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Schmuddelmeyer versus Blockwart2.0.

“Drogendealer, Nazischweine, autonome Randalierer” – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wie Nachbarn angeblich ticken, kann man nun auch in Berlin über das US-Webseite rottenneighbor.com erfahren. Ein Denunziationsportal wie die Taz zurecht bemerkt, auf dem jeder anklagen kann, wen er hasst. Oder gar nicht kennt. Der Eintrag “Hier wohnt laut Antifa ein Nazischwein” findet sich gleich zwei Mal für Berlin.

In Reinickendorf wohnt jemand Tür an Tür mit “Schmuddelmietern”: “…schlafen lange, laute Punkmusik, saufen, kotzen vom Balkon, putzen nicht, grillen tote Igel aufm Grill, der ihnen nicht gehört … ekelhaft. Aber gepflegter Tiefgaragenstellplatz, na toll!”

Ein enttäuschter Neuköllner, der vermutlich auf einen Ausbildungsplatz in einer KfZ-Werkstatt spekuliert hatte, nennt Vor- und Zunahmen eines Werkstattbetreibers, der Praktikanten ausbeuten und falsche Versprechungen machen soll. Anonym, versteht sich, wie die meisten Postings im Internet. Noch sind in Berlin keine Sexualstraftäter gemeldet worden, doch eine entsprechende Kategorie ist vorhanden.

Bleibt abzuwarten, ob die Website hier früher oder später verboten wird. Der Wust an Informationen, der ungefiltert für jeden abrufbar ist, birgt einigen Sprengstoff. Wenn der Betreiber des Portals den Stadtplan bald auch noch auf die neue Google Street View umstellen sollten, könnte man sich vielleicht sogar selbst davon überzeugen, wie die vermeintlich “assigen Nachbarn” herumlaufen. Google hat zwar angekündigt, Gesichter von Personen auf den fotografierten Straßen unkenntlich zu machen, aber Kleidungsstile – und damit bestimmte Tendenzen – dürften erkennbar sein.

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5 Kommentare zu “Schmuddelmeyer versus Blockwart2.0.”



  • Ich würde mal sehr hoffen, dass diese Webseite verboten wird. Das ist ein offenbar rechtsfreier Raum, in dem sich jeder übelst daneben benehmen kann. Das schlimmste ist die Feigheit der Menschen, sich unter Pseudonymen versteckt die wüstesten Geschmacklosigkeiten zuzuwerfen.
    Manchmal lob ich mir China…


  • Verbieten? Und dann? Abgesehen von den faktischen Schwierigkeiten ein solches Verbot durchzusetzen, ist doch eine Webseite nicht das Problem sondern lediglich das Symptom. Hier ein Verbot einzufordern bedient doch eben jene moralische Anschauung, die auch für das Veröffentlichen der Kommentare dort verantwortlich ist: die Übertragung des eigenen Wertemaßstabes auf die Allgemeinheit.

    “DER soll bitte seinen Müll wegräumen” oder “DER soll bitte diese Seite verbieten, weil sie nicht in mein moralische Konzept passt”, das sind meiner Auffassung nach zwei Seiten derselben Medaille.

    Konsequenter wäre es doch wohl, dieses Schema nicht durch Aufmerksamkeit zu unterstützen. Wenn es keiner liest, kommt auch niemand in Versuchung Werbung dafür zu betreiben, dort zu posten und am Ende verschwindet es von selbst. Aber da helfen natürlich gesetzte Links nicht unbedingt weiter.

    Und zur Nazi-Terminologie sei darauf hingewiesen, dass sowohl die Parteifunktionäre als auch die GeStaPo in der überwiegenden Anzahl der Fälle durch Denunziation und nicht etwa durch Initiativermittlungen tätig geworden sind. Auch wenn die Zeit eine andere ist, das Bedürfnis der Menschen scheint sich nicht allzusehr gewandelt zu haben.

    ___
    und Martin, ich wünsche Dir mal ein paar Tage hinter der Chinesischen-Staats-Firewall mit Deinem Computer. Das ist beileibe kein Vergnügen.

  • Müller Wesssenhuber


    @Martin
    selten so einen Blödsinn gelesen, wie Deinen.
    Leider hast du nicht deine Anschrift hinterlassen, und Dich anonymisiert, genauso wie du es monierst.

    China? Ein wunderbares Land. Wenn man es kennt.
    Allerdings zu loben gibt es, aus Deiner Sichtweise, politisch nichts.
    Übrigens war die DDR auch schön. Diktatorisch.


  • Und schon ist die Seite wech :-)

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  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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