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Neukölln ist ok. Aber kann man dort hinziehen?

Ich weiß nicht, zu welchem Schluss der Leser gekommen ist, der zufällig über die Google-Schlagwortsuche  “Kann man da hinziehen Neukölln” auf diesem Weblog gelandet ist und über 20 Seiten aufgerufen hat. Aber um es kurz zu machen – man kann in einigen Ecken ganz gut wohnen.

Vor zwei drei Jahren hätten die meisten wahrscheinlich noch vehement widersprochen. Neukölln galt für viele als Verlegenheitslösung, die in Kreuzberg keine Wohnung finden konnten. Mittlerweile gibt es aber – sehr zur Freude der Immobilienmakler – einen regelrechten Kreuzkölln-Hype. Es scheint aufwärts zu gehen mit dem Neuköllner Norden, was man vom Rest des Bezirks nicht gerade behaupten kann.

So überrascht es nicht, dass die ersten Gentrifizierungs-Skeptiker orakeln, die schleichende “Yuppiesierung” des Reuterkiezes stehe kurz bevor. Das Interessante dabei: Verantwortlich dafür machen die selbsternannten Sprecher des prekären Neuköllns “Latte Macchiato schlürfende Designerinnen aus der Schlesischen Straße in Kreuzberg.” Die schielten bereits nach Nord-Neukölln, um dort Boutiquen zu eröffnen.

Bei aller Paranoia: Akademiker-Familien mit Schulkindern werden so schnell nicht nach Neukölln ziehen. Zu desolat klingen die Meldungen über die Zustände an Neuköllner Schulen und über abgehängte Schüler, die kaum etwas zu erwarten haben. Aber vielleicht entwickelt sich der Nord-Neukölln ja zu einer neuen Hochburg für Singles mit hohen Ansprüchen, die lieber auf 80 Quadratmetern wohnen als zum gleichen Preis in Prenzlauer Berg auf 60 Quadratmetern. Nette Kneipen gibt es ja inzwischen genug und Leute, die sich mit dem Kiez identifizieren auch.

Foto: chaosinjune

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7 Kommentare zu “Neukölln ist ok. Aber kann man dort hinziehen?”



  • Einmal Karl Marx Strasse hoch und runter.
    Dann weiß man was Neukölln ist.
    Reuterkiez: wenn das so weitergeht, hat man in paar Jahren genau das was da in Prenzelberg abgeht.
    Dann wird aus 80m² wieder eine 60m² Bude. Oder sogar noch weniger.
    Die Mischung machts. Aber nicht bloß der Akademiker.


  • da müsste dir keine sorgen machen das neukölln wie pberg wird… junge keute wollen gerne hier leben, aber sobald diese dann kinder haben, auf unsere schulen in neukölln wollen sie ihre kinder bestimmt nicht… glück gehabt, neukölln belibt neukölln… det is ja oooch so jefährlich hier… hehhehe


  • “Es scheint aufwärts zu gehen mit dem Neuköllner Norden, was man vom Rest des Bezirks nicht gerade behaupten kann.”

    Stimmt! Wer spricht schon von Rudow, Britz oder Buckow? ;)


  • Bin doch irgendwie einverstanden. Im Schillerkiez gibt es so ne tolle Bank am Flughafen zum Sonnenuntergang glotzen. In den letzten par Jahre musste ich mich immer gegen Alkoholiker da durchsetzen, letztens saßen aber junge Typen mit Gitarre und einer Bionade in der Hand dort…manno…


  • Warum soll man da nicht hinziehen können? Kann ja jeder selbst entscheiden.

    Es ist doch wie mit allen anderen Bezirken.
    Sobald man die Wohnungen/Gegenden saniert oder umbaut und somit aufwertet steigen die Mieten und die “bildungsfernen Schichten” ziehen dort aus. Und neue andere “bessere?” Personen ziehen dort hin.

    Für mich persönlich sind viele Teile von Neukölln nichts (zu viele Nichtdeutsche) aber einige Ecken wie Rudow, Britz oder Buckow sind schon echt schöne Gegenden. Auch die Hufeisensiedlung hat was.


  • Wo schiebt man dann all die Altmieter ab, wie damals in Prenzeltown?
    Nur damit sich einige ihr steriles Heile-Welt Biotop erschaffen können.


    • “steriles heile-welt biotop”

      was ist schlimm daran? schon mal was gehört von leben und leben lassen?
      was wäre denn der gegensatz zu oben genanntem? langweilige pseudo-alternative subkultur bietet diese stadt doch wirklich genügend. und wo es in berlin steril sein soll, müssen sie mir erstmal zeigen (krankenhäuser zählen nicht ;-) )

Die Kommentare sind zur Zeit geschlossen.

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