Neukölln ist ok. Aber kann man dort hinziehen?

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Ich weiß nicht, zu welchem Schluss der Leser gekommen ist, der zufällig über die Google-Schlagwortsuche  “Kann man da hinziehen Neukölln” auf diesem Weblog gelandet ist und über 20 Seiten aufgerufen hat. Aber um es kurz zu machen – man kann in einigen Ecken ganz gut wohnen.

Vor zwei drei Jahren hätten die meisten wahrscheinlich noch vehement widersprochen. Neukölln galt für viele als Verlegenheitslösung, die in Kreuzberg keine Wohnung finden konnten. Mittlerweile gibt es aber – sehr zur Freude der Immobilienmakler – einen regelrechten Kreuzkölln-Hype. Es scheint aufwärts zu gehen mit dem Neuköllner Norden, was man vom Rest des Bezirks nicht gerade behaupten kann.

So überrascht es nicht, dass die ersten Gentrifizierungs-Skeptiker orakeln, die schleichende “Yuppiesierung” des Reuterkiezes stehe kurz bevor. Das Interessante dabei: Verantwortlich dafür machen die selbsternannten Sprecher des prekären Neuköllns “Latte Macchiato schlürfende Designerinnen aus der Schlesischen Straße in Kreuzberg.” Die schielten bereits nach Nord-Neukölln, um dort Boutiquen zu eröffnen.

Bei aller Paranoia: Akademiker-Familien mit Schulkindern werden so schnell nicht nach Neukölln ziehen. Zu desolat klingen die Meldungen über die Zustände an Neuköllner Schulen und über abgehängte Schüler, die kaum etwas zu erwarten haben. Aber vielleicht entwickelt sich der Nord-Neukölln ja zu einer neuen Hochburg für Singles mit hohen Ansprüchen, die lieber auf 80 Quadratmetern wohnen als zum gleichen Preis in Prenzlauer Berg auf 60 Quadratmetern. Nette Kneipen gibt es ja inzwischen genug und Leute, die sich mit dem Kiez identifizieren auch.

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