Die Petersburger ist einer jener Straßen, die ich als Fahrradfahrerin einfach ausblende. Weil sie alles andere als kiezig ist, mit ihren paar Gardinenläden, Metzgereien und vielen leeren Ladenlokalen. Nun hat in der Straße Ende Februar ein Laden eröffnet, der die in der Neonazi-Szene beliebten Thor-Steinar-Klamotten verkauft. Der Aufschrei war groß, aber hätten die Zeitungen nicht über die Proteste berichtet - es wäre mir nicht aufgefallen.
Wahrscheinlich haben die Betreiber des Ladens gerade darauf gesetzt: Dass das Geschäft mit der norwegischen Nazi-Marke hier reibungsloser anlaufen würde, als in Mitte, weil einfach weniger Menschen auf die Neueröffnung aufmerksam würden. Doch wie am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte setzen laut taz plötzlich auch die Vermieter des Ladens in der Petersburger Straße alles daran, die Ladenbetreiber mit der Thor-Steinar-Kollektion vor die Tür zu setzen. Man sei von dem Mieter getäuscht worden, hieß es.
Während die Neueröffnungen besonders in den Fokus der Medien geraten sind, und Konsequenzen gezogen werden, gibt es in Friedrichshain eine Reihe von Vermietern, die offenbar keine Probleme mit dubiosen Mietern haben: In der Warschauer Straße gibt es schon seit langem ein Geschäft, das im Ruf steht, dass dort Rechte ein und aus gehen. In der Samariterstraße haben sich hinter gut gesicherten Türen Leute mit gestählten Körpern und kahlgeschorenen Köpfen eingerichtet, die alles andere als vertrauenswürdig aussehen. Auch in ihrem Schaufenster hängt Tarnkleidung. Schließlich gibt es im Südkiez in der Kopernikusstraße einen neuen Klamottenladen, in dem verstärkt Typen mit Kampfhunden gesichtet wurden.
Natürlich verirren sich keine Leute in diese Läden, die einfach nur durch den Kiez bummeln und ein Geschenk suchen. Darüber, was dort unter dem Ladentisch verkauft wird, lässt sich nur spekulieren. Ob die Vermieter es geprüft haben?











Und, was soll man tun? Sollen Interessenten für einen Laden in Zukunft zu den Verdienstbescheinigungen, Schufa-Gutachten etc. noch ein polizeiliches Führungszeugnis und einen positiv bestandenen Gesinnungstest mitbringen? tsstsss!
so what - Naziläden werden eh unbedeutend, weil sich die Rechten den meisten meisten Mist (Klamotten, CDs usw.) aus dem Internet ziehen… schaut mal bei eBay, da müsste man Sicherungen einbauen.
Viel Lärm um nichts.
Die Marke ist weder aus Norwegen (die Firma kommt aus Brandenburg die diesen Namen einfach mal genommen hat) noch als Nazi Marke bekannt. Dann wäre diese mit Sicherheit verboten.
Das ist wie mit der NPD. So lange die nichts verbotenes im Sinne des Grundgesetzes tun sind solche Vereine/Parteien oder Kleidung nicht verboten.
Tarnkleidung wie oben beschrieben trägt halb Neukölln und einige Autonome und Bauarbeiter ebenso.
Das einige Gruppierungen diese Marke oft tragen mag sein aber oft sieht man diese Leute ebenso (sofern man diese überhaupt am Aussehen erkennt?) mit Adidas oder Nike.
Ich würde das eher für so eine Art “Gang” Bekleidung halten (ohne das diese Leute sich kennen). Das haben die verschiedenen “anderen” unterschiedlichen Gruppierungen in den anderen Bezirken ja auch. Nur habe ich noch nie von Demos vor z.B. “Picaldi” Läden in Neukölln gehört.
