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Ein Hoch auf Berlins schmutzige Ecken…

…denn durch sie hat die Berliner CDU ein Thema gefunden, das den Berliner mitten ins Herz trifft. Oder sind Ihnen weggeworfene Junkie-Spritzen oder zersplitterte Bierflaschen auf Spielplätzen etwa egal? Schockierend, nicht wahr? Deshalb suchen die Frauen und Männer um Friedbert Pflüger jetzt mit einer entsprechend bebilderten Postkartenaktion die schlimmsten “Dreckecken” der Hauptstadt. Aus dem Material will die Partei einen Stadtplan erstellen, der dann dem Senat übergeben werden soll.

Es war schon klar, dass Herr Pflüger nicht zum Saubermachen vorbeikommt, aber ein Problem im Roten Rathaus abzugeben, klingt schon ein wenig einfach. Vielleicht kommt von den Unions-Aktiven wenigstens noch jemand auf die Idee, Schüler in ihren Ferien zu Putzeinsätzen abzukommandieren. Oder vielleicht die Einführung von Überwachungskameras in Parks, wo es nach schönen Wochenenden aussieht wie während der Gemüseschlacht auf der Oberbaumbrücke. Nein, der Berliner seufzt, hüpft über die Hundehaufen und zahlt dafür weniger Miete als zum Beispiel in den meisten Stadtteilen Hamburgs. Das ist doch auch was, oder? Was denken Sie?

Foto: Christian Hetey

Fotostrecke: Berliner Seitenblicke

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12 Kommentare zu “Ein Hoch auf Berlins schmutzige Ecken…”



  • Weil ich möglicherweise weniger Miete als in Hamburg zahle – was daran liegt das in Berlin einfach weniger als in Hamburg verdient wird- muss ich in einer dreckigen Umgebung leben?

    Gehts noch Herr Onken?

    Das ist doch tatsächlich Ihr eigenartigster Beitrag bis jetzt.


  • @Peter: Sie haben natürlich Recht. Günstige Mieten sind kein Grund dafür, seine Umgebung einzusauen. Trotzdem ist mir in Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln schon oft der Spruch “saubere Wände = hohe Mieten” begegnet. Es scheint also durchaus Menschen zu geben, die ein penibel gepflegtes Wohnumfeld geradezu als Bedrohung auffassen.


  • Der Irrtum in Berlin liegt darin, dass liegengelassene Hundehaufen und all der andere Dreck offenbar für schwer subversiv oder hip gehalten werden. Meine Wahl-Heimatstadt London (wirklich hip und subversiv) braucht eine derart verquere Selbstsicht zum Glück nicht. Zum Problem in Berlin hat der Kollege Bernd Matthies ja mal einen schönen, viel kommentierten Beitrag geschrieben (“Weltoffen und ignorant”):
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtleben-Berlins-Aesthetik;art125,2537393
    Mehr zum Thema natürlich auch hier:
    http://london.tagesspiegel.de/?p=248


  • @markus: was meinst du denn wie das hunderverhältnis von London zu Berlin ist? Sowie der durchschnittliche Verdienst/Lebensstandard in den entsprechenden Vierteln im Vergleich ist.

    Ne Kartoffel is ja von Hause aus auch nicht so sauber wie nen frisches Ei.


  • In London machen die Leute auch in den ärmeren Gegenden (wie zum Beispiel Walthamstow, wo ich wohne) den Hundekot weg. Und dort gibt es viele Hunde, wie ich jedesmal beim Joggen im Park feststelle. Es gehört einfach zur Kultur des Zusammenlebens, Hundescheiße nicht liegen zu lassen. Da kann Berlin lernen und sich nicht immer mit angeblicher Armut rausreden. Vgl. dazu auch den dritten Kommentar hier:
    http://london.tagesspiegel.de/?p=248#comments


  • @Markus

    Der Artikel des Tagesspiegels über Berlin ist das treffenste was ich überhaupt zu diesem Thema bisher gelesen haben.

    Das ausser mir noch jemanden auffällt das Berlin ein Sammelbecken der Gescheiterten dieser Welt ist. Sehr gut aufgepasst.

    Danke für den Link.

    @Henning

    Der Spruch “saubere Wände = hohe Mieten” kommt ja nicht von ungefähr.

    Es ist ja in sofern wahr das in einem guten Wohnumfeld “bessere” Mieter wohnen. Weil die meist höher gebildet sind und natürlich auch mehr Geld für eine Wohnung ausgeben wollen (können) wenn das Umfeld stimmt. Also auch ein klarer Grund für den Vermieter was zu tun.

    Sie sehen an den derzeit div. Vermietungskampagnen z.B. von Neukölln das dies auch im Bezirksinteresse ist.
    Auch Neukölln will nicht nur die ungebildeten Schichten mit oder ohne Migrationshintergrund haben. Die paar in Britz sind etwas wenig.
    Das geht am besten mit weißen Wänden für ein besseres Umfeld.

    Das auch Leute mit viel Geld und schöner teurer Wohnung in Pberg oder Fhain ganz schön Dreck auf der Straße/Park… hinterlassen lässt sich wohl damit begründen dass sie dies ja so von den anderen sehen und niemand was sagt. “Zu Hause” in München oder Stuttgart lassen die das wieder weil dort die Bewohner sie kennen und es ggf. Ärger gibt.


  • Hey Leute,
    beschwert Euch doch nicht, zieht ins Berliner Umland oder wählt eine andere als die herrschende Partei; denn die Typen von der Linken und Ihre SPD- Speichellecker werden es nicht ändern oder Ihr bleibt verfilzt und unbeweglich und wählt sie wieder, dann habt Ihr NeuBonzen und ehemaligen Steinewerfer wenigstens ein immerwährendes Thema für Euer Hinterhofplenum !!!


