
Ausgerechnet Brad Pitt. In “Fight Club” schlägt er mit dem Baseballschläger auf schicke Karren mit Stern, Sportvehikel und Geländeautos ein. Man könnte denken, dieser Film sei in Berlin gedreht worden, denn hier winkt vielen Karossen ein ähnliches Schicksal. Platt gemacht, angekratzt, abgefackelt. Autos sind wehrlos und stehen nachts unbewacht in leeren Gassen. Längst haben google-maps-Begeisterte eine Karte von den Brandanschlägen angefertigt. Schuld sind meistens “Extremisten” aus Friedrichshain und Kreuzberg, natürlich.
“In der vergangenen Nacht haben Unbekannte” …bla bla… “der Staatsschutz ermittelt”. Längst überlesen wir solche Meldungen im Polizeiticker, die im Hintergrund weiterrauschen. Am Ende folgt die Statistik. Wen es noch interessiert: es sind in diesem Jahr 54 Autos angesteckt und weit mehr beschädigt worden. Zuletzt traf es 29 jener Umzugsfahrzeuge, die in Berlin jeder als “Robben” kennt.
Vergleichsweise harmlose Öko-Rebellen lassen die Luft aus den Ventilen, andere Täter sprühen Schablonen auf Motorhauben. Das Wort “Meins” stand vor zwei Tagen in Schöneberg auf mehr als einem Dutzend Oberklasse-Autos. Von Sozialneid über Kritik an bestimmten Firmen bis zu Öko-Aktivismus – viele Motive stecken hinter solchen Aktionen.
Die Besitzer sollen sich rechtfertigen, warum ihnen die U-Bahn, das Rad oder ein gebrauchter Golf nicht reicht. Warum sie an ein wenig mehr Glanz in ihrem Leben glauben und kräftig dafür zahlen. Und weshalb sie mit tonnenschweren Geländewagen durch die Stadt brausen, während ältere Kleinwagen vor der Umweltzone Halt machen müssen.
Dabei siegt oft die Vernunft von ganz alleine über zehn Liter plus x. Eine Freundin fuhr ihr BMW-Cabrio nur einen Sommer lang, dann war ihr die Kutsche zu teuer.












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