@robert
ääh…
Ein sehr schlecht recherchierter Artikel, hier werden Unwahrheiten verbreitet und dazu noch irgendwelche Läden diffamiert, weil sie Army-Kleidung verkaufen oder nach außen nicht wie die üblichen Modeboutiquen daherkommen. Wenn sie sich mal mit “Thor Steinar” beschäftigt hätten, wäre ihnen auch aufgefallen, dass es hier nicht um irgendwelche willkürlichen Vermutungen, was da alles unter der Theke verkauft werden könnte handelt. Aber zum Glück gibt es ja engagierte AntifaschistInnen die ein bisschen genauer hin gucken, und würde es sich bei den von ihnen aufgezählten Läden tatsächlich um “Nazi-Läden” handeln wäre dies sicherlich schon bekannt, da die alle nicht neu sind.
Um mehr über die Hintergründe von “Thor Steinar” zu erfahren lesen sie doch mal die Broschüre unter folgendem Link durch: http://investigatethorsteinar.blogsport.de/images/investigate_thor_steinar_2_web.pdf
also, in Zukunft erst informieren, dann Schreiben.
Mein Gott, ist dieser Text schlecht. Thor Steinar stammt nicht aus Norwegen, sondern aus Brandenburg! Des weiteren ist die Kleidug zwar bei rechtsextremen beliebt, jedoch wehrt sich der Hersteller erfolgreich dagegen, dass er als rechtsextrem bezeichnet wird.
Außerdem was sollen bemerkungen wie: “gibt es in Friedrichshain eine Reihe von Vermietern, die offenbar keine Probleme mit dubiosen Mietern haben: In der Warschauer Straße gibt es schon seit langem ein Geschäft, das im Ruf steht, dass dort Rechte ein und aus gehen. ”
Sollen jetzt wegen Ruf und Vermutungen Mietverträge gekündigt werden? Sollen so Vermieter in Zukunft auch mit Südländern verfahren, weil genug Leute der Meinung sind das wären Terroristen, Kriminelle oder der gleichen?
“Darüber, was dort unter dem Ladentisch verkauft wird, lässt sich nur spekulieren. Ob die Vermieter es geprüft haben?”
Das ist wieder so eine Vermutung. Einfach mal behaupten, dass dort etwas illegales passiert, es werden schon genug glauben. Die linken fallen in letzter Zeit sowieso immer mehr unangenehm auf. Ladenbetreiber, ob nun von Klamottenläden und Bar-Betreiber auf der Simon-Dach-Straße werden bedroht und die Einrichtungen werden demoliert. Vor über 70 Jahren gab es schonmal eine Gruppe von Leuten, die Geschäftsleute, die ihnen nicht gefallen haben schikaniert. bedroht, zusammengeschlagen haben und in deren Geschäften randaliert haben. Die hieß SA also Sturmabteilung!
Die Linken heute scheinen sich diese zunehmen als Lehrmeister zu nehmen!
ich möchte mich gerne zu zwei punkten äussern:
1. anne ihr kiez:
hier verlangt es einiges an selbstkontrolle sich nach dem lesen des beitrags nicht in verwünschungen zu verlieren und sich dem vorwurf des lokalpatriotismus’ preiszugeben. Aber gemeinhin ist mein Eindruck, dass die, die garnicht genug kiez sagen können in der regel am wenigsten davon verstehen. häufig, altes lied, aufgrund des dilemmas des dazuziehens - so auch hier. wer den südkiez, noch wirklich als kiez versteht - kann und wird aller wahrscheinlichkeit genauso gut prenzlauer berg als kiez bezeichnen, was früher (damals) sicher noch richtig war, heute aber mehr als lächerlich ist. ich muss es wissen, ich bin dort aufgewachsen. insofern wäre es vielleicht doch noch mal ratsam nachzuschlagen, und wenn es wikipedia sein muss, was kiez eigentlich heisst. glaubt man dem, was den begriff gemeinhin definiert, so ist der raum um die petersburger sehr wohl kiez - ich muss es wissen, ich wohne jetzt hier - mitunter auch genau aus diesem grund. natürlich ist es nicht alles sauber saniert, mit bunten langweiligen pseudohippen touri kneipen und restaurants zugepflastert, und wechseln nicht zwischen 50-80% der einwohnerschaft von jahr zu jahr - aber hey, wen kümmert das? wenns nicht “hübsch” aussieht und die “möchtegern-szene” hier nicht residert, kann es kein kiez sein!
