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Archiv für das 'Umwelt'-tag

Das Grün, das ich meine

Die Idee ist schön: Anwohner können das eintönige Grau ihrer Straße nicht mehr sehen, die leeren vermüllten Beete und verödeten Seitenstreifen. Bei Einbruch der Dunkelheit, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, greifen sie zu Spaten, Schaufeln und pflanzen Setzlinge an, Krokusse und Tulpen. Einige Tage später blüht es in der Nachbarschaft,  Hundebesitzer gucken irritiert und führen ihre Lieblinge woanders aus.

Der Guerilla-Gärtner als Kiez-Retter. Auf der Suche nach begrünten Ecken, über die immer wieder berichtet wurde, war ich in Prenzlauer Berg, Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg unterwegs. An vielen Ecken in diesen Bezirken sieht es mittlerweile tatsächlich lieblich gepflegt aus – nicht nur in den Beeten vor der Tür sondern auch auf Fensterbänken im Erdgeschoss.

Erdgeschosswohnung in Prenzlauer Berg


Blumenkübel vor einer Kneipe in Kreuzberg


Beet vor einem Blumenladen in Friedrichshain


Blumenkasten vor einer Kneipe in Prenzlauer Berg


Beet vor einer Praxis in Friedrichshain


Grün vor einem Wohnhaus in Kreuzberg


Beet vor einem Wohnhaus in Prenzlauer Berg


Beet vor einem Café in Mitte

Viel Grün, aber die meisten der hier dokumentierten Kiezverschönerungsversuche sind Ladenbesitzern zu verdanken. Menschen, die den Bürgersteig vor ihrem Lokal attraktiver machen wollen. Was die Anwohner nicht schaffen oder leisten wollen, übernehmen diese Geschäftsleute. Also Leute, greift zur Schaufel! Diese Farbtupfer in den Straßen Berlins sind toll, gerade an grauen Tagen wie heute.

Ein neues Wendland, vor den Toren Berlins?

Protest bei Neutrebbin gegen die geplante CO2-Verpressung von Vattenfall - Foto: Anne Onken

Sie waren beeindruckend, die Proteste der Anti-Atom-Bewegung am Wochenende. Über 100.000 Leute sind in Schleswig-Holstein auf dem platten Land zusammen gekommen, um gegen eine Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten zu demonstrieren. Wäre so etwas auch in Brandenburg denkbar?

Seit einiger Zeit wird dort über eine Technologie gestritten, mit der das klimaschädliche CO2 aus Kohlekraftwerken abgeschieden und unterirdisch eingelagert werden soll.  CCS – Carbon Capture and Storage.  In Ketzin (Havelland) will Vattenfall im Sommer Kohlendioxid aus der Pilotanlage Schwarze Pumpe unterirdisch entsorgen. Auch in Neutrebbin (Märkisch-Oderland) und Beeskow (Oder-Spree) sollen Erkundungsarbeiten für mögliche Speicher beginnen.

Die Pläne sind umstritten: Umweltverbände und Bürgerinitiativen werfen den Energiekonzernen vor, an der schmutzigen Braunkohle festhalten und sie dank CCS als umweltfreundlich verkaufen zu wollen. Von CO2-Bomben und Versuchsdeponien ist da die Rede, mit Risiken,  die einfach nicht abzuschätzen seien. Die EU sollte Fördergelder für erneuerbare Technologien einsetzen,  fordert etwa die Initiative CO2 Endlager Stoppen.

Vielleicht wehren sich die Brandenburger ja wirklich mit Nachdruck. Setzen Parteien unter Druck, die Vattenfall freie Hand lassen. Protestieren, auch wenn viele der Dörfer wie ausgestorben wirken und nur an vereinzelten Häuser Plakate gegen die Vattenfall-Pläne hängen. In Gorleben haben sich die politisch Verantwortlichen und die AKW-Betreiber zunächst auch ziemlich verkalkuliert.

Wer erklärt Berlins Kleinsten, wie Umweltschutz funktioniert?

