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Ein Rufer in der Wüste geht schweigend durch die Bahn

Plötzlich steht da ein rauschebärtiger Alter. Er sagt nichts, tut nichts, und wie das so ist in einer vollen S-Bahn hat ihn die Menge auch schnell wieder verschluckt. Aber Moment: “Frage mich nach Jesus” prangte da in großen Lettern auf seinem Koffer, den er nach Blicken suchend quer durch die Bahn trug.

Der Mann ist längst ein Berliner Original, so viel ist mit den Jahren über ihn und seinen Koffer geschrieben worden. Fast jeder hier ist ihm schon mal begegnet – und fast niemand hat je mit ihm geredet.

Ein Katholik findet den Koffer peinlich, natürlich aber die missionarische Haltung vorbildlich, der Kolumnist Harald Martenstein wagt mit ihm einen Plausch über das Wetter und diverse Blogger sehen ihn stumm an sich vorüberziehen.

Allein ein Autor der linken Tageszeitung Jungleworld bringt die Neugier auf, ihm ein Portrait zu widmen. Wolfgang heißt der Obdachlose demnach, den Jesus höchstpersönlich auf die Idee mit dem Koffer gebracht haben soll.

Den Rufer in der Wüste macht Wolfgang schon ziemlich lange: Dieses Foto zeigt ihn vor seinem stilprägenden Einfall, wie er Mitte der 90er Jahre ein großes Schild mit Bibelspruch an Berliner Kaufhäusern vorbei trägt.

Es gibt manchmal Ideen, die Menschen unglaublich zäh und zeitlos erscheinen lassen.

Foto: Nicole Gräther
Fotostrecke: Berliner Seitenblicke

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11 Kommentare zu “Ein Rufer in der Wüste geht schweigend durch die Bahn”



  • Dieser Mann ist mir immer noch lieber als die türkischen, libanesischen oder nigerianischen Drogenhändler die abends ständig durch die U-Bahn laufen.

    Bevorzugt U8 oder U7.
    Von den meisten nicht beachtet oder bemerkt ist das schon extrem.

    Da bin ich froh das dieser Typ wenigstens was für die Menschen tuen will.
    Auch wenn ich denke das der im Auftrag einer Sekte unterwegs ist.


  • @Svenja: Der verlinkte Jungleworld-Artikel lässt vermuten, dass schon diverse Sekten an ihn herangetreten sind. Es hört sich aber danach an, als würde er solche Werbungsversuche zurückweisen.


  • Der Mann ist obdachlos???
    Wer sagt das?
    Ich dachte immer, er wohnt bei mir um die Ecke.
    Ich sehe ihn regelmäßig im gleichen Bus. In der gleichen S-Bahn. Immer an der gleichen S-Bahn Station aussteigen. Im selben Aldi einkaufen.
    Ich sage hier allerdings nicht wo.
    Es gibt immer noch einen Personenschutz.
    Was man hier nicht immer sagen kann.
    Nur weil jemand mt einem Koffer in der Hand mit ,Jesus, rumläuft.
    Sollte er wirklich obdachlos sein, ist sein Schicksal wohl eher uninteressant.
    Nur auffallen muss man heute in unserer Gesellschaft.
    Was für eine Gesellschaft.


  • @Bernd: die Info mit seiner Obdachlosigkeit stammt aus dem Jungleworld-Artikel. Hört sich ja so an, als sei er inzwischen sesshaft geworden.


  • @ Bernd, wenn der Mann obdachlos ist, ist sein Schicksal doch nicht gleich uninteressant. Deine Schlussfolgerungen finde ich total daneben und sogar diskriminierend!


  • @trudi666

    Was auch immer Bernd hier geschrieben hat dein diskriminierend Geschrei ist fehl am Platz.
    Der Typ wird doch wohl noch seine Meinung sachlich äußern dürfen.
    Das steht nichts schlimmes drin.

    Der Kommunismus ist vorbei und Lafontaine hat die Wahl noch nicht gewonnen.
    Also noch gilt hier das Grundgesetz und Leute von Rechts und Links können eben in diesem Sinne frei reden.


  • Zebra, von Geschrei ist hier nicht die Rede. Seine Schlussfolgerung (Obdachlos= uninteressantes Schicksal!) ist nicht sachlich, sondern tendentiös. Und was meine Aussage mit Kommunismus zu tun hat, möchte ich auch gerne mal wissen. Und Lafontaine geht mir am Arsch vorbei.
    Und ich darf hier genauso meine Meinung kund tun, wie jeder andere auch ! Ich habe hier auch niemand den Mund verboten ect. Da hört wohl jemand die Flöhe husten. Sei´s drum, auch das ist hier sicherlich erlaubt.


  • Liebes Fröullein Zebra,
    ich bitte Sie doch inständig, sich Ihre Meinung über Kommunisten und Sozialisten, Linke, sowie Rechtes Gesocks in Ihren Allerwertesten zu schieben. Offensichtlich verstehen Sie weder die deutsche Sprache (Sprechweise) noch die geschriebene DEUTSCHE Sprache, denn Ihre Äußerungen haben nichts mit dem Ursprung des Postings zu tun.
    Aber vermutlich sind Sie in dem Alter angekommen, wo man nur eine Lesehilfe braucht, die kann man sich in div. Supermärkten für 1,99 Euro zulegen. Ich bitte Sie doch bei kritischen Äußerungen nicht mit Ihrem Schwarz-Weiß Denken zu antworten, denn wir sind im 21.Jahrhundert angekommen und leben in einer vielfarbigen Welt.
    Ich verbleibe mit – noch -
    freundlichen Grüßen

    micpodu


  • @trudi3<6
    Gemeint war die Gesellschaft.
    Im Artikel wird ja auf dem Mann mit dem Koffer und auf Jesus hingewiesen
    Dass er obdachlos sei, ist da eher eine Randerscheinung. Nicht meine Meinung.
    So lässt es jedenfalls der Bericht erscheinen.
    Immerhin schafft der Mann es in den Medien.
    Nicht wegen seiner “Obdachlosigkeit.
    Nur damit auch du es verstehst :)
    (Begriffe wie begreifst, kapierst erspare ich mir und diesem Beitrag).
    Zuviele -!- helfen da übrigens auch nicht.


  • @micpodu

    Da habe ich Sie wohl in Ihrer vielfarbigen Welt getroffen!
    Dumm nur das es diese Welt nicht gibt.

    Na, ja vielleicht mit LSD oder anderen Drogen.

    Aber die Wahrheit schmerzt manchmal.

    Der Rest ihres Textes sei geschenkt und ich denke mal der lässt tief auf Ihre wirren Gedankenwelt schließen.

    Aber das ist ein ganz anderes Thema.

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