2. der thor steinar laden:
zunächst kann man das ganze ja ersteinmal unabhängig von der dort verkauften marke anschauen und sich ein wenig mit dem namen beschäftigen: tromso. aber wissen geschweige denn recherche ist ja wie schon von anderen bemerkt offensichtlich nicht die stärke des artikels. tromso ist es nicht nur irgendein norwegisches dorf, sondern genau das norwegische dorf in dessen knast Varg Vikernes die letzten 16 jahre gesessen hat - seines zeichens ehemaliger sänger der wohl bekanntesten und radikalsten rechten black metal band. zufall? ob die marke thor steinar sich als rechtsgerichtet darstellt oder nicht, klar ist, dass sie sich eindeutig mit entsprechenden referenzen, verweisen und ihrer aussendarstellung an ein rechtes publikum wendet. sie wären ja auch doof wenn sie an ihrer breitesten käuferschicht vorbeiwerben.
annes vermutung, das hier von weniger widerstand seitens der betreiber ausgangen wurde/ausgegangen werden konnte, weil es ja nicht in mitte (der kiez!!!!) ist, zeugt erneut von völliger ignoranz gegenüber den örtlichen gegebenheiten - immerhin wurde sie öffentlich eingestanden.
gerade hier in direkter linie zur rigaer str., die sich wiederrum nur wenige meter von der grenze zu lichtenberg befindet, wo in aller regelmässigkeit rechte (lichtenberg) und linke (friedrichshain) eine art privaten kleinkrieg feiern, war stress vorprogrammiert - von der demobeteiligung träumt man in mitte! insofern war die kündigung des mietsverhältnisses wahrscheinlich garnicht nötig, weil ich ernsthaft bezweifle das ein ladenbetrieb in derart feindlichen klima langfristig möglich gewesen wäre.
das der verkauf von tarnkleidung verdächtig macht, ist mir neu - aber wenn natürlich muskulöse männer mit glatze drin zu sehen ist, muss er rechts sein - ganz klar! hilfe..
vielleicht wäre es ratsam, auch mal dich selbst, die eigenen vorurteile, und welche politischen ziele du damit absegnest (der überwachungs/denunzierungs/pc-staat lässt schwer grüssen) zu überprüfen.
für den artikel wäre echt ne entschuldigung fällig, so schlecht ist der…
dennoch viel erfolg beim nächsten.
Wie meine Vorredner bereits richtig konstatiert haben,
ist Thor Steinar keine norwegische Modemarke.
Das Königreich Norwegen hat bereits Anfang letzten Jahres
(Februar 2008) Anzeige gegen Thor Steinar erstattet und strebt eine Klage wegen “widerrechtlicher Verwendung staatlicher Hoheitszeichen” an,
da die norwegische Flagge als Emblem auf einigen Kleidungsstücken
aufgenäht ist.
Ein entsprechender Artikel findet sich beim Tagesspiegel hier:
http://www.tagesspiegel.de/politik/art771,2476984
Auch gegen die Nutzung des Namens der Stadt Tromsø soll nun ähnlich vorgegangen werden.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Kriminalitaet-Thor-Steinar;art126,2746007
Und, @robbe: Tromsø ist mit seinen etwa 66.000 Einwohnern für norwegischer Verhältnisse bereits eine Großstadt…
ganz Norwegen hat ja noch nicht mal 5 Mio. Einwohner!
Aus unserer Berliner Perspektive ist das nun vielleicht ein Dorf, aber für Norwegen schon eine große Stadt, mit Uni etc.