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Klischee-Maschine Neukölln: Wenn Leitmedien den Absturz suchen

Hui, Spiegel-TV ist mal wieder investigativ, hat einen Film zu Neukölln gedreht, der in mehreren Folgen auf Spiegel Online zu sehen ist. Der erste kurze Clip zum “Hinterhof der Hauptstadt” ist seit heute online und porträtiert die “letzten Deutschen” im Bezirk. Natürlich in einer Kiez-Kaschemme, ausgerüstet mit Baseball-Schlägern gegen die Abgründe da draußen. In der nächsten Folge nähert sich der Regisseur dann einigen Gangsta-Kids.

Voyeuse, die ich bin, habe ich den Beitrag zu Ende geschaut – wenn auch mit Bauchschmerzen. Die Protagonisten kommen dabei nicht sonderlich gut weg: Eine wehrhafte Wirtin, die Wert auf die Feststellung legt, kein Opfer zu sein und ein latent fremdenfeindlicher Hausmeister, der sich dem Kampf gegen Sperrmüll verschrieben hat.

Aber darum geht es nicht. Mit reißerischen Sozialreportagen können Online-Medien jede Menge Klicks machen und ihren Zuschauern das Gefühl geben, anderen ginge es noch schlechter. Ressentiments und Vorurteile werden großzügig bedient, das Boulevard-Prinzip also auch beim Spiegel. Aber genug. Sonst entsteht hier noch der Eindruck, ich wollte ernsthaft Werbung für den Film machen.

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29 Kommentare zu “Klischee-Maschine Neukölln: Wenn Leitmedien den Absturz suchen”



  • Bestes Beispiel aus Neukölln ist die Karl-Marx-Strasse. Wer die kennt weiß – da hilft nur Abreißen. Das Problem dabei ist nur die Leute die da wohnen nimmt uns niemand mehr ab. Übel.

    Extremerweise steht in Neukölln 80Prozent Pack ungefähr 20Prozent normalen Menschen entgegen.

    Die wenigen normalen Menschen wohnen allerdings eher in z.B. Rudow oder im Reuterkiez.

    Wer da wohnen möchte soll es machen aber Neuberlinern würde ich davon dringend abraten.
    Es hat schon einen Grund warum die Wohnungen dort derzeit so günstig sind und die Armuts- und Kriminalitätsrate so hoch.


  • Spiegel online sollte man nicht mehr lesen. Die rutschen immer mehr in die BILD Richtung. Manche Artikel dort sind schon fast so schlimm wie in der BILD. Ich hab auch auf keiner anderen kommerziellen News-Webseite jemals so viele Rechtschreibfehler gesehen wie dort.


  • @Peter: Es ist schwer, allen Facetten Neuköllns gerecht zu werden. Natürlich kann man den Bezirk auf Arbeitslosigkeit und Kriminalität reduzieren und vieles anderes ausblenden. Aber hören Sie sich mal um – Sie werden bestimmt unter Ihren Kollegen einige finden, die dort wohnen. Ich kenne jedenfalls nicht nur Studenten dort.


  • Spiegel TV ist so ziemlich das schlimmste was die Damen und Herren des ehemals recht vernünftigen Printmagazins so machen konnten. Jedes Mal wenn ich da reinzappe (was nie lange dauert) muss ich kurz gucken, ob das Senderlogo auch nicht RTL2 ist. Die Reportagen sind inzwischen nicht mehr zu unterscheiden. Schön viel Rotlichtgeschichten und schön viel besoffene Jugendliche. LAAAAAAAAAAAAAAAAANGWEILIG!!!!!!!!!


  • Geht es hier eigentlich um den Spiegel, Spiegel online, Spiegel TV, die Bildzeitung oder darum das jemand auf die Unzulänglichkeiten von Neukölln aufmerksam macht?
    Die verschiedenen Medien (auch der Tagesspiegel, die Zeit…) saugen sich dieses Thema ja nicht aus den Fingern.

    Wenn jemand wie Heinz Buschkowsky (Bürgermeister von Neukölln) auf die großen Probleme und unhaltbaren Zustände in Neukölln aufmerksam macht sollte man das wohl ernst nehmen. Gut das die den da haben, weil der das dort nicht auf Politikerart klein redet.

    Sie Frau Grieger sollten das nicht nur als “verschiedene Facetten von Neukölln” bezeichnen. Manchmal denke ich Sie sind zu jung und zu weit von ausserhalb um über wichtige Probleme der Stadt mitreden zu können.
    Und der katastrophale Zustand von Neukölln und deren Bewohnern ist ein Problem.


