körperverletzungen. In deren Folge fehlten die Beschäftigen meist zwei bis drei Wochen”, wird Körting von der Berliner Morgenpost zitiert.
Gereizt bis gewalttätig reagieren neben Falschparkern und Radfahrern offenbar vor allem Hundebesitzer. Nicht angeleinte Hunde würden ebenso wie Fahrräder als “Hilfsmittel” für Übergriffe benutzt. Ein Bild, das einem einige schräge Fantasie abverlangt. Sie mussten dennoch bei Einbruch der Dunkelheit wegen eines fehlenden Rücklichts zahlen? Vielleicht sahen Sie einfach zu arglos aus und waren eine leichtere Beute…






Zielgerichteter mutet hingegen ein Plakat an, das seit kurzem an Friedrichshainer Stromkästen pappt: “Kriegsgerät interessiert uns brennend” steht darauf, ein Hinweis auf eine internationale Veranstaltung in Kreuzberg zu Antimilitaristischen Blockade- und Sabotageaktionen. Eine Aktivistin aus den Niederlanden wird über die Zerstörung einer militärischen Satelliten-Anlage berichten, ein Referent aus Irland darüber, wie er ein Militärflugzeug beschädigt hat. Die Veranstalter wünschen sich “eine anregende Diskussion für eine erfolgreiche Zukunft des antimilitaristischen Widerstands”.








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