Die Idee ist schön: Anwohner können das eintönige Grau ihrer Straße nicht mehr sehen, die leeren vermüllten Beete und verödeten Seitenstreifen. Bei Einbruch der Dunkelheit, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, greifen sie zu Spaten, Schaufeln und pflanzen Setzlinge an, Krokusse und Tulpen. Einige Tage später blüht es in der Nachbarschaft, Hundebesitzer gucken irritiert und führen ihre Lieblinge woanders aus.
Der Guerilla-Gärtner als Kiez-Retter. Auf der Suche nach begrünten Ecken, über die immer wieder berichtet wurde, war ich in Prenzlauer Berg, Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg unterwegs. An vielen Ecken in diesen Bezirken sieht es mittlerweile tatsächlich lieblich gepflegt aus – nicht nur in den Beeten vor der Tür sondern auch auf Fensterbänken im Erdgeschoss.
Erdgeschosswohnung in Prenzlauer Berg
Blumenkübel vor einer Kneipe in Kreuzberg
Beet vor einem Blumenladen in Friedrichshain
Blumenkasten vor einer Kneipe in Prenzlauer Berg
Beet vor einer Praxis in Friedrichshain
Grün vor einem Wohnhaus in Kreuzberg
Beet vor einem Wohnhaus in Prenzlauer Berg
Viel Grün, aber die meisten der hier dokumentierten Kiezverschönerungsversuche sind Ladenbesitzern zu verdanken. Menschen, die den Bürgersteig vor ihrem Lokal attraktiver machen wollen. Was die Anwohner nicht schaffen oder leisten wollen, übernehmen diese Geschäftsleute. Also Leute, greift zur Schaufel! Diese Farbtupfer in den Straßen Berlins sind toll, gerade an grauen Tagen wie heute.










Wie man an den Photos erkennt, ist es meist nicht viel mehr als Kleinkleingärtnerästhetik mit all den piefigen Kübeln, Kästen und Umrahmungen. Das drittletzte Bild setzt sich davon ab, weil der Strauch auch auf natürliche Weise – beispielsweise durch die Übertragung von Pflanzensamen durch Vögel – dort hätte entstehen können.
In Charlottenburg konnte ich vor einiger Zeit beobachten, wie eine vom Bezirksamt beauftragte Firma das “Unkraut” rund um die Straßenbäume mit Flammenwerfern abbrannte. In öffentlichen Erklärungen schwadronieren verantwortliche Politiker hingegen von der “Bedeutung der Spontanvegetation”.
Da ja in Deutschland alles irgendwie gesetzlich geregelt ist kann ich mir nicht vorstellen das die Bretter oder Zäune so “Behördlich” genehmigt worden sind (Ordnungsamt?).
Was ist wenn da jemand stolpert oder drüber fällt? Wer haftet dann?
Das ganze mag ja nett aussehen aber machen jetzt nicht die Hunde einfach daneben bzw. mitten auf den Gehweg?
Wir kennen ja alle die Berliner Hundehalter und wissen doch alle das die Haufen eher selten von denen weggemacht werden.
@Silvaine: Probier’s mal aus! Dann weißt du, daß ohne Umrahmung überhaupt nichts wächst, weil die Leute einfach drüberlatschen. Im Gegenteil, oft hindert nicht einmal die Umrahmung Fahrradfahrer daran, ihren Esel einfach drüberzuheben. Daß gerade Jungpflanzen dadurch beschädigt werden und somit Grün auf der Straße klar bekämpft wird, interessiert die nicht.