  • Ich muss leider Peter zustimmen.

    Wenn er auch etwas härtere Worte verwendet bin auch ich nicht der Ansicht dass es sich hierbei um ein Klischee oder eine Facetten Problem handelt. Eher um ein sehr reales.
    Es mag sein das durch das Sommerloch wieder mehr darüber berichtet wird als früher. Probleme ignorieren hilft aber auch niemanden.


  • die folge von heute mit krut krömer hat´s ja wieder ein bisschen für neukölln rausgehauen. thumbs up


  • Was für ein schwachsinniger Beitrag, Frau Grieger.
    Nach erst zwei veröffentlichten Folgen ein Urteil über den Inhalt der ganzen Serie zu fällen halte ich für abwegig.
    Zumal in dem einführenden Artikel zu der Serie auch auf andere Aspekte Neuköllns hingewiesen wird. Etwa die sich im Entstehen befindende Galerieszene an der Grenze zu Kreuzberg.

    Aber das wollten Sie mit Ihrer vorschnellen und heuchlerischen Empörung wohl nnicht wahrnehmen.


  • @Engländer:

    Ich beziehe mich auf den ersten Teil des Films, den ich – wie beschrieben – ziemlich gruselig fand. Auch im zweiten Teil über die Rapper entsteht der Eindruck, man könne sich nicht nachts nicht frei in Neukölln bewegen, ohne gleich bedroht oder ausgeraubt zu werden.
    Das kann ich nach vier Jahren in Kreuzberg/Grenze Neukölln und Neukölln nicht nachvollziehen.


  • hab mir gerade teil vier mit kurt krömer angeschaut und bin einer meinung mit tobi: thumbs up – außer dem krawall-intro natürlich!


  • Also die ersten beiden Teile sind ziemlich gruselig, natürlich bedient sich Spiegel online bekannter Klischees, im Glauben, das das alle so sehen wollen. Die Ghettos in Berlin mit hoher Arbeitslosigkeit sind in vielen Jahren geschaffen worden, auch vom Senat. Erst wenn alles kippt, der Kiez eine No-Go Gegend geworden ist, springen die Medien darauf an. Immerhin sagt der Bürgermeister manchmal unbequeme Wahrheiten. Erst wenn
    Migranten in dritter Generation bereit sind Neukölln und seine Probleme zu verlassen und in anderen Stadtteilen oder im Ausland Ausbildungen zu machen, können sie ihr Ghetto überwinden. Dazu muss man die Jugendlichen allerdings erst mal bewegen, ihre soziale Hängematte und ihr bekanntes Sozialumfeld zu verlassen, wo sie die Regeln kennen und sich nicht fremd fühlen. Bildung, Bildung und nochmals Bildung ist der Schlüssel für ein selbstbestimmteres Leben. Aber der Senat mit seiner verfehlten Schulpolitik ist ein Teil des Problems. Wenn sozial bessere Schichten wegziehen um ihre Kinder in anderen Stadtteilen in Schulen anzumelden ist das für den einzelnen sicherlich die beste Möglichkeit, für den Bezirk eine Katastrophe! Wird den Jugenlichen keine andere Möglichkeit sich in diesem Sozialstaat zu bewegen vorgelebt sind sie verloren. Solange der Senat das billig in Kauf nimmt und ganze Generationen abschiebt in ihr Sozialghetto ist alles Gefasel und Unterstützungssubvention durch Europäischenfonds usw. nur Sozialkosmetik. Der Einsatz von Kurt Krömer ist lobenswert. Er weiß wovon er redet, weil er den Kiez kennt.
    Im übrigen oute ich mich mal als Ex-Hauptschülerin und weiß, wie schwer es einem der Staat macht, bessere Bildung zu bekommen, wenn du nicht aus einem begüterten Elternhaus kommst. Heute noch mehr, wie vor 20 Jahren!!


  • Bevor hier alle die Fiktive Figur Kurt Krömer als Neuköllner Vorbild vorzeigen.
    Das ist nur eine Rolle und ein Künstername von Alexander Bojcan.

    Im wahren Leben ist er im Wedding groß geworden (im ruhigen Teil davon). Das Schauspielern hat er in Hannover erlernt.

    Das ganze Neukölln-Drum-herum von Ihm ist nur sei CI.

    So wie das von Cindy aus Marzahn. Die hat und wohnt da auch nicht wirklich.


