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Depri in Neukölln

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Dieser Dauerregen, diese traurigen Gestalten in den Straßen. Die depressive Grundstimmung in Neukölln sei ansteckend, meint Nina, deshalb sei sie weggezogen aus der Weserstraße. Das war vor etwa einem Jahr, seitdem hat sich dort einiges getan. An allen Ecken eröffnen Cafés und kleine Läden, “Kreuzkölln” scheint sich räumlich auszudehnen: Auch jenseits der Reuterstraße trifft man neben besagten traurigen Gestalten immer mehr Studenten und Kreative. Das ist die gute Nachricht, da sich diese Entwicklung positiv auf das Wohlfühlgefühl im Kiez auswirken könnte. Die (wenig überraschende) schlechte Nachricht: Die Mieten werden teurer. Selbst ein WG-Zimmer in einem dürftig sanierten Altbau neben der Rütli-Schule kostet inzwischen fast 300 Euro und Hausbesitzer erhalten bereits Kaufanfragen von Investoren.

Weiter “oben”, im Schillerkiez, kann trotz zwei drei passabler Kneipen von einer nennenswerten Aufwertung bzw. schleichenden Gentrifizierung bislang keine Rede sein. Zwar stehen auch dort in letzter Zeit weniger Ladenlokale leer, neue Mieter sind jedoch vor allem private Arbeitsvermittlungen oder Betreiber von Internetcafés. Die Euro-Jobber, die bei diesen Jobvermittlungen angestellt sind, unterscheiden sich äußerlich wenig von den privaten Sicherheitsleuten, die vor der Grundschule in der Schillerpromenade patroullieren. In türkisfarbenem Einheitsdress befreien sie den parkähnlichen Grünstreifen von Schnapsflaschen und Hundemist – nicht gerade der Traumjob…

Fotostrecke: Streifzüge durch Berlin

Weblog: Kreuzkölln alias Reuterkiez von Philip

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2 Kommentare zu “Depri in Neukölln”


  • das kleine stückchen weserstraße zwischen reuterplatz und pannierstraße ist jetzt endgültig dran. nachdem ja zwischen silverfuture und freies neukölln vor nicht allzu langer zeit das kuschlowski aufgemacht hat, wird jetzt wohl auch dazwischen schon wieder renoviert. wird das unsere castingallee? man weiss es nicht.

  • Als alter Prenzlauer Berger warne ich ! Ich warne eingehend vor einer Invasion provinzieller Bildungsbürgerkinder, die innerhalb kürzester Zeit dazu in der Lage sind einen kontroversen und lebendigen Bezirk in einen vom altbackenem akademischen Konsens überzogenes Biodisneyland zu verwandeln ! Gerade hat sich eine Bürgerinitiative in der Hufelandstrasse gebildet die verhindern will, dass Bäume gepflanzt werden die höher als ein Meter sind damit sich durch den zu erwartenden Sonnenverlust der Wert ihrer Eigentumswohnungen nicht vermindert. Natürlich wählen Sie grün und trinken Biolatte. Hier offenbart sich die in ihrer Selbstsicht sogenannte alternative Szene als das was sie am Ende ist: Eine zutiefst konsevativ, bürgerliche Besitzstandswahrende und vor allem langweilige Kaste.
    Mein Tip für die Weserstrasse: Wehret den Anfängen und pflanzt Mammutbäume, vielleicht gehen sie dann gleich nach München!

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