  • Da haben wir es wieder.
    Solche schon arg ungebildeten Leute wie @dicka meine ich.

    Allgemein gesagt halte ich die Art die Unart der Zumüllung einer Stadt auf eine spezielle Partei zu schieben schon sehr dreist.

    Das Müll- und Hundekotproblem gab es ja schon jahrelang bei Weizsäcker oder Diepgen (CDU) auch vor dem Mauerfall schon. Und bekanntlich hatten die ja noch reichlich Geld (Bundeszuschüsse…) für Berlin zur Verfügung.


  • sagt mal wie war dass den früher in ostberlin, ich kann mich nicht mehr so ganz erinnern, hunde gab es ja wohl ähnlich viele. oder hat der ost-hundefrass einfach das problem in luft aufgelöst?


  • Dort gab es deutlich weniger Hunde in der Stadt. Wenn dann hatten auch nur Rentner welche. Kleine Tiere (Dackel etc).

    Da die Leute im Normalfall alle Arbeit und Kinder hatten und in den Innenstadtwohnungen oft keine großen Hunde erlaubt waren war das eben anders.
    Die hätten dich und deine Familie (ohne Familie hättest du keine 50qm Wohnung bekommen- nur ein 10qm Loch mit Aussenklo) vermutlich aus der Wohnung geworfen wenn du da in 50qm mit einem Schäferhund gewohnt hättest. Der wäre ja 10-12 Stunden allein dort gewesen weil du ja 8-9h Arbeiten bist und dich danach um die Kinder kümmern musst…

    Schäferhunde und Hunde in dieser Größe waren wie bekannt ja eher was für die Polizei und Mauerstreifen und für Leute mit Grundstück die ausserhalb von Städten gewohnt haben. Ausserdem war Hundefutter etc. sehr, sehr teuer (weil nicht subventioniert) und in der Stadt eh kaum zu bekommen.

    Achte mal in Dokus über Ostberlin o.ä. der Abendschau oder anderen aus dieser Zeit auf die Sauberkeit. Die Häuser waren damals grau und verfallen aber die Straßen sehr sauber.

    Vielleicht kennst du ja den Film aus den 80er mit den Ärzten (der Band) der im ehem. Westberlin spielt. Selbst der Bhf. Zoo, die Busse… waren auch sauberer als heute.

    Liegt wohl an den Leuten die heute hier wohnen und herziehen. Aber mit dem steigen der Mieten wird das ja vielleicht besser?


  • Scheint ja eine bezirkliche Kampagne zu sein.
    Im Rest der Bezirke hab i noch nix davon wahrgenommen.
    Den meisten Berlinern trifft’s ins Herz?? Ja,ja und nochmals ja.
    Fragen Sie die Berliner, halten Sie denen das Micro unter die Kinnlade und sie werden Ihnen das bestätigen. Fertig.
    Das mit den Putzeinsätzen von Jugendlichen (nicht von Kindern) wäre doch vielleicht überlegenswert.
    Wird da nich’ immer gejammert, dass in der ddr alles auch nicht so schlecht war?
    Jugendliche die Flatrate-Koma-Saufen veranstalten, der Allgemeinheit dadurch immense Kosten für die Ausnüchterung verursachen, könnten ja mal zur Abwechselung sich für vernünftigere Dinge nützlich machen.
    Wenn schon einer mal den Versuch startet, wird er natürlich gleich wieder dorthin zurück geschoben, da wo alles so ist und es gefälligst so bleiben soll wie es ist und sich nichts ändern darf.
    Wer in den besagten Bezirken wohnt und sich darüber beschwert, die seien so dreckig, hat in Berlin genügend Auswahl an anderen Bezirken.
    Da wirkt der Vergleich mit HHamburg geradezu abstrus.
    Richtig, der (und nicht nur der) Berliner seufzt und geht auf die Barrikaden für die Einschränkung seiner freiheitlichen Rechte.
    Dann doch lieber dreckige Bezirke, Räucher Kneipen, Busfahrer den man die Nase platt haut lieber keine Überwachungskameras.
    Dabei gibt’s das doch schon alles.
    Vorratsdatenspeicherung, Maut Registrierung, elektronische Pässe.
    Nur nicht als gefühlt wahrgenommen.

    Von wegen, diese Bezirke waren “immer schon so”.
    Vergleiche mal den Wedding und die anderen Bezirke von vor zwanzig Jahren mit dem Wedding von hier und jetzt.


  • “Vielleicht kommt von den Unions-Aktiven wenigstens noch jemand auf die Idee, Schüler in ihren Ferien zu Putzeinsätzen abzukommandieren. Oder vielleicht die Einführung von Überwachungskameras in Parks”?

    Solche Sprüche bringt selbst meine stockkonservative 70-jährige, in der Kleinstadt lebende, Mutter nicht.

    Der obige Beitrag vermittelt einen 1A-Eindruck davon, was viele “Urberliner” an den “Zugezogenen” so nervt. Und die Macher dieser Homepage scheinen sich dieses Schubladenetikett ja stolz ans Rever zu heften.

    Sicher begrüsst man hier auch solche Aktionen wie die Sanierung der Strandbar Mitte, passend zum neuen Protz-Monbijoupark, in der jetzt alles so glatt geleckt ist, dass sich alle Touris und Yuppies wohl fühlen und der schmuddelige Hartz-4-Empfänger oder Ex-Ossi sich nicht mal mehr traut sich auf den Rasen zu setzen.

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  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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