  • @ Peter, Schlaumeier. Welche Rolle spielt das? Keine! ER setzt sich trotzdem für den Kiez ein. Was machst du denn??


  • @trudi666

    Nun ja ob er sich für Neukölln einsetzt ist hier die Frage.
    Er nutzt die Verhältnisse in Neukölln aktiv für seine Rollen und Bühnenstücke. Und das macht er ja sehr gut.

    Krömer macht sich ja auch über die Säufer und Drogenleute am Hermannplatz lustig. Sowie deren Vorliebe für billiges Bier und Jogginganzüge usw…

    Nun Spiegel-TV und sonstige Medien zeigen das unter anderem ja auch so. Kann ja dann nicht so schlimm sein.


  • also sooo latent fremdenfeindlich fand ich den sperrmüllrentner jetzt nicht. Die SA-Kolonnen marschieren noch lange nicht, nur weil jemand nachts seine Ruhe haben will. Bitte das inflationäre “Angst vor Rechts” mal ein bisschen runterschrauben, sonst sind wir alle matt, müde und uninteressiert, wenn wirklich mal was Schlimmes aus der rechten Ecke kommt (und damit meine ich keine Beschwerden über Sofas auf der Straße). Zudem, sind Leute, die Deutsche Berliner “Kartoffeln” nennen nicht rechts? Oder schon mal von den grauen Wölfen gehört? Kommt Rechtsradikalismus, etwa Judenfeindlichkeit, wirklich aus der deutschen Ecke? Oder ist es nicht vielmehr so, dass eine Diskriminirung über die “Rasse” im Prinzip in vielen Milieus angesagt ist? (Bsp: “Schwaben-Überfremdung” als Kampfbegriff von links in Prenzlauer Berg) Das Problem in Neukölln ist ganz klar die Bildungsmisere. Dass die meisten Türken und Araber auf der Schattenseite stehen, ist LEIDER eine Tatsache, die mir persönlich für die Leute (ganz besonders die muslimischen Frauen!!!) sehr leid tut. Von daher ist es daneben, von “Pack” zu sprechen, Peter! Das gehört sich nun wirklich nicht! Aber es ist andererseits billig und dumm, NUR das Schulsystem oder NUR die böse deutsche Gesellschaft als Gründe zu nennen. Denn eine Großzahl unserer muslimischen Mitbürger ist in ihrer selbstgewählten “Opferrolle” gefangen, Schuld sind immer nur die anderen. (Opfer zu sein, ist sehr in zur Zeit) Und will man sich wirklich in ein Volk integrieren, das von Selbstzweifeln zerfressen ist und keine geistige Heimat bieten will? Ich würde es als Türke nicht tun! So, liebe Gutmenschen, jetzt zerreisst mich mal schön in der Luft! :-)


  • AHH Danke Nico! Das trifft es eben auch sehr gut.Kann dich auch nicht zerreissen, da kein Gutmensch ;-)


  • @Niko
    Bin leider auch kein Gutmensch. Das müssten Sie wohl auch selbst erkennen können.
    Leider ist Ihr Text etwas wirr und wenig themenbezogen aber wenn das Ihre Gedanken zum Thema sind – bitteschön.

    Das die Verlierer in Neukölln (wie auch in anderen Bezirken) sich Ihre “Opferrolle” (wie sie es nennen) meist selbst geschafft haben, darin auch sehr wohlfühlen sogar auch noch diese ja gut bezahlt bekommen, werden Sie kaum abstreiten können. Dummerweise hat Neukölln nun mal mehr Verlierer. Wenn man sich die Schulen so ansieht wird das auch nicht zukünftig großartig besser.

    Das dann irgendein Fernsehteam da mal die Kamera draufhält war dann ja auch zu erwarten.


    • Es kommt immer auf den Betrachtungswinkel an. Ich habe einen Migrationshintergrund, bin 26 Jahre alt, mache gerade meinen dritten Hochschulabschluss und habe jetzt schon einen Arbeitsvertrag bei einer Big 4 in der Tasche. Wie Sie sehen, aus meiner Perspektive würde ich Sie auch als einen Verlierer bezeichnen.


  • @ Peter. Ich muss energisch wiedersprechen. Die Verlierer in Neukölln haben sich ihre Opferrolle nicht selbst geschaffen. Tatsache ist auch,
    daß Migranten mit Abitur besser ins Ausland gehen, da sie in Deutschland keine ädaquaten Stellen angeboten bekommen, sprich latenter
    Rassismus in den Köpfen noch immer (immer noch!) vorhanden ist. Aber das weißt du ja sicherlich auch, wenn DU morgens in den Spiegel schaust, du GUTDEUTSCHER! DU!