Kinderparadies in der Reichberger Straße in Kreuzberg - Foto: Anne Onken

Bonjour Tristesse – das könnte der Auftakt einer Serie über Berlins grässlichste Kita-Fassaden sein, aber lassen wir das.  Viele Kitas bekommen dank Konjunkturpaket II neue Anstriche, Dächer und Fenster -  vielleicht auch diese in der Reichenberger Straße in Kreuzberg.

Nie mehr soll Wind durch zugige Fenster in Berliner Kitas pfeifen, Wände werden gedämmt, die Häuser sollen energieeffizient werden. Schön wäre es, wenn die Energieumgestaltung Anlass dafür wäre, Umwelterziehung in der Kita stärker zu verankern.

Es könnte den Kindern erklärt werden, weshalb ihre Kita umgebaut wird und warum es total wichtig ist, kein Licht umsonst brennen zu lassen. Oder dass der CD-Player schnell wieder ausgemacht werden sollte. Wer schon als Kind mit Umweltschutz und sinnvoller Energienutzung vertraut gemacht wird, dürfte auch als Jugendlicher und Erwachsener bewusster mit Energie umgehen. Ob die Verantwortlichen in den Kitas darüber nachgedacht haben?

Berliner müllen ihre Stadt zu

Kreuzberg Oranienstraße

Eine dpa-Meldung von Freitag: Berliner verursachen nach Hamburg den meisten Müll. Very unsexy, liebe Hauptstädter! Fahrt ‘mal ins Ländle… Kein Witz: Baden-Württemberg bildet nach einer Studie des dortigen Umweltministeriums das Schlusslicht mit im Schnitt “nur” 147 Kilogramm pro Jahr und Einwohner – Berliner produzieren fast das Doppelte (288 Kilo).

Ich habe es fast geahnt. Im Ländle – ich kann hier nur über Freiburg schreiben – herrschen andere Verhältnisse. Wer Abfall produziert, zahlt: Es gibt eine Müllgebühr, die zusätzlich zur Miete erhoben wird, Mülltonnen werden in unterschiedlicher Größe bereitgestellt. Und sie sind mit Schlössern versehen: Damit die Studenten-WG ihren Müll nicht einfach bei den Nachbarn in die Tonne wirft.

Müllvermeidung ist eine Erziehungsfrage – insbesondere Hausmeister scheinen rigorose Erzieher zu sein. Einmal hatte jemand im Hof eines Freundes mehrere gelbe Säcke abgeladen und von Restmüll über Kleidungsstücke und alte Zeitungen alles reingestopft, was man nicht mehr braucht, wenn man die Breisgau-Stadt für immer verlässt. Mit dem Teppichmesser machte sich der Hausmeister über die Säcke her, um den Täter anhand eines unbedacht weggeworfenen Briefumschlags zu identifizieren. Man stelle sich das mal in Berlin vor.

In Neuköllner Hausfluren hängen Zettel mit Botschaften wie:

Sehr geehrte Mieterin, sehr geehrter Mieter,

anlässlich einer Hausbegehung haben wir festgestellt, dass die Treppenhausteppiche durch Essensreste, Papier und Tempotaschentücher usw. stark verschmutzt werden.

Wir bitten Sie, dafür Sorge zu tragen, dass der Hausmüll aus defekten (sic!) Mülltüten nicht im Haus liegen bleibt und anderer Unrat [Hundescheiße] nicht auf den Teppichen verteilt und breitgetreten wird.

Wir hoffen im Interesse aller Mieter auf Ihr Verständnis …

Berlin und Freiburg – zwei Städte, die nicht ohne weiteres zu vergleichen sind. Die eine eine arme Millionenstadt, die andere eine relativ wohlhabende Universitätsstadt mit Öko-Image. Fehlt noch Hamburg, die wohlhabende Großstadt mit strukturell schwachen Stadtteilen, die mit 361 Kilogramm Müll pro Einwohner der größte Umweltsünder im Müllvergleich ist. Die dortige Stadtreinigung (“Wir sind für jeden Dreck zu haben”) wirbt auf ihrer Homepage mit “umweltgerechter Müllentsorgung” und “stabilen Gebühren für die graue Hausmülltonne”.

Gebühren: Darin liegt wahrscheinlich die Hauptursache der Hamburger Müllmisere und der große Verdienst der Freiburger Stadtverwaltung. Make them pay!

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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