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Archiv für das 'Religion'-tag

Ein Rufer in der Wüste geht schweigend durch die Bahn

Plötzlich steht da ein rauschebärtiger Alter. Er sagt nichts, tut nichts, und wie das so ist in einer vollen S-Bahn hat ihn die Menge auch schnell wieder verschluckt. Aber Moment: “Frage mich nach Jesus” prangte da in großen Lettern auf seinem Koffer, den er nach Blicken suchend quer durch die Bahn trug.

Der Mann ist längst ein Berliner Original, so viel ist mit den Jahren über ihn und seinen Koffer geschrieben worden. Fast jeder hier ist ihm schon mal begegnet – und fast niemand hat je mit ihm geredet.

Ein Katholik findet den Koffer peinlich, natürlich aber die missionarische Haltung vorbildlich, der Kolumnist Harald Martenstein wagt mit ihm einen Plausch über das Wetter und diverse Blogger sehen ihn stumm an sich vorüberziehen.

Allein ein Autor der linken Tageszeitung Jungleworld bringt die Neugier auf, ihm ein Portrait zu widmen. Wolfgang heißt der Obdachlose demnach, den Jesus höchstpersönlich auf die Idee mit dem Koffer gebracht haben soll.

Den Rufer in der Wüste macht Wolfgang schon ziemlich lange: Dieses Foto zeigt ihn vor seinem stilprägenden Einfall, wie er Mitte der 90er Jahre ein großes Schild mit Bibelspruch an Berliner Kaufhäusern vorbei trägt.

Es gibt manchmal Ideen, die Menschen unglaublich zäh und zeitlos erscheinen lassen.

Foto: Nicole Gräther
Fotostrecke: Berliner Seitenblicke

Tag der Moscheen: Der leise Ruf des Islams

Moschee Wiener Straße

An Berliner Hinterhof-Moscheen fällt von außen oft nur ein Schild wie “islamischer Kulturverein” ins Auge. Auch Muezzine, die wie in manchen Vierteln von Kairo den Kiez mit Lautsprechern um die Wette beschallen, sucht man hier vergeblich. In den Gebetsräumen der Merkez-Moschee ist trotzdem viel los. Im Fastenmonat Ramadan werden täglich etwa 30 Seiten aus dem Koran vorgelesen. Wer kann, kommt mit der ganzen Familie, doch in den Räumen in der Wiener Straße stößt man überwiegend auf Rentner. Die Frauen müssen in einem anderen Gebäudeteil getrennt von den Männern beten.

Sehitlik-Moschee

In der Sehitlik-Moschee am Columbiadamm können sich Besucherinnen am Tag der offenen Moschee auf Wunsch ein Kopftuch geben lassen, was etliche Kreuzbergerinnen auch tun. In dem prachtvollen Hauptraum spricht eine Frau mit fester Stimme etwa 20 Minuten lang über Toleranz. Die Fragen von Besuchern sind überall ähnlich: Was erzählen Imame aus der Türkei ihren Gemeinden wirklich? Bekommen Kinder hier nach der Schule Hilfe bei ihren Hausaufgaben oder Nachhilfe in der Scharia? Wie steht es um die Rechte von Frauen?

Sehitlik-Moschee

Berlins Muslime wollen raus aus in den 70er und 80er Jahren zu Gebetsräumen umgebauten Lagerhallen oder Fabriketagen und in repräsentativen Bauten ihren Glauben offen leben. So lautet zumindest der Tenor vieler Medienberichte über Bauprojekte wie das Maschari-Center am Görlitzer Bahnhof. Über die Finanzierung der Moschee mit den vier Minaretten zuckt man auch in der benachbarten Merkez-Moschee nur mit den Achseln. Für heftigen Streit unter Anwohnern und Parteien sorgt auch der Bau einer zweigeschossigen Moschee mit einem zwölf Meter hohen Minarett in Pankow-Heinersdorf.

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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