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Monatsarchiv für März 2009

Drei Berliner flitzen durch Afrika

Drei Berliner in Afrika

Warum sie aus Berlin abgehauen sind, weiß ich nicht. Vielleicht suchten die drei Erholung von der Stadt der lächelnden Busfahrer oder flüchten vor der Kälte in Europa. Jedenfalls haben sich Christian, Guido und Olli im letzten Jahr einen alten Mercedes-Transporter gekauft und sind damit von Berlin aus nach Afrika gefahren. Ihr Fluchtweg liest sich wie nicht wie ein Paddel-Trip im Spreewald: Tschechien, Slowakai, Ungarn, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Syrien, Jordanien, Saudi-Arabien, Sudan, Äthiopien, Kenia, Uganda, Ruanda, Kongo, Uganda, Kenia. Nach einer kurzen Unterbrechung mit Rückflug nach Berlin ging’s weiter nach Tansania und im Moment reisen sie durch Malawi.

Dabei geraten sie in Stammesfehden, treffen Rastafaris und uneinsichtige Entwicklungshelfer. In Dörfern verschenken sie Fußbälle an Kinder, mit denen sie auch den ein oder anderen Wegelagerer bestechen können. Ihr Auto (Flitzer, hier ist ein wunderbares Video) bleibt dauernd irgendwo stecken und muss repariert werden. Aber es ist immer jemand da, der mit anpackt. Wenn ich hier, in Berlin, vor meinem Fenster zum Hof sitze und ihr Reise-Blog lese, werde ich einen Gedanken nicht los: Nochmal so einen Winter wie diesen in Berlin und ich pack meine Sachen!

Reisen bildet! Bildet Reisegruppen! Blog von Christian, Guido und Olli

Wo der Frühling stinkt

Im Hinterhof beginnen die Mülltonnen zu riechen, auf der Straße die Hundehaufen – so mieft Berlin in jedem Frühjahr. Gestern allerdings hatten auch vier Kneipen im sogenannten Friedrichshainer Simon-Dach-Kiez ein außerordentlich zweifelhaftes Odeur. Die Lokale mussten sogar schließen, weil Unbekannte sie mit einer “übel riechenden Substanz versetzt” hätten, heißt es bei der Polizei.

Die mutmaßlichen Stinkbomben-Werfer sehen ihre Tat als Beitrag gegen die soziale Verdrängung von Einkommensschwachen aus ihren Wohngebieten. Durch solche Aktionen würden “Cocktailtrinkerinnen und feine Schnösel” vertrieben. Aber mal abgesehen von diesem unhöflichen Klassenstreich frage ich mich, wer in diesem Kiez gerne lebt. Man feiert, bummelt oder geht am Wochenende auf den Flohmarkt, aber hier wohnen?

Fotos aus Friedrichshain

Großes Kino vor dem Kino

Foto: Nicole Gräther

Im Intimes geht der Friedrichshainer Südkiez ein und aus, um günstig und gemütlich Filme wie “Willkommen bei den Sch`tis” zu schauen. Doch auch draußen gibt es was zu sehen: Da sich um die Wände des kleinen Kinos in der Boxhagener Straße kein gestrenger Hausmeister mit Farbeimer im Anschlag kümmert, tanzen dort seit Jahren kleine und große Monster, Pippi Langstrumpf und in jüngster Zeit ist sogar ein Hitler dazu gekommen, der dringend mal austreten muss. Dieser Ort ist eine Art inoffizielle Galerie geworden, die sich ständig verändert. Schauen Sie selbst!

Foto: Nicole Gräther

Ekel-Restaurants: Die Negativliste beginnt im Kopf

Nach dem Gammelfleischskandal nun eine Liste mit Pankower Gaststätten und Bäckereien, in denen untragbare hygienische Verhältnisse herrschen. Der Aufschrei ist groß – zurecht. Aber hätte man es nicht ahnen können? Wer sich über verstopfte Toiletten oder fehlende Seife in Restaurants ärgert, kann nicht erwarten, dass es in der Küche groß anders aussieht. Gammelige Auberginen und klebrige Regale scheinen angesichts der oftmals niedrigen Preise in Berliner Gaststätten nicht weiter verwunderlich.

Leute, die auf Lammfleisch von Aldi verzichten, weil es zu teuer ist, sich dann aber über Lamm in Currysauce für 4,50 Euro beim Pakistaner freuen, haben leider eine selektive Wahrnehmung. Im Bioladen kosten 400 Gramm Hähnchenfleisch knapp zehn Euro, aber das nur am Rande. Natürlich verdrängen wir, was in der Küche unserer Lieblingscafés vor sich geht: Wenn von den besagten 4,50 Euro für das Lamm-Curry nicht mal das Fleisch bezahlt werden kann – was bleibt dann den Küchenhelfern und Kellnern, geschweige denn den Reinigungsleuten? Wie kann der Eigentümer überhaupt das Geld für die Miete aufbringen?

Unbequeme Fragen, die man sich grundsätzlich stellen sollte, Negativliste hin oder her.

Der Frühling in der Krise: Mal entspannt, mal deprimierend

In der Simon-Dach-Straße in Berlin-Friedrichshain - Foto: Henning Onken

Hat sich heute recht frühlingshaft angefühlt in Berlin, Leute saßen vor den Cafés in der Sonne. Käseweiß, aber entspannt. Wirtschaftskrise? War da was? Und wenn schon:  Am Kaffee zu sparen, macht depressiv und frischer Luft ist eh super.

Angenommen, man hat unendlich viel Zeit. Keine Arbeit, keine festen Termine, Kneipen-Besuche, wann immer man will, denn das Amt zahlt erst mal Arbeitslosengeld I. Der Vormittag im Lieblingscafé wird zum strukturierenden Element des Tages: die Zeitung wartet schon, sie wird dort gelesen. Das ist billiger, als das eigene Abo weiterlaufen zu lassen.

Bewerbungen schreibt man auch im Café, es gibt genug Leute, die Tipps geben können und mal drüber schauen. Wie lange lässt sich das aushalten ohne schlechte Laune, Anflüge von Depressionen? Glaubt man der SZ, nicht allzu lang.  Aber bald kommt ja der Sommer. Und der neue Job. Oder in der anderen Reihenfolge.

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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