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Archiv für das 'Streetart'-tag

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Das Gangster-Trio vom Savignyplatz

Ronald Reagan, Bill Clinton und George Bush halten Händchen am Savignyplatz in Charlottenburg. Sie erinnern dabei eher an eine Bande von Bankräubern als an Staatsmänner. Anders als dieses Graffito vermuten lässt, haben die Berliner die letzen US-Präsidenten aber nicht über einen Kamm geschoren. 2005 gab es viel Wut auf George W. Bush, im Juli dieses Jahres Euphorie für Barack Obama (siehe verlinkte Fotos).

Bleibt die Frage, ob der Neue im Weißen Haus eines Tages auch in diese Reihe gestellt wird. Aber das hängt wohl davon ab, wie ernst die neue Administration die Menschenrechte nimmt oder die Souveränität anderer Staaten.

Fotostrecke: Berliner Streetart

Nur Kunst: Neue Plattenbauten im Kiez

Während die halbe Republik Fußball schaut, könnte der ein oder andere Künstler die Gelegenheit ergreifen, ungesehen Plakate zu kleben. Dieser zu einem Plattenbau umfrisierte Stromkasten stand schon so im Friedrichshainer Südkiez, bevor Deutschlandfahnen vor vielen Balkonen wehten.

Wer mehr Streetart sehen möchte: Am 5. Juli eröffnet in Friedrichshain die Streetart und Urban Art Ausstellung URBAN AFFAIRS. Viele der bekannten Berliner Streetartisten werden dort vertreten sein.

Die Ausstellung läuft vom 5. Juli bis zum 3. August 2008 in der Brauerei Friedrichshöhe, Landsberger Allee 54.

Fotostrecke: Berliner Streetart

Nicht nur torkeln Kinder, nachdenken!

Foto: Henning OnkenIrgendwann wurden die arglosen Schulkinder zu Trinkern, zu Gestalten, die über die Straße wankten. Den Lehrern des Gymnasiums in der Rigaer Straße wird es kaum aufgefallen sein, denn Verkehrsschilder riechen bekanntlich nicht. Nicht nur in Friedrichshain und Kreuzberg sind bepinselte Schilder aufgetaucht, die Passanten verzückt ihre Digicams zücken ließen: Auch in Mitte, Prenzlauer Berg und Charlottenburg.

Schwer zu sagen, ob das alles auf das Konto der Künstlergruppe Lisha & Co geht, oder ob hier konkurrierende Gruppen unterwegs waren. Lisha & Co haben ihr Projekt ReSIGNation jedenfalls gut dokumentiert. Die Idee dahinter: Leute zu zwingen, Regeln wieder stärker zu hinterfragen, auch wenn es sich nur um scheinbar banale Verkehrsregeln handelt.

Foto: Henning Onken

Fotostrecke: Berliner Streetart

Berlin als Leinwand: Wenn Sprayern der Platz fehlt

Sprayer am Spreeufer - Foto: Henning Onken

Sprayer am Spreeufer - Foto: Henning Onken

“Die Mauer ist weg, aber tausend andere zu bemalen” – so lautet übersetzt die Überschrift eines Artikels in der New York Times vom 2. März. Er handelt von Berlin als Europas “most bombed city” – und erzählt nicht von Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg sondern von Graffiti. Der Autor vergleicht die Stadt mit New York – und zwar dem bunten New York vor 1995, als Bürgermeister Giuliani eine Task Force gegen Graffiti gründete. Kurz: Berlin riecht nach Aerosol.

Man mag das als ein Zeichen von Verwahrlosung deuten und auf den “Null-Toleranz-Zug” der Amerikaner aufspringen oder als Begleiterscheinung einer aufstrebenden Kreativ-Metropole freudig begrüßen.

Entgegen der NYT ist das emsige Werkeln von Sprayern aber gerade an jener Mauer zu beobachten, die Berlin bis 1989 trennte: An den verbliebenen Abschnitten hinter der Schillingbrücke in Mitte gestalten Graffiti-Aktivisten binnen weniger Wochen ganze Abschnitte neu – das obere Bild ist vom 13. April, das untere vom 11. Mai.

Vielleicht liegt es daran, dass vor den “tausend anderen Mauern” Berlins Sicherheitsdienste warten. Statt den Ärger zu riskieren, wird gemalt, wo jedes neue Werk ein altes kaputt macht. Der Ruhm ist eine Sache von Tagen, allenfalls Wochen – dann kommt die nächste Schicht. Doch die Mauer jenseits der East Side Gallery leuchtet schillernd und wechselhaft wie ein Chamäleon.

Fotostrecke: Street Art aus Berlin

Es kann nicht ewig Winter sein…

Es kann nicht ewig Winter sein - Foto: Henning Onken

…diese erfreuliche Erkenntnis ist in Prenzlauer Berg offenbar weit verbreitet. Jemand hat sie unübersehbar groß an eine Wand in der Greifenhagener Straße gepinselt.

Sticker am Frankfurter Tor - Foto: Henning Onken

Im Nachbarbezirk Friedrichshain wähnt man sich schon eine Jahreszeit weiter und ist im Frühling angekommen, zumindest am Frankfurter Tor. Das wird auch Zeit, denn im Baum vor meinem Haus singen schon längst die Vögel. Die haben auch keine Lust mehr auf Nachtfrost.

Fotostrecke: Urban Art aus Berlin

Wie man mit Graffiti-Klau Millionen verdient

Banksy in der Kastanienallee - Foto: Henning OnkenEs sind wieder Mauerspechte unterwegs. Zu Wendezeiten verkauften sie kleine Brocken der Berliner Mauer, heute wittern umtriebige Geschäftemacher Bares an anderen bunt bemalten Wänden der Stadt. Mit Glück können auch Grundstückseigentümer ein Geschäft mit Graffiti machen. So gelang vor kurzem dem Besitzer eines Falafel-Ladens in London der Deal seines Lebens: Er verdiente schlappe 280.000 Euro an einem Graffito – die Wand musste der Käufer auch noch selbst abtragen. Ähnlich reich wollten Unbekannte werden, die einen Mauerbrocken mit aufgesprühter Ratte bei Ebay anboten – in einer Londoner Wand klaffte dafür ein Loch.

Der begehrte Mauermaler war Banksy. Robert Banks, wie er wahrscheinlich heißt, hinterlässt auf seinen Streetart-Streifzügen Spuren in aller Welt. In London malte er küssende Polizisten in eine U-Bahnstation, in der Westbank prangen seine Friedenstauben in kugelsicheren Westen am Grenzwall zu Israel. Und trotz seiner eifrig gehüteten Anonymität kann ein Banksy Millionen wert sein, seit Brad Pitt und Angelina Jolie seine Bilder kaufen. Im Londoner Auktionshaus Bonhams findet heute eine Urban-Art-Auktion statt, bei der neben Banksy auch Werke von elf anderen Künstlern unter den Hammer kommen. Meistens werden die Schablonen einfach auf Leinwand gesprüht – etwas seltsam, aber der Transport von subversiver Straßenkunst in die Wohnzimmer von Promis rechnet sich prima.

Ein Foto reicht doch, oder?

Banksy war auch in Berlin aktiv. Unbemerkt hat er den Wert dieses Verteilerkastens in Mitte gesteigert. Auch in Friedrichshain und Prenzlauer Berg sprühte er zahlreiche autonome Blumenstrauß-Werfer und Ratten-Motive, die Neugierige entdecken können, falls sie nicht entfernt wurden. Wer sich aber mit Hammer und Meißel auf die Suche machen will, sei gewarnt: Die oben erwähnte Auktion mit einer Banksy-Ratte wurde durch den Aufschrei empörter Bürger gestoppt. Aber ein Foto reicht doch, oder? Das Brandenburger Tor nimmt auch niemand mit.

Zugegeben, die meisten “wilden Malereien” gelten weiterhin als Ärgernis und Zeichen von Verwahrlosung, besonders Ätz- und Scratch-Graffiti bei den Verkehrsbetrieben. Trotzdem werden einige Werke langsam Teil der allgemeinen Wertschöpfung, tragen in einigen Straßenzügen sogar zur Gentrifizierung bei. Im Hof von Haus Schwarzenberg in der Rosenthaler Straße in Mitte ließen sich auch T-Shirts von Miss Van, einem maskierten Bunny der französischen Streetart-Künstlerin Vanessa Castex, verkaufen. Stattdessen warnt dort ein großes Transparent fotografierende Touristen vor dem Betreten des Geländes.

Wie erkenne ich einen Banksy in Berlin?

Streetart von Banksy in der Nähe des Alexanderplatzes - Foto: Henning OnkenBanksys Werke sind oft konsumkritisch, ironisch subversiv und intelligent. Da das auch auf viele andere Streetart-Künstler zutrifft, könnte seine Website den Blick schärfen. Viel von Banksys Humor vermittelt auch das Video seines “Pranks” im amerikanischen Disneyland. Dort kettete er eine Puppe im orangefarbenen Overall eines Guantánamo-Gefangenen an eine Achterbahn. Verstörender Einschlag in der Traumfabrik. An größeren Werken ist meistens seine Signatur zu finden.

Was gibt’s in Berlin noch?

Um nur einige andere Streetart-Künstler zu nennen: Fast seit Ewigkeiten unterwegs ist ein Mann mit einem Eimer weißer Farbe, der auf Schritt und Tritt Zahlen hinterlässt – ausschließlich Sechsen. Das mag ästhetisch nicht jeden ansprechen, ist aber überaus rätselhaft. Ähnlich bekannt sind die gelb-schwarzen Fäuste der ehemaligen Cowboys-Crew (CBS), die entlang der S-Bahn und sogar an einem Schild mitten in der Spree prangen. Der manisch-kreative Liebeskummer von Roland Brückner alias Lindas Ex gehört mittlerweile zu den urbanen Legenden Berlins. Besonders aktiv ist im Moment der Dachkantenmaler Just oder Alias, der in Friedrichshain stark vertreten ist. Sehenswert sind auch Arbeiten von Dolk und Kowalski.

Fotostrecke: Berliner Streetart

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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