“Damen und Herren, wenn Sie mich in einer E-Mail mit ‘Hallo Frau Z.’ anreden, erhalten Sie keine Antwort.” Aber Hallo. Wir befinden uns nicht in einem Benimm-Kurs, sondern in einer Einführungsveranstaltung an der Uni Potsdam. Es kommt noch schlimmer: “Ich schätze Preußische Tugenden”, sagt die kleine Frau hinter dem Pult streng, und blickt in 70 entgeisterte Gesichter. “Pünktlichkeit, Gewissenhaftigkeit, gepflegte Umgangsformen.”
Es folgen Ausführungen über einen angemessenen Dresscode, die schriftliche Abmeldung bei unentschuldigtem Fehlen, über den Umgang mit Kommilitonen. “Sie glauben selbst nicht, dass jemand, der an einer privaten Universitiät BWL studiert, auf die Idee käme, während des Seminars zu essen. Das erwarte ich auch von Ihnen als angehende Akademiker.”
Kollektive Verunsicherung
Studierende lassen sich immer mehr gefallen, beklagen Studentenvertreter. Sie wollen gesagt bekommen, was sie zu tun und zu lassen haben. Und für ihre Folgsamkeit und Fleißarbeit mit guten Noten belohnt werden. Nach rechts und links gucken ist nicht mehr, der volle Stundenplan lässt den Besuch fachfremder Veranstaltungen kaum zu. “Die Universitäten produzieren nur noch lauter Fachidioten”, sagt eine Bekannte, die in der Personalabteilung einer Unternehmensberatung arbeitet. Die Bewerbungsmappen von Bachelor-Studenten, die bei ihr eingehen – alle zum Verwechseln ähnlich.
Die allgemeine Verunsicherung scheint schwer zu wiegen. Auch darüber, wie man über die verschulte Universität hinaus im gesellschaftlichen Leben alles “richtig” macht. Im Internet findet man zahlreiche Benimm-Seminare und Berichte darüber, dass Teenager zunehmendes Interesse an Tanzkursen haben. “Für die Karriere.”
Dann lieber keine Karriere.










auf den ton kommts ja immer an ~ hooking up!
Studenten von heute lassen sich in der Tat (fast) alles gefallen, lassen sich überwachen, kontrollieren, in Bachelor-Studiengängen von ihren Lehrkräften drangsalieren.
Das schlimme daran: Eigentlich sind sie zufrieden damit, wieder wie im Kindergarten an die Hand genommen zu werden.
Damit Deutschland wieder Elite wird in der Welt, müssen auch unsere Universitäten bei der Disziplin ihrer Studenten nachhelfen. Das schadet ihnen nicht – im Gegenteil: lernt von den Indern, den Asiaten in Singapur und seit entlich fleißig, dann werdet ihr später nicht arbeitslos und liegbt Vater Staat auf der Tasche
Am deutschen Beamtenwesen soll die Welt genesen. Da wird aus dem steuerfinanzierten Staatsdiener ein Staatsherrscher.
Viele Studenten von heute sind noch deformiert von der Elterngeneration, die einst 1968 gegen die Leistungsgesellschaft auf die Barrikaden stieg. Irgendwann später merkten sie dann, dass sie unrecht hatten, ein bisschen Leistung, ein wenig Arbeit an sich selbst ist eben doch nötig, um etwas zu werden. Aber da waren ihre Kinder schon geboren und sie zu letharg, um sich zu ändern. Zum Glück ist die jetzige Studenten-Generation wieder auf einem anderen Dampfer.