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Schwarzmalerei in der Rigaer Straße

2007-03-16“Sieh an, Pinocchio und seine Freunde!” – jeden Tag malte ein Typ mit Hut und seine Freundin mit Dreadlocks die Wand ein wenig weiter mit tanzenden Figuren voll, ein Märchenwald wuchs in der Rigaer Straße. Hin und wieder holten sie sich sogar einen Scheinwerfer und pinselten im Dunkeln. Doch seit ein paar Tagen ist Schluss damit: in einer nächtlichen Racheaktion ist die Fassade des Hausprojekts Rigaer 94 auf ganzer Länge übermalt worden, zensiert sozusagen. Sogar ein Bekennerschreiben hing an der nun schwarzen Wand. Darin wurden die beiden Künstler faschistischer Umtriebe bezichtigt und dazu aufgefordert, bei echten Punks in die Lehre zu gehen.

Hm, was soll man darüber denken? – Zunächst einmal interessant, dass sich Menschen überhaupt über die Gestaltung der Häuserfassaden Gedanken machen, in denen sie leben. Dass in den noch verbliebenen ex-besetzten Häusern Berlins Grabenkämpfe ausgetragen werden, ist bekannt. Schade nur, dass diese Wand jetzt so aussieht, als wäre der Hausbesitzer mit einem Trupp Maler dagewesen.

Kleines Update: Inzwischen hat mir ein Ex-Bewohner der Rigaer 94 erzählt, dass es sich bei den tanzenden Figuren um bezahlte Auftragsmalerei des Hauseigentümers handelt. Dieser wolle seinen Gebäuden damit einen alternativ-trendigen Touch geben, was wiederum den Bewohnern überhaupt nicht passe.

Fotostrecke: Berliner Seitenblicke

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7 Kommentare zu “Schwarzmalerei in der Rigaer Straße”



  • den bewohnern, der anliegenden häuser, passt die tanzende malerei sehr wohl! nur die leute aus den ex-besetzten häusern, kotzen ab und streichen die fassaden neu! getreu dem motto von chaos-Z : alles ist grau! nicht die “künstler” wurden faschistischer umtriebe bezichtigt, sondern die schwarzmaler! leider hatten bewohner der 94, alle geklebten infozettel von unbekannt, bis 8.30 abgerissen! schwamm drüber…….


  • und im übrigen, hat der verwirrte besitzer ne versicherung, die nach wie vor zahlt! und da es sich um “kunst” handelt, ist der schaden geldtechnisch gesehen enorm und er lacht sich in`s fäustchen!!!


  • tja, wie auch immer, dieser Auftragsmaler + Begleiterin lassen nicht locker und benutzen besser haftende Farben als ihre Gegner. Die beiden haben inzwischen die schwarze Übermalung wieder entfernt und pinseln unbeeindruckt die ganze Ecke bis zur Liebigstraße voll. Man darf also gespannt sein, wie lange das so bleibt!


  • was ich hier nicht verstehe: warum läßt der Hausbesitzer sein Haus bemalen, wenn er doch in dem Haus von ihm unerwünschte Bewohner hat??
    wäre es nicht eher die Aufgabe der Bewohner von der R.Str. 94 ihr Haus selbst zu gestalten? warum gibt der hausbesitzer geld dafür aus?


  • die bewohner der 94 gestalten ja auch ihr haus! so gegen drei uhr nachts. immer mit sehr sinnvollen sprüchen: ” beulker aufs maul ” oder ” rohr raus ” oder ” ausländer bleiben…. ” !!! die “künstler” aus polen, die die häuser liebevoll gestalten, sind aber wahrscheinlich nazis. so wie die anwohner auch, die abkotzen, weil ihre fassade wieder ne`n sinnentleerten spruch mehr hat!


  • niemand von den ex-besetzerInnen hat die “künstla” jemals als nazis oder faschos bezeichnet. da gibt´s wohl noch ein zwei unterschiede. die fassade war in mühevoller kleinarbeit mit einem sehr schönen graffitie bemalt gewesen, bis beulker, der hausbesitzer, dieses erst grau dann mit komischen figuren bemalen liess. niemand hat was gegen farbe an der wand, aber es sollte zumindestens ein wenig “schön” sein und vielleicht sogar mit den bewohnern abgesprochen sein.


  • bald ist schluss in der rigaer, das spießertum ist nicht aufzuhalten. wer freiräume braucht soll nach brandenburg, da ist viel platz und saubere luft.

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Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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