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Die Fahnenfänger sind wieder unterwegs

Kollegin Annette ist sauer.  Die Redakteurin wedelt mit einer schwarz-roten Fahne, an der noch ein schmaler goldener Rand zu sehen ist. Jemand hat sich mit einem Messer oder einer Schere daran zu schaffen gemacht, als ihr Wagen “nur kurz” in Nähe des Kreuzberger Landwehrkanals parkte. Den Verlust von einem Euro mag sie verschmerzen, doch die Empörung über die Verstümmelungsaktion ist ihr anzusehen.

Ähnlich wie während der Fußball-EM vor zwei Jahren fühlen sich auch in diesen Wochen einige Gruppen am linken Rand herausgefordert. Ein “Anti-Nationaler Weltfußballverband” ruft dazu auf, aus der Jagd auf nationale Symbole im öffentlichen Raum ein Spiel zu machen. Eine Auto-Flagge bringt demnach einen Punkt,  eine schwarz-rot-goldene Perücke fünf und ein Deutschlandtrikot 15 Punkte. Auch die abgerissenen goldenen Streifen zählen mit. Der Wettbewerb ist aber offenbar selbst unter Linken umstritten, der Aufruf wurde inzwischen von der Internetplattform Indymedia und einigen Blogs gelöscht.

Nach der letzten Europameisterschaft hatten Autonome ein Band mit den erbeuteten Fahnen über die Rigaer Straße in Friedrichshain gespannt.

Anders als das Foto vermuten lässt, hat Annette den Rest ihrer Deutschlandfahne aber noch nicht weggeworfen.  Falls Deutschland am Mittwoch verliert, will sie aus Trauer die schwarz-rote Flagge schwenken. Schließlich lassen sich die Autofähnchen nicht auf Halbmast stellen. Andernfalls wird sie eine frische Fahne an den Wagen stecken,  davon gibt es schließlich genug. Daran können auch die Fahnenfänger nichts ändern.

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20 Kommentare zu “Die Fahnenfänger sind wieder unterwegs”



  • Ach naja, nicht zu ernst nehmen.
    Außerdem sind die am Auto eh ordnungswidrig, hihi.


  • Spielverderber!!!


  • …oder eine Flagge eines “sozialistischen” Landes hinhängen, da sympathisiert der “linke Rand” nämlich plötzlich wieder mit nationalem Pathos und kann gar nicht genug von Flaggenschwenken und “Wir-Gefühl” haben. Schlichte Spielverderber.


    • Menschen die sich als anti-national verstehen werden auch keine Fahnen anderer Länder schwenken, selbst wenn sich dieses oder jenes Land als “sozialistisch” verstehen sollte. Darüber ist die undogmatische Linke weit hinaus…


      • Die Bezeichnung “Linke” für die Fahnen-Klauer zu verwenden ist ein Schlag ins Gesicht jedes echten Anti-Faschisten! Diese Kinder sind wohl eher als “rechts” zu bezeichnen!!!


  • @Bajuware
    Das sind Menschen mit linksautonomer politischer Auffassung, die sind allenfalls loyal zur Anarchie. Sympathien für irgendwelche Nationalflaggen, für “nationalen Pathos” wie sie es nennen, sei es auch Kuba oder Nordkorea, werden Sie da nicht finden. Staatssozialistische Systeme sind für die nur die andere Seite der gleichen Medaille.


  • “Autonom” würde ich diese Spaßbremsen nicht nennen. Denn die leben auf unsere Kosten. Na ja, “leben”.
    Sie leben ihre Identitätskrisen aus und veranstalten großflächige Räuber und Schande Spielchen, um ihre Nachbarn zu ärgern – mit Punkte sammeln und so. Beeindruckend.

    Würde ich einen der Typen an meinem Auto erwischen, gäb’s a Watsch’n. Aber heftig.


  • Wir leben weder auf irgendjemands kosten, noch haben wir eine identitaetskrise. Wir benutzen unser hirn und haben keine lust auf nationalen taumel. Und wenn wenn ich an deinem auto stehe und dein faehnchen verbiege, gehst du ganz schuechtern eine runde um den block oder hast was in der wohnung vergessen, wetten?


  • @Bajuware: nuts!
    @Royalflush: wanna see.

    i love football, especially the old-school English one, but i hate patriotism. on the one hand the crowd cries because of the politic’s savings package and on the other hand they party their [fu***] nation…don’t use national symbols for showing your football-love!


  • Ich find’s gut, dass der Tagesspiegel weiter gegen Linke hetzt!
    Endlich wird dieses wichtige Thema mit den Fähnchen mal aufgegriffen.
    Dicken Respekt für relevanten Journalismus!
    I love you B.Z.!!!


  • Von mir gibt es für Fähnchenklauer ordentlich einen auf die Glocke :)


    • klar, voll auf die glocke. internet ist eine tolle sache, denn da können die hässlichen und charismalosen dieser welt endlich auch mal wahrgenmommen werden, mimikry betreiben und auf einmal wichtig sein. die gewaltphantasien sind die extradebile peinlichkeit, aber was erwartet man von den tagesspiegeldauerkommentierern? get a life, have sex!


  • http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/schwarzer-in-berliner-u-bahn-beleidigt-und-geschlagen/1866326.html

    Meines Erachtens deutlich schlimmer als das Zerstören von Schwarz-Rot-Senf.

    Nationalismus der in seiner Konsequenz immer wieder zu Ausgrenzung Dritter führt ist meiner Meinung nach kein zeitgemäßes Konzept mehr. Wer entscheidet, wer hier (oder anderswo) leben darf oder nicht?


  • Der Wettbewerb wird voraussichtlich von dem “Kommando Kevin-Prince-Boateng Berlin-Ost” gewonnen. Ganze 1657 Fahnen habe sie bereits:
    http://fahnenflucht.blogsport.eu/2010/06/23/kommando-kevin-prince-boateng-berlin-ost-fuhrt/


    • Hoffentlich werden die mal von einigen Fußball-Fans “ertappt” … eine Schande solche Spielchen – derartiges Verhalten erinnert sehr an glücklicherweise längst vergangene Zeiten.


  • Na, dann jetzt der Fahnenquatsch bald ein Ende…
    Zeit wurde es!

Die Kommentare sind zur Zeit geschlossen.

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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