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Wo der Gehsteig Falten wirft

In Randgebiete investiert man nicht gern. Das war an der Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland so und ist in einigen Winkeln Friedrichshains nicht anders. Wer von der Warschauer Brücke aus in die Revaler Straße einbiegt, sieht vom Stadtumbau Ost nicht viel. Der Rand, das sind hier die S-Bahngleise, auf die man sich bis zum Ende der Straße in Ostkreuz-Nähe zubewegt. Doch zunächst verbergen sie sich hinter einem großen ehemaligen Industrie-Gelände, das seit Jahren von Künstlern genutzt wird. Im RAW-Tempel, dem einstigen Reichsbahnausbesserungswerk finden regelmäßig Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen statt. Auf Plakaten an der Mauer wird zu Aufführungen des Obdachlosentheaters “Ratten” oder zu Lesungen der Schriftstellergruppe “Chaussee der Enthusiasten” eingeladen.

Auf der anderen Straßenseite haben Wagenburgler vor Jahren eine große Baulücke besetzt. Erst nördlich von dort wird die Bau- und Sanierungswut der letzten zehn Jahre sichtbar, die dem Simon-Dach-Kiez eine Kneipenszene und viele jüngere Einwohner beschert hat.

Nach der Sanierung des Ostkreuzes in etwa zehn Jahren könnte auch die Revaler Straße attraktiv für Gewerbetreibende werden, besonders in der Gegend hinter der Modersohnbrücke. Vorläufig stößt man hier jedoch auf Gewerbehöfe mit Autowracks. In der Döringstraße rottet eine ehemalige Kindertagesstätte vor sich hin.

Die kleinen Seitenstraßen wie Niemann-, Matkowsky- oder eben die Döringstraße sind Anfang des 20. Jahrhunderts nach Berliner Sängern benannt, die heute niemand mehr kennt.

Was aber den zerfurchten Bürgersteige angeht, ist es bedauerlich, dass die Stadt nicht schon jetzt investiert. Der Bezirk Mitte mag wegen der vielen Touristen ein besonderes Interesse an gepflegten Straßen haben und deshalb vom Senat vier Millionen Euro für die Beseitigung von Schlaglöchern erhalten. Doch menschenleer sind die Gehwege in Friedrichshain auch nicht.

Bilder vom Ostkreuz

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5 Kommentare zu “Wo der Gehsteig Falten wirft”



  • Solch ein Zustand einer gefalteten Straße ist nicht von heute auf morgen gekommen. Es ist wirklich an der Zeit, dass sich dort etwas tut. Sind nicht Kinder in der Nähe? Wenigsten um deren Sicherheit würde man sich doch vielleicht kümmern. Nur: Wer ist “man”?


  • @Hans: Good question “Wer ist man?” Wahrscheinlich müssen erst die ersten alten Leute hingefallen sein, bis der Bezirk sich bewegt.Oder Anwohner bestehen drauf und machen Druck..Nur wohne ich da nicht.


  • die Falten im gehweg gibt es nicht nur am sogenannten “Rand”. Auch in Zehlendorf gibt es massenweise gefaltete Gehwege und ungepflegte Grünanlagen. Offensichtlich zahlen nur die Bewohner der Innenstadt Steuern.


  • cooles foto!! ich finde gehsteige wie den auf dem bild weniger tragisch. besser so, als bäume zu fällen. einen holzsteg darüber anzulegen, würde das budget wohl vollends sprengen.


  • aber das ist doch berlin wie man es kennt: der morbide charme einer nicht mehr ganz jungen stadt. bei uns in trier gibt es so etwas schon lang nicht mehr.

Die Kommentare sind zur Zeit geschlossen.

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
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  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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