  • Gutdeutscher – das ist doch mal eine Wortschöpfung.
    Ich lass das mal so stehen weil ich nicht weiß was das bedeutet- Aber meine es ja wirklich nur gut.

    Ehrlich gesagt habe ich mich hier und möchte ich mich hier nicht über die Migrantenproblematik äußern. Das würde zu weit gehen.

    Nur so viel vielleicht- die Sprache ist der Schlüssel- in diesen und anderen Punkten haben die Eltern schon dafür gesorgt das die Kinder automatisch zu verlierern werden. Dieses Abschotten durch die Sprache führt dahin wo sie jetzt sind- im Aus.


  • Lieber GutDeutscher Peter, offensichtlich weißt du ja so viel über Neukölln, das ich fast glaube, du bist hier aufgewachsen.
    Neukölln war immer schon ein Armer Bezirk, ein Arbeiterbezirk, ein Roter Bezirk.
    Heinz Kapelle, von der Roten Kapelle – Deutscher Wiederstand wurde in Plötzensee hingerichtet – eine Gedenktafel in der Wasserstraße zwischen einer Türkischen Bäckerei und einer Moshe weist darauf hin. Die Nicht EU–Staaten Mitbürger, die in dieser Gegend wohnen, respektieren und achten die Gedenktafel. Als vor einigen Monaten mal wieder von ein paar GutDeutschen versuch worden ist die Tafel zu Schänden, haben Nicht EU-Mitbürger dafür gesorgt, das sie wieder lesbar wurde. Neukölln hat wie jeder andere Bezirk seine Vor – und Nachteile. Nicht EU-Mitbürger und SchlechtDeutsche die hier Wohnen und Leben, kommen zum größten Teil jut miteinander aus. Sogar Juden leben in Neukölln, natürlich nur wegen der billigen Mieten,- es gibt sogar ein kleines jüdisches Theater.
    Zur Sprache — Hauptmittel der Kommunikation – GutDeutsche sprechen im Durchschnitt eineinhalb Sprachen, mittelmäßiges Deutsch und mittelmäßiges Schulenglisch, Juden sprechen mindestens 4 bis 5 Sprachen, Nicht EU-Mitbürger mindestens 2 bis 3. (Muttersprache u. SchlechtDeutschsprache plus Schulenglisch)
    Also lieber guter GutDeutscher, lern du bitte mal ein wenig über Kultur und Sprache der Nicht EU-Neuköllner Mitbewohner, bevor du weiterhin solche Guten-Deutschen-Kartoffelfresser- Exkremente von dir gibst.
    Micpodu


  • Die Berichte sind in meinen Augen sowohl real, als auch ins lachhafte überspitzt.
    Wenigstens mit Kurt Krömer haben sie mal gezeigt, dass es auch aufwärts geht. Aber im großen und ganzen bekommt man ja das Gefühl, dass es dort zugeht wie in den Favelas von Brasilien. Die hätten ja auch mal in den Süden Neuköllns als Kontrastprogramm gehen können, aber das wäre ja nicht so spektakulär negativ.

    Ich warte nur drauf, dass in den Tags zum Video “Getto” auftaucht…


  • @Micpodu

    Ich werte mal Ihre Aussagen als Beleidigungen die man nicht kommentieren muss.
    Sie hatten sicher ein sehr schwere Kindheit als Nicht-Kartoffel-Esser (Auch keine Pommes?).


  • @ peter

    warum machst du nicht dein eigenes kleines Blog auf, wo du deine immergleichen, vollkommen überflüssigen rechten Äußerungen loswerden kannst? Ich (und wahrscheinlich viele andere hier) bin von deiner absolut durchsichtigen “Meinungsführerstrategie” von ganz rechts außen jedenfalls vollkommen gelangweilt. Erstens kennt schon jeder deine Meinung zum Thema seit deinem ersten Kommentar und außerdem wiederholst du seitdem ständig nur die gleichen hohlen Phrasen. Gähn! Die dann auch noch einzig und allein auf deinen subjektiven Wahrnehmungen beruhen und deshalb auch ruhig Peters kranke Welt (oder so) heißen könnten.
    Wer Menschen in Verlierer und (demzufolge) Gewinner aufteilt, hat schon längst selbst verloren, aber das wirst du wahrscheinlich früher oder später selbst merken… So zu denken wie ich, hat übrigens nichts mit Gutmenschentum zu tun, sondern vielmehr einfach mit Logik!

    Ich wohne selbst in Neukölln und teile deine sowie Spiegel TVs Ansichten nicht, da indifferente klischeebehaftete Diskussionen am eigentlichen Problem nichts ändern. Der eigentliche Skandal an dem Spiegel TV “Bericht” ist vermutlich eher die immense Einfallslosigkeit und Unfähigkeit der Redakteure zur ausgewogenen Berichterstattung. Ach nein, so sieht Journalismus wahrscheinlich einfach nur aus, wenn die Anzeigenabteilung die Redaktion vor sich hertreibt-einfach armselig.


  • Interessante Diskussion. Nun mal zu meiner Person und meiner Story. Geboren in Polen, aufgewachsen in Berlin. Alter 26 Jahre. 24 Jahre lang in Neukoelln gelebt. Zu meiner Schulzeit waren die Zustaende schon nicht einfach. Ich war gluecklicherweise auf einer privaten katholischen Schule.
    Danach erst auf einer Hochschule in Neukoelln.
    Alle meine Freunde vom “Hof” sind zur Boddinschule gegangen, alle diese Freunde wohnen immer noch dort, sind arbeitslos, handeln mit Autos, Drogen oder was sonst so anfaellt. Einer sitzt wegen Totschlag im Knast und die “normalen” Tuerken sind weggezogen, weil es sogar denen zu bunt wurde. Es ist und bleibt ein kulturelles Problem, dass die Eltern der arabischen Jugendlichen zu verantworten haben. Ich habe mich einerseits sicher gefuehlt aber auch nur weil man mich “kannte”. Nichtsdestortotz wurde ich 4 mal ohne Grund mit einem Messer bedroht. Deeskalation hilft da nicht, im Gegenteil. Ich musste immer dermassen aggressiv auftreten, dass denen dann erst bewusst wurde, dass ich kein deutsches “Opfer” bin und dadurch wurde mir genuegend Respekt entgegengebracht und ich bin immer glimpflich davon gekommen.

    Momentan arbeite und lebe ich in Sydney. Obwohl ich ein Akademiker mit gutem Abschluss bin, durchgehend auch professionell gearbeitet habe seitdem ich 16 war, sehe ich keine Perspektive in Berlin. Es ist schon teilweise unverschaemt was einem an Gehalt angeboten wird. Mit latentem Rassismus hatte ich schon immer zu kaempfen…Ich bin dankbar dafuer, dass ich in Deutschland studieren durfte, ich wuerde auch gerne einen gesellschaftlichen Beitrag in Deutschland leisten aber die Rahmenbedingungen sind extrem schlecht und es wird noch wesentlich schlimmer…

    Hier in Australien wird geschaetzt was ich geleistet habe und ich werde enstprechend entlohnt, kann mehr als ein halbes Jahr voraus planen und ich schaue in eine erfuellte berufliche Zukunft.

    Ich moechte nicht, dass ihr ein falsches Bild bekommt, aber die meisten die hier diskuttieren, wissen bei weitem nicht, was es heisst ein “weisser” jugendlicher in Neukoelln zu sein und manchmal wundere ich mich immernoch wie ich es geschafft habe ohne Messer im Ruecken da raus zu kommen.

    Ich will kein Mitleid oder Anerkennung will aber deutlich machen, dass es eigentlich noch viel schlimmer ist, die Medien sich aber aufgrund ihres kodexes relativ bedeckt halten und nicht offen ansprechen welche Voelkergruppen daran schuld sind und warum es zu einer extrem ghettorisierung kam. Wer vergibt denn die ganzen Gewerbescheine und Sozialwohnungen?

    Die Politiker wussten was Sie tun und Buschkowsky, mit dem ich persoenlich gesprochen habe, hat wenn man ihm mal zuhoert auch schon laengst resigniert…

    Schade fuer Neukoelln. Aber jeder ist seines Glueckes Schmied.


  • @Philipp: “Ich warte nur drauf, dass der Begriff Ghetto auftaucht”, hattest Du geschrieben. Das ist jetzt tatsächlich der Fall, unter dem tag Ghetto geht bei Spiegel Online jetzt die Schublade auf…


  • Was hättest denn erwartet, oder lieber gesehen? Beschönigungen die nur die guten Sonnenseite herausstellen? Der Jubel über dieses “gegen den Strich bürsten” wäre wahrscheinlich mindestens genauso so groß wie der jetzige Schmäh. Nicht weil Neukölln dies evtl. verdient hat, sondern einfach weil der Widerspruch doch ein hübscher Selbstzweck sein kann bei dem man sich so verdammt avantgardistisch und “independent” fühlen kann. Neukölln ist in keinem Fall so “binär” wie Du oder der Spiegel diesen Bezirk darstellen, in jedem Falle aber ein Problembezirk und ich frage mich immer warum gerade die Leute die bei jedem aufkeimen von Kritik sofort ungefragt Neukölln verteidigen nicht selbst dort wohnen wollen. Die Mieten sind billig, die Leute sind doch alle so südländisch-offen, improvisieren gerne usw.. ist doch alles total positiv und sympathisch, warum also nicht? Spätestens wenn Kinder unterwegs sind wird dieses Experiment dann ganz schnell beendet und das Kind wächst im “Grünen” auf oder, wenn es in der Stadt bleibt, geht auf Montessori-Schulen.
    Die Klientel von Neukölln wird freilich kaum den Weg in Blogs finden, um über dortige Probleme zu reflexektieren..Leute die solche Viertel gar als “szenig” beschreiben outten sich sofort als Provinzkinder, die die Verwahrlosung mancher Mitmenschen als “Lifestyle” mißdeuten.


  • @Anne Grieger

    Natürlich. Es sind immer die üblichen Verdächtigen, die “hinter den Kulissen” die “wahrhaft Schuldigen” für die Probleme in Deutschland sind: Spießige deutsche Rentner und latent ausländerfeindliche, deutsche Hausmeister! Als ob wir das nicht schon seit Udo Jürgens Hit: “Dieses ehrenwerte Haus” in den 70zigern Jahren des vorherigen Jahrhunderts nicht schon immer gewusst hätten. Ja, Frau Krieger pflegen Sie ebenfalls nur weiterhin ihre Klischees und Vorurteile, wie es unsere bösen, bösen deutsche Rentner und Hausmeister, nach ihrer Mutmaßung ja angeblich auch tun, damit sie sich auch weiterhin schön kuschelig und behaglich in Ihrem Kreuzköllner Elfenbeinturm fühlen können.

    Im Übrigen, was war denn ganz konkret an dem Spiegel-Online Berichten falsch? Eigentlich doch nichts? Nur halt, dass sie nicht in Ihre ideologischen Weltanschauungen gepasst haben, oder?!

    @trudi666

    Ich oute mich mal auch als Ex-Hauptschüler. Nach dem Hauptschulabschluß habe ich die Fachoberschule besucht, eine Berufsausbildung gemacht und anschließend noch auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachgeholt. Also bitte, wo ist dann das Problem? Weder gehöre ich zu der Spezies der selten anzutreffenden “Hochbegabten”, noch sind meine Eltern Millionäre, sondern gehören zum unteren Mittelschicht. Und dennoch war diese/meine Bildungs-”karriere”, wenn ich das so nennen darf, trotz alledem möglich. Keiner dieser schulischen Fortbildungen hattenmich oder meinen Eltern irgendeinen D-Mark gekostet, da diese Angebote ale staatlich waren und es ja auch heute noch weiterhin sind. Ergo kann also auch der Ärmste noch eine gute Bildung erlangen, wenn er halt bildungswillig und -fähig ist. Dumme und Faule haben hingegen auch in unserem Megasupersozialstaat nur wenig Chancen Nobelpreisträger zu werden. Liegt halt leider in de Natur der Sache. Tja, leider.


  • Die “Spiegel”-Beiträge über Neukölln gehen in Ordnung. Ich habe ebenfalls vor 10 Jahren dort gewohnt, und dann das Weite gesucht,
    als diese drastische Entwicklung ihren Lauf nahm. Wer die unerträglichkeit des alltäglichen Umgangs miteinander relativiert,
    scheint tatsächlich ein zugezogener Provinzwessi zu sein, der hier
    echten Großstadflair vermutet (wir sprechen nicht von Britz)aber seine
    Abende lieber in Kreuzberg oder Mitte verbringt. Die Äußerungen einer
    Wirtin oder eines Hauswartes im “Spiegel”-Film, sind dem neuköllner Volk ebenso “aufs Maul geschaut”, wie das unerträgliche Gehabe einiger
    mordlüsternen “Ghettorapper”. Zur Entspannung und Abkühlung empfehle ich das schöne Columbiabad… schöne Grüße aus Kreuzberg!

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