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Nie wieder verhungerte Dackel im Winter

Ich hatte es für eine Satire gehalten, aber in Berlin-Treptow gibt es seit einigen Wochen tatsächlich eine Tiertafel. Da reicht ein Verein kostenlos Futter an bedürftige Berliner weiter – ganz nach dem Prinzip der Lebensmitteltafeln. Nach Vorlage eines Hartz IV-Nachweises oder Rentenbescheids kann der Dackel so über den Winter gerettet werden.

Gut für das Tier, für den Besitzer könnte ein Besuch dieser Futterausgabestelle aber eine Vormittag füllende Beschäftigung werden. Die Vorstellung, für eine kostenlose Packung Hundefutter die halbe Stadt zu durchqueren, ist grotesk. Die Regelsätze der Grundsicherung scheinen wirklich vorne und hinten nicht auszureichen.

Tiere haben eine soziale Funktion, so viel ist sicher – für viele Besitzer sind sie weit mehr als nur Gefährten. Dass Menschen bereit sind, für ihre Haustiere lange Wege zurückzulegen, scheint daher nur konsequent. Aber ist das wirklich nötig? Wären nicht ein paar Euro mehr Arbeitslosengeld II drin, um den Leuten diese Demütigung zu ersparen? Wer von einer caritativen Einrichtung zur nächsten hetzen muss, um sich und seine Familie (und Tiere) satt zu kriegen, wendet einen Großteil seiner Energie dafür auf. Energie, die vielleicht bei der Jobsuche fehlt.

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6 Kommentare zu “Nie wieder verhungerte Dackel im Winter”



  • Die Regelsätze reichen grundsätzlich schon aus.

    Aber die Grundsicherung ist nur für Menschen gemacht. Nicht für Tiere!
    Das macht natürlich auch Sinn. Der Mensch soll von diesem Betrag einfach leben können. Ohne Extras.

    Soziale Funktion hin oder her aber die Allgemeinheit (Sozialbeitrags und Steuerzahler) kann nicht noch für die Tiere von Menschen zahlen, die sich selbst nicht mal ernähren können.
    Irgendwo muss man eine Grenze setzen.
    Miete, Strom, Wasser, Kleidergeld, ggf. Möbel, plus die “berühmten” rd. 350,- Euro das ist insgesamt gesehen schon nicht wenig.
    Viele Leute haben auch nicht mehr und gehen dafür hart arbeiten.

    Vielleicht bekommen Tierbesitzer vom Amt einen Zuschuss. Aber wer auf dem Amt kann schon überprüfen ob jemand ein Tier hat oder nur mehr Geld für andere Sachen will?

    Also diese Tiertafel ist eine nette Sache aber mir persönlich sind Menschen wichtiger.


  • Die Schreiberin oder sollte ich sagen Schmiererin dieses Artikels sollte erst einmal richtig recherchieren, bevor sie so einen Müll abläßt. Warum aus allem ein Politikum machen? Hier geht es um Menschen, die Tiere habe, die ihnen alles bedeuten – weil sich sonst kein Schwein um sie kümmert – , die sie aber aus eigener Kraft von dem wenigen, dass sie bekommen nicht mehr ernähren können. Dafür legen sie Wege zurück. Und dieses auch nur an einem Tag in der Woche, nämlich am Samstag. Auch braucht man dafür nicht stundenlang anzustehen. So etwas nennt man Verantwortung einem Lebewesen gegenüber, welches Ihnen, Frau Grieger, ja wohl vollkommen fremd ist. Wir Menschen haben die Tiere zu uns geholt, also ist es auch unsere verdammte Pflicht, für sie zu sorgen, oder gehört das bei Ihnen zu den Wegwerfartikel? Liebe Frau, sie sollten – falls vorhanden – ihr Gehirn einschalten, bevor sie dummes Geschwätz in einer Zeitung hinterlassen.
    Gäbe es die Tiertafeln nicht, hätten unsere Tierheime noch mehr zu tun. Und was glauben sie, wer diese unterstützt? Ihrer Meinung nach auch abschaffen, oder?


  • Wer sich kein Tier (mehr) leisten kann solle eher Verzicht üben.
    Mag ja sein das diese Einrichtung (kurzfristig?) Erfolg hat allerdings “Tafeln” für Menschen machen mehr Sinn.

    Man kann nicht alles haben, erst recht keine Tiere wenn man wenig oder kein Geld dafür hat.


  • Ich staune immer wieder! Energiekosten werden bei Hartz IV n i c h t erstattet! Sind also von den “Berühmten” 340.-€ zu begleichen! Kleider-und Möbelgeld gibts schon lange nicht mehr, bei Hartz IV Leistungen!
    (ich würde ja glatt… jeden Hartz IV Empfänger zur Haltung eines Tieres …verpflichten! Dann könnten wir uns das Öffentlichen Tierheim sparen! Ist nicht ganz so ernst gemeint, aber Sie verstehen, was ich meine…. wenns um Geld geht!)
    Aber ums Geld gehts ja gar nicht! Es geht um Geschöpfe, um die sich jemand kümmern muss! Und es ist gut so, dass es die Tiertafel gibt! Ich will mich engagieren… vieleicht gibts bald mehr Stellen der Tiertafel in Berlin! Denn, wen ich an die Fahrtkosten denke… spar ich beim Tierfutter n i x !!!


  • Lieber Herbert,

    laut Sozialgesetzbuch gibt es weiterhin Kleider und Möbel.
    Richtig kein Geld (aus gutem Grund) sondern Sachwerte (die oft später wieder verkauft wird).

    Wie oben schon mal geschrieben wurde sollen Sie überleben- und sich in dieser Zeit um einen neuen Job kümmern. Und keine Möbel kaufen.


  • Ich würde Hartz-IV´ler nicht als Tierpfleger, sondern eher als Hundefänger verpflichten, natürlich ohne warnende Uniform. Man sollte dann unbedingt auch über Fangprämien nachdenken!
    Ziel: Diese neue öffentliche Dienstleistung würde einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass unsere Gehwege und Parks wieder ihrer Funktion gerecht werden, nämlich “begehbar sein”.
    Vorteile für den Hartz-IVler? Nun, natürlich zunächst die Fangprämien, die nicht auf den Hartz-IV-Satz angerechnet werden sollten. Aber auch die täglichen, abendlichen und nächtlichen Erfolgserlebnisse, die wieder Selbstbewusstsein geben, den inneren Antrieb befördern und damit letztlich den Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt befördern.

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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