Die Nachbarn – lauter Unbekannte, die Freunde wohnen in der ganzen Stadt verstreut und die Topfpflanzen werden garantiert eingehen, wenn sie vier Wochen lang kein Wasser bekommen. Das Magazin brand eins berichtete in seiner letzten Ausgabe über eine Internet-Plattform, auf der Private kleine Aufträge an Private erteilen können.
Ein Blumengießer ist bei Mach du das schnell gefunden. Eine kurze Anzeige genügt, Interessenten melden sich über eine Kommentarfunktion und schlagen einen Preis vor. Die Kosten von drei Euro pro zustande gekommenem Deal tragen die Bewerber. In Berlin werden vor allem Babysitter, Reinigungskräfte und Leute mit Web-Know-how gesucht. Dazwischen aber auch Texter und Tüftler.
Klingt bequem, aber was passiert, wenn der Auftraggeber plötzlich nichts mehr von der Absprache wissen will und jemand einen ganzen Tag lang umsonst Dielen abgeschliffen hat? Oder wochenlang hingehalten wird, bis endlich ein paar Euro auf sein Konto überwiesen werden? Alles Probleme, mit denen sich Freiberufler tagtäglich herumschlagen müssen. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis Leidensgeschichten mit dieser Plattform in Verbindung gebracht werden – die Seite ist erst seit Oktober 2007 online.
Auf Dienstleistungen im Haushalt spezialisiert ist auch das Online-Portal My Hammer. Auftraggeber setzen einen Höchstpreis, der von Handwerkern, die sich um den Job bemühen, unterboten wird. Interessant dabei: Auftraggeber und Auftragnehmer bewerten sich gegenseitig nach dem Ebay-Prinzip und die Handwerker müssen qualifizierte Fachbetriebe sein. Die Betreiber versprechen eine Ersparnis von 30 Prozent und mehr – bei realistisch kalkulierten Preisen.
Das Konzept scheint zu funktionieren, Selbstausbeutung hat auch Grenzen: Auf das Angebot eines Auftraggebers, für 200 Euro 60 Quadratmeter Dielen abzuschleifen, ging jedenfalls niemand ein.
Foto: Bertrand Delgoff









bei dem typaen auf dem foto wär ich nciht so sicher, ob das wirklich ein super deal ist. sieht ziemlich bekifft aus
So stellt man sich hier Modernisierung vor.