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Das ist der Geist der jungen DDR

Foto: Henning Onken

Nur nicht zu lange stehenbleiben und mit dem Nachbarn quatschen, vom Strausberger Platz bis zum Frankfurter Tor droht der Absturz. Die schönen Meißener Kacheln auf der größten Baustelle der DDR, sie fielen einfach herunter. Bei den Planungen zur Stalinallee, die in den Jahren 1951 bis 1957 überwiegend aus Trümmersteinen gebaut wurde, hatte man die Folgen der Witterung unterschätzt. Außerdem sollten die neuen Prachtbauten der Arbeiterklasse schnell fertig werden. Als Ersatz nahm man dann Kunststoffplatten. “Wie alle diese Stoffe sahen sie neu super aus und sind heute abgrundtief hässlich”, erzählt ein Rentner, der damals dabei gewesen sein will und den Kiez nicht verlassen hat. Es sei aber nur ein Planungsfehler gewesen, das sei im Westen genauso passiert, beharrt er.

Und heute? Nach der Wende wurde der Bauabschnitt unter Denkmalschutz gestellt – Vorwürfe von monumentalem Kitsch und Zuckerbäckerei hin oder her. Die meisten der Bauten sind längst durchsaniert und sogar die Kacheln glitzern wieder in unterschiedlichen Farbtönen. Vor sich hin rottende Abschnitte wie der auf dem Foto lassen sich erst auf den zweiten Blick entdecken. Und unter die Mieter der ersten Stunde mischt sich langsam eine junge Schicht von Zugezogenen.

Fotostrecke: Fassaden der Hauptstadt

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7 Kommentare zu “Das ist der Geist der jungen DDR”



  • naja, wenn mans sich leisten kann, denn soooo günstig ist es trotz allem nicht dort zu wohnen.


  • ne, so günstig ist es wirklich nicht. und viele immohaie lassen sich sogar ncoh ne fette provision zahlen..


  • Hallo, die Kacheln kommen nicht aus Meißen sondern aus Velten bei Berlin, die Kacheln für die Öfen herkamen.


  • Richtig. Die Meißner Kacheln landeten m.W. in der Mehrzahl im “Westen”.


  • “der geist der jungen ddr” ?
    Aha.

    wer ‘hipp’ wohnen will muss bezahlen.
    Berlin ist arm, deshalb die ‘billigen’ Mieten.

    Wurde nicht vor einiger Zeit in der rbb Abendschau gezeigt, wie man Plattenbauten saniert und deren Sprecher sich wünscht die Mieter Klientel soll zwischen 25 und 40 Jahren sein.
    44m² sollen so um die 480€ kosten.

    NY als Vergleich muss so oft als Maßstab herhalten, wie toll da alles ist. Klar, die Mieten werden in Berlin einmal genauso toll sein, wie in NY.
    Die Stalinallee bietet sich gerade zu an. Als Maßstab.
    Wer das eine will, kriegt das andere. Danach fragt keiner.


  • @Eugen: Von Plänen, Plattenbauten aufzuhübschen hab ich auch gehört. Als Maisonette-Wohnungen und so. Kann aber nicht so recht glauben, dass das Westzugezogene reizen würde. Leute, die in Platten aufgewachsen sind und ständig von den Vorteilen solcher “Neubau-Wohnungen” schwärmen wohl eher.
    Also Platte – nee bedankt!


  • @ hanni

    kannste nich glauben? dann kennste wohl keine. platte is durchaus begehrt bei “westzugezogenen” (wie ich das wort hasse). schau dir die windmühle am alex an, oder den memhardtblock, die können sich nicht über leerstand beklagen. reißt man ein paar von den pappwänden raus ist die wohnqualität auch spürbar besser. oder nimm von mir aus die bonzenhochhäuser an der leipziger, das kloppen sich doch gutalimentierte bürgersöhnchen darum um noch im >15. stock eine wohnung zu ergattern. gemein ist diesen beispielen nur, dass sie entweder den richtigen urbanen kontext (-> alex) oder die prestigeträchtige aussicht mit balkon (-> leipziger) bieten. dagegen hat die gemeine platte richtung hintere landsberger eher schlechte chancen